Körperliche Fitness in der Schwangerschaft

Alle, die HypnoBirthing zur Geburtsvorbereitung betreiben, haben ein besonderes Programm des Entspannens in ihrer täglichen Routine.

Ausserdem wird in HypnoBirthing klar ausgedrückt, dass die körperliche Fitness ebenfalls sehr wichtig ist, genau so wie das gesunde Essen. Allerdings finde ich, dass es durchaus NOCH klarer ausgedrückt sein sollte:

Sport in der Schwangerschaft ist (mindestens) genau so wichtig wie das gesunde Essen (da Auswirkungen von schlechtem Essen teilweise aufgefangen werden können durch Sport). Sport steigert die Stimmung und Energie, hilft besser zu schlafen, und verhindert übermäßige Gewichtszunahme, und fördert den Muskeltonus, Kraft und Ausdauer (auch nach der Geburt sehr wichtig!! 😉 ).

In der Schwangerschaft, Geburt, und auch für das restliche Leben einer Frau