Updated: Stress in der Schwangerschaft

Stress in der Schwangerschaft wirkt sich u.U. ein Leben lang auf euer ungeborenes Kind aus, besagen Studien.

Folgende Folgen können eintreten:

  • Keuchen (OR: 1,41, 95% KI: 1,03-1,94)
  • Asthma (OR: 1,71, 95% CI: 1,02-2,89)
  • allergische Rhinitis (OR: 1,75, 95% CI: 1,08-2,84)
  • atopische Ekzeme (OR: 1,53, 95% KI: 1,11-2,10)
  • Depressionskrankheiten
  • geringere Intelligenz
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten
  • evtl. Autismus (Beversdorf et al, 2005, Sjaarda et al, 2017)

Die Zahlen für die oberen 5 habe ich aus einer Studie aus 2012 direkt übernommen (de Marco et al) – eine große Metaanalyse aus 2016 (van de Loo et al, 2016) fand eine odds ratio von 1.56 für Keuchen, Asthma und andere respiratorische Symptome zusammengefasst.

Zu nächsten drei (Depressionskrankheiten, geringere Intelligenz, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten) gab es einen guten Artikel im Spiegel:

Stress in der Schwangerschaft hinterlässt Spuren im Gehirn - SPIEGEL ONLINE

Stress in der Schwangerschaft hinterlässt Spuren im Gehirn – SPIEGEL ONLINEhttp://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/stress-in-der-schwangerschaft-hinterlaesst-spuren-im-gehirn-a-928555.htmlStress in der Schwangerschaft ist ein Risikofaktor für spätere Depressionen und andere Krankheiten. Zu diesem Schluss kommen Jenaer Forscher. Im Gehirn von Ungeborenen haben sie entdeckt, welche Spuren Stresshormone hinterlassen.

Die Kinder haben unter anderem ein erhöhtes Risiko von Depressionen.

Ausserdem hatten die Kinder, die Stresshormonen während der Schwangerschaft ausgesetzt sind,  „… im Durchschnitt einen um zehn Prozent geringeren Intelligenzquotienten, Probleme mit der Konzentration und Aufmerksamkeit“, sagt Schwab. Zudem habe das EEG gezeigt, dass diese Kinder sich vor dem Test nicht entspannen und währenddessen ihr Gehirn nicht aktivieren konnten.

Bekommen Ungeborene zu viele Stresshormone ab, „betrachtet“ der Körper den erhöhten Pegel als normal. „Diese Kinder werden bereits im Mutterleib darauf programmiert, Zeit ihres Lebens mehr Stresshormone auszuschütten“, sagt Schwab. Dabei sei es unerheblich, ob die Hormone synthetisch sind oder vom mütterlichen Körper erzeugt werden.

Forscher von der niederländischen Universität Tilburg konnten nachweisen, dass mütterlicher Stress vor allem zwischen der 12. und 22. Schwangerschaftswoche die emotionale und kognitive Entwicklung des Fötus ungünstig beeinflusst und diese Effekte noch 20 Jahre später erkennbar sind.“

Dabei sollte allerdings festgehalten werden, dass es dabei nicht um kurzzeitigen Stress geht, wie schnell noch zum Shop bevor er zu macht. Es geht hier vor allem um dauerhaften Stress, der lange anhält, wie z.B. generelle Angstzustände, oder Sorgen u.s.w. Und es scheint ausserdem so zu sein, dass ein gesundes Bonding dazu beiträgt, dass die Effekte von zu viel Stress vor der Geburt abgemildert werden (Bergman et al, 2010).

Also: auch aus diesen Gründen scheint es durchaus positiv zu sein, sich jeden Tag ein wenig Zeit zu nehmen, um einfach zu entspannen, und einfach positiv zu denken! All dies wird in meinem Geburtsvorbereitungskurs gelehrt 🙂 !

Dieser Artikel wäre nicht vollständig, wenn nicht erwähnt würde, dass Stress der Bezugsperson sich auch nach der Geburt schädlich auf das entwickelnde Kind auswirken kann – wie in diesen Studien über Asthma gezeigt wurde (Wright et al, 2004).Unterstützend wurde in einer großen kanadischen Studie gefunden dass die Wahrscheinlichkeit mit 7 Jahren an Asthma zu erkranken höher ist, wenn die Mutter konstantem Stress ausgesetzt ist, mit dem Zusatz, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, wenn man in eine Gutverdiener-Familie hineingeburen wurde (Kozyrskyj et al, 2008).

