Zähne und Molar Incisor Hypomineralisation

Dies ist ein Bericht, der euch alle einlädt, zu kommentieren, und eure eigenen Erfahrungen und weitere Studien zu benennen. Auf gut Deutsch, helft mir, diesen Beitrag reich und aussagekräftig werden zu lassen, und anderen Kindern zu helfen, dieses nach Möglichkeit nicht zu bekommen! Bezieht euch, wenn möglich auf Studien, die ihr zu dem Thema kennt.

Es geht hier nicht wirklich um Schwangerschaft, und auch nicht um Geburt, sondern um etwas, was unsere Kinder betreffen könnte. Als ich darauf gestoßen bin, war ich zutiefst schockiert, mit zwei kleinen Kindern!

Es gibt eine…  „Krankheit“? „Syndrom“? … die man mit „Molar Incisor Hypomineralisation“ benannt hat. Da haben sich die Zähne, noch bei der Entwicklung – also vor Ausbruch, so entwickelt, dass sie sehr ungesund sind, u.U. sogar bröckelig sind. Nur weil ein Zahn betroffen ist, bedeutet es nicht, dass weitere Zähne betroffen sein werden. Allerdings sind häufig die permanenten Zähne betroffen.

Es gibt zahlreiche Studien, die versuchen, zu verstehen, woher dieses Syndrom? kommt. Es stehen zahlreiche Dinge im Raum, selbst Fieber im sehr frühen Kindesalter. An Fieber kann man ja nicht so viel tun. Außerdem – wäre es Fieber – weshalb ist in der heutigen Zeit plötzlich die Rate, die ich mit über 10% im Alter von 6 Jahren benannt gesehen habe, und mit 12 Jahren sogar um fast 30% aller Kinder – und es sogar Studien gibt, wie aus Dänemark und Brasilien, die 40% angeben! Fieber gab es ja schon immer – und diese Studie, die schaute, ob es MIH schon immer gab, und nur übersehen wurde, kommt zum Schluss, dass es MIH früher nicht gab, und unterstützt die Hypothese, dass MIH mit zeitgenössischen Lebensbedingungen oder anderen gesundheitlichen Faktoren verknüpft sein kann.

In dieser Studie sehen die Forscher einen Link zu Bisphenol A. Bisphenol A wird in Kuststoff benutzt, aber auch „als Antioxidans in Weichmachern und zum Verhindern der Polymerisation in Polyvinylchlorid (PVC) verwendet.“ (von Wikipedia). Diese Studie greife ich heraus, weil es so scheint, dass es auch von dem Geburtsjahr abhängt, wie sehr Kinder betroffen sind, berichtet diese Studie aus Dresden. Bisphenal A war mal mehr verbreitet also heutzutage, da es seit ca. 2011 in Babyflaschen verboten ist. Dieses Jahr korreliert nicht mit dem Zeitraum in der o.g. Studie, aber das besagt nicht viel. Und mein zweiter Grund ist, dass wir zumindest bei Bisphenol A viel tun können, um dies zu vermeiden – wenn wir die Gefahr kennen!

Wikipedia gibt einen sehr guten Überblick, wo diese Stoffe alle vorkommen können:

Vinylesterharz und Epoxidharz, werden zahlreiche Gegenstände des täglichen Gebrauchs mit direktem Kontakt zu Lebensmitteln und Getränken hergestellt. Aus Epoxidharzen werden Beschichtungen für metallische Behälter ebenfalls für Lebensmittel wie Konservendosen und für Getränkebehälter und Wasserkocher hergestellt.[16][17] Außerdem verwendet man Epoxidharze für Lacke, Farben, Klebstoffe, Innenbeschichtungen zur Sanierung von Trink- und Abwasserbehältern und -rohren (siehe Rohrinnensanierung) und zur Herstellung von Schwimmbecken-Fertigpools und Weinlagerungs-Großtanks und anderem mehr. Das ist von gesundheitlicher Relevanz, da zwar die polymeren Endprodukte selbst biologisch weitgehend inert sind, aus ihnen allerdings der Ausgangsstoff BPA unter Umständen wieder freigesetzt wird und dann gesundheitliche Schäden verursachen kann.

Wärme oder Aufheizen, Säuren und Laugen begünstigen das Freisetzen von Bisphenol A aus dem Polymer. Kochendes Wasser beschleunigt die Rate auf das 55-fache.[18][19] Die Freisetzung kann auch bei zu warmer Lagerung von in Polycarbonat-Flaschen abgefülltem Trinkwasser in heißen Gegenden, bei der Speisenzubereitung in Behältern aus Polycarbonat und nachfolgendem heißem Abwaschen erfolgen. Trübwerden des ansonsten klaren Materials (ohne Kratzer) ist ein Indiz der Extraktion von Inhaltsstoffen. Geschirr aus Polycarbonat, auch Mixbecher von Standmixern sollen deshalb nicht in Geschirrspülmaschinen gewaschen werden, da bei Herauslösen von Bisphenolen das gesamte Spülwasser und damit verbunden das gesamte sonstige zu reinigende Geschirr (nach Benetzung und nachfolgendem Auftrocknen) damit verunreinigt wird. Behälter aus Polycarbonat sollen, um die Bisphenol-A-Belastung der Speisen zu verringern, kurz vor der Verwendung extra noch einmal kalt gespült werden.[11] Auch die Trinkwasser-Entkeimung durch Sonnenlicht in recycelten Polycarbonat-Trinkwasser-Verkaufsflaschen[20] und auch die Verwendung von Polycarbonat als Sichtfenster zur Füllstandsanzeige in Wasserkochern oder Kaffeemaschinen oder für Standmixerbehälter und das Erhitzen von Gefrierbehältern aus PC im Mikrowellenherd sind daher nicht unproblematisch.“

Wie sieht es da wohl mit dem ganzen Kuststoffspielzeug aus, oder belacktem Holzspielzeug aus, dass unsere Kleinkinder sich in den Mund schieben?

Andere, vielleicht vermeidbare Gründe könnten sein: bestimmten Antibiotika ausgesetzt zu sein (Amoxicillin, Makrolid) und Dioxinen (Alaluusua, 2010).

Auf der anderen Seite besagt diese Studie, dass Vitamin D helfen kann, diese „Krankheit“ zu vermeiden – ich werde dies aktualisieren, wenn ich Zeit hatte, die Studie zu lesen – schaut also gerne wieder herein!

Passt gut auf eure Kinder auf!

PS: ich suche die Vollversion dieser Studie: http://www.nature.com/ebd/journal/v18/n1/abs/6401219a.html

Quellen:

Kühnisch, Jan, et al. „Was molar incisor hypomineralisation (MIH) present in archaeological case series?.“ Clinical oral investigations 20.9 (2016): 2387-2393.

Kühnisch, J., et al. „Elevated serum 25 (OH)-vitamin D levels are negatively correlated with molar-incisor hypomineralization.“ Journal of dental research 94.2 (2015): 381-387.

Jedeon, Katia, et al. „Enamel defects reflect perinatal exposure to bisphenol A.“ The American journal of pathology 183.1 (2013): 108-118.

Alaluusua, S. „Aetiology of molar-incisor hypomineralisation: a systematic review.“ European Archives of Paediatric Dentistry 11.2 (2010): 53-58.

 

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3 Gedanken zu “Zähne und Molar Incisor Hypomineralisation

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