Übelkeit in der Schwangerschaft

Während meiner ersten Schwangerschaft mit meiner Tochter war mir ständig schlecht am Morgen, und in den Supermarkt gehen war eine wahre Qual, egal zu welcher Uhrzeit. In meiner zweiten Schwangerschaft war das gar nicht so – es war viel sanfter, so sanft, dass ich mich an keinerlei Übelkeit erinnern kann. Generell ist es am schlimmsten im ersten Trimester, und geht nach einiger Zeit wieder weg (für 60 % von uns ist es in Woche 13 vorbei). Wie lange ist leider sehr unterschiedlich. Manchmal dauert diese Übelkeit nicht nur ein paar Wochen, sondern ein paar Monate. Etwa 9% spüren Übelkeit nach Woche 20 (Prozentangaben von Niebyl, 2010), und und ganz selten bleibt die Übelkeit auch die gesamte Schwangerschaft über.

Übelkeit – schlimmer mit Mädchen?

Tendenziell könnte es sein, dass bei Schwangerschaften mit Mädchen die Übelkeit ausgeprägter ist. Laut einer neuen Studie ist das Geschlecht eines Babys mit der Immunantwort einer schwangeren Frau verbunden, und Frauen mit weiblichen Babys haben eine erhöhte Immunantwort im Vergleich zu Frauen mit männlichen Babys. Diese Entzündung könnte eine Rolle bei der morgendlichen Übelkeit und möglicherweise sogar bei Heißhungerattacken spielen (Mitchell et al, 2017).

Übelkeit durch Mangelerscheinungen

Ansonsten scheint auch so, als würde die Übelkeit in der Schwangerschaft  was mit Mangelerscheinungen zu tun haben. Starke Schwangerschaftsübelkeit könnte auf niedrige Magnesium- , Vitamin B6- , Zink-, Cholin- und Folat-Spiegel hin deuten.

Versuche deshalb, Lebensmittel zu essen, die diese möglichen Defizite ausgleichen. Iss Lebensmittel, die Vitamin B6-reich sind, wie z.B. Innereien, Fleisch, Makerelen, Sardinen, Kartoffeln, Kohl, Avocado, Bananen, Pistazien und Sonnenblumenkerne. Das American College of Obstrtricians and Gynecologists (ACOG) sieht B6 als Mittel der ersten Wahl bei Schwangerschaftsübelkeit. Solltet ihr nichts unten halten können, und deshalb geballtes Vitamin B6 versuchen wollen: in Studien wird B6 normalerweise alle 8 Stunden eingenommen, und zwar 10-25 mg (Niebyl, 2010). Nahrungsmittelergänzungen enthalten üblicherweise Pyridoxin, aber Lily Nichols (2018) empfielt B6 in Form von Pyridoxal-5′-Phosphat.

Iss magnesiumhaltige Lebensmittel (in vielen Kernen und Nüssen, aber auch Bohnen und weitere grüne Gemüsesorten, oder Makrele). Um Magnesium aufnehmen zu können braucht der Körper allerdings auch B6, B12 und Kalzium!

Auch könnte ein Cholin-Mangel daran beteiligt sein, weshalb Dir übel ist. In Studien wurde nicht nur gezeigt, dass optimale Aufnahme eine große Rolle für Baby spielen kann, sondern auch, dass nur etwa 10 % aller Erwachsenen, inklusive Schwangeren, von diesem wichtigen Nährstoff genug zu sich nehmen.  Ein Cholinmangel kann sich auch auf die Gallenblase und Gallenbildung auswirken, sagt Ben Lynch, der Autor of „Dirty Genes“, welches ebenfalls an Schwagerschaftsübelkeit mit Schuld haben kann. Als ein Nebenpunkt: Wieviel Cholin in der Schwangerschaft tatsächlich optimal ist, wurde noch nicht bestimmt, aber auf Basis von Mäusestudien muss man davon ausgehen, dass es wohl 800-900 mg sein werden, was um einiges höher ist als die heutige empfohlene Menge. Negative Nebenwirkungen würden wohl est bei deutlich höheren Mengen zu erwarten sein – ab 2,5 Gramm täglich. Diese 2,5 Gramm kann man nicht ohne Supplementierung erreichen – und selbst mit erscheint es mir extrem schwer.

Ingwer hilft auch

Versuche Ingwer. Studien besagen, dass es nach 6 bis 9 Tagen regelmäßiger Einnahme tatsächlich hilft – vergleichbar mit Vitamin B6. Das hätte ich wissen müssen. Ich habe es versucht, aber da es mir nicht gleich geholfen hat, habe ich keine 6 Tage weitergemacht. Hier gilt allerdings: irgendwelche Sodas mit ein wenig Ingwer ist nicht genug! Benutze stattdessen Ingwertee, kristallisierten Ingwer (also getrocknete, gesüßte Ingwerscheiben), oder Ingwerpräparate (welche häufig als Kapseln verkauft werden). Falls Du gerne Nahrungsmittelergänzung benutzen möchtest: Niebyl (2010) sagt, dass bis zu 250 mg alle sechs Stunden sicher ist.