Auch noch sehr guter Artikel, sehr lesenswert, der das Thema Stress aber auch „Erziehungsstile – gut oder schlecht abdeckt:“

Frühe Liebe macht stark: Warum gute Bindungserfahrungen so wichtig sind | STERN.dehttp://www.stern.de/gesundheit/fruehe-liebe-macht-stark–warum-gute-bindungserfahrungen-so-wichtig-sind-7238626.htmlGute Bindungserfahrungen sind die wichtigste Grundlage, um für das Leben gewappnet zu sein. Die Hirnforschung hat dafür eindeutige Belege gefunden. Ein …

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Weitere Quellen:

Wright, Rosalind J., et al. „Chronic caregiver stress and IgE expression, allergen-induced proliferation, and cytokine profiles in a birth cohort predisposed to atopy.“ Journal of Allergy and Clinical Immunology113.6 (2004): 1051-1057.

Kozyrskyj, Anita L., et al. „Continued exposure to maternal distress in early life is associated with an increased risk of childhood asthma.“ American journal of respiratory and critical care medicine 177.2 (2008): 142-147.

van de Loo, Kim FE, et al. „Prenatal maternal psychological stress and childhood asthma and wheezing: a meta-analysis.“ European Respiratory Journal 47.1 (2016): 133-146.

Douros, Konstantinos, et al. „Prenatal Maternal Stress and the Risk of Asthma in Children.“ Frontiers in Pediatrics 5 (2017): 202.

Serpeloni, Fernanda, et al. „Grandmaternal stress during pregnancy and DNA methylation of the third generation: an epigenome-wide association study.“ Translational psychiatry 7.8 (2017): e1202.

Bergman K, Sarkar P, Glover V, O’Connor T (2010). Maternal Prenatal Cortisol and Infant Cognitive Development: Moderation by Infant–Mother Attachment. Biological Psychiatry 67(11): 1026-1032

http://www.empowher.com/print/10493845

Part 3: How Stress Affects Pregnancy and Unborn Baby

de Marco, Roberto, et al. „Foetal exposure to maternal stressful events increases the risk of having asthma and atopic diseases in childhood.“ Pediatric Allergy and Immunology 23.8 (2012): 724-729.

Beversdorf DQ, et al. Timing of prenatal stressors and autism. J. Autism Dev. Disord. 2005;35:471–478. doi: 10.1007/s10803-005-5037-8. 

Sjaarda, Calvin P., et al. „Interplay between maternal Slc6a4 mutation and prenatal stress: a possible mechanism for autistic behavior development.“ Scientific Reports 7 (2017).

http://www.child-encyclopedia.com/stress-and-pregnancy-prenatal-and-perinatal/according-experts/effects-prenatal-stress-child

http://www.dana.org/Cerebrum/2012/The_Role_of_Stress_in_Brain_Development__The_Gestational_Environment%E2%80%99s_Long-Term_Effects_on_the_Brain/

http://scholarworks.wmich.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=3593&context=honors_theses

 

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Alle Informationen in diesem Blog dienen nur zu Informationszwecken und ist keine medizinische Beratung. Der Zweck ist, ein breites Verständnis und Wissen zu fördern, wie man eine natürliche, komfortablere und positive Geburtserfahrung fördert. Dieser Blog beabsichtigt nicht, ein Ersatz für professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung zu sein. Holen Sie sich immer den Rat Ihres Arztes oder anderen qualifizierten Gesundheitsdienstleisters über Fragen, die Sie über einen medizinischen Zustand oder Behandlung haben, und bevor Sie eine neue Gesundheitsversorgungs-Regime anfangen, und ignorieren Sie niemals professionelle medizinische Beratung und verzögern Sie die medizinische Konsultation nicht aufgrund des Blogs. Das Verlassen auf die gegebenen Informationen erfolgt ausschließlich auf eigene Gefahr.

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