Viel Trinken!

Achte darauf, genug zu trinken, das ist in der gesamten Schwangerschaft sehr wichtig, aber besonders dann, wenn durch Erbrechen Flüssigkeit verloren wird. Bei häufigem Erbrechen muss man allerdings auch den Mineralstoff und Salzverlust ausgleichen, z.B. durch eine Hühnerbrühe. Alternativ kann man verdünnten Saft und Kokosnusswasser probieren – denke dann aber auch daran, das verlorene Salz zu ersetzen, zum Beispiel durch ein selbst gemachtes Elektrolyt-Getränk.

Im Bett essen! Immer wieder essen!

Eine andere Idee, die manchen Schwangeren zu helfen scheint, ist essen, sobald man aufwacht (quasi vor dem Frühstück). Immer wieder kleine Häppchen zwischendurch – aber sehr langsam essen. Generell scheinen Kohlehydrate das einfachste Essen zu sein, das unten bleibt. Aber häufig kann Übelkeit mit dem Blutzuckerspiegel zusammen hängen, wenn der zu schnell nach oben oder unten geht. Deshalb mein Rat: Proteine zusammen mit den Kohlehydraten essen, damit der Blutzuckerspiegel stabiler bleibt.

Zusätzliche Tipps

Achte darauf, was bei Dir zu Übelkeit führt. Gerüche? Bewegungen? Immer zur selben Zeit? Zu schnell zu essen? Denke darüber nach, wie Du das vermeiden kannst.

Wenn es die Zahnbürste ist: versuche es mit einer anderen (kleineren, nicht elektrisch) Zahnbürste, wie zum Beispiel einer Kinderzahnbürste, oder mit Zahnpasta auf dem Finger. Du könntest auch darüber nachdenken, in den ersten Monaten eine Zahnpasta ohne Fluor zu benutzen, damit Du auf alle Fälle kein Fluor schluckst – weil Fluor geschluckt grundsätzlich schädlich ist (z.B. Weleda Kinderzahnpasta).

Manche Frauen finden, dass salziges Essen oder Saures (selbstgemachtes Zitronenwasser?) ihnen hilft, die Übelkeit in Schach zu halten. Versuche deshalb Avocados mit Salz und Zitrone, oder ungesüßte getrocknete Kirschen.

Wenn es Gerüche sind: Gefrorenes Essen riecht nicht, hat aber denselben Ernährungswert, wie Ungefrorenes. Stelle Dir vor, Du erfindest erfinderische Eis-Sorten :-). Oder eventuell reicht es schon, wenn ein anderer Dir das Essen zubereitet und bringt, und Du es auch außerhalb Deines Hauses zu Dir nimmst – im Sommer im Garten, oder ähnliches.

Ansonsten kann Aromatherapie helfen. Eine Studie, die 4 Tropfen Lavendel mit einem Tropfen Minzöl vermischte, fand eine signifikante Reduktion der Übelkeit bei den meisten Frauen (Ghani et al, 2013). Viele Schwangere, die von Übelkeit geplagt werden, finden Zitrus-Geruch gut, also Zitrone, Orange, Grapefruit, Limette, (grüne) Mandarine. Mir hat damals Minzöl im Wasser (ich habe es getrunken) geholfen (natürlich muss es dafür vorgesehen sein, wie zum Beispiel Klosterfrau Heilpflanzenöl)!

Außerdem gibt es Armbänder mit einem Druckpunkt, der eine Akupressur darstellt, die die Übelkeit beseitigen soll. Die bekommt man recht billig im Internet, könnt es versuchen.

Kaliumreiche Lebensmittel sind in dieser Zeit hilfreich, wie Avocados, Bananen, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Winterkürbis und Orangen.

Viel Glück! Und vergesst nicht, normalerweise dauert es nicht länger als bis zur 20. Schwangerschaftswoche! Es geht also auch wieder vorbei!

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Quellen:

Mitchell, Amanda M., Marilly Palettas, and Lisa M. Christian. „Fetal sex is associated with maternal stimulated cytokine production, but not serum cytokine levels, in human pregnancy.“ Brain, behavior, and immunity 60 (2017): 32-37.

Niebyl, Jennifer R. „Nausea and vomiting in pregnancy.“ New England Journal of Medicine363.16 (2010): 1544-1550.

Ghani, Rania Mahmoud Abdel, and Adlia Tawfik Ahmed Ibrahim. „The effect of aromatherapy inhalation on nausea and vomiting in early pregnancy: a pilot randomized controlled trial.“ J Nat Sci Res 3.6 (2013): 10-22.

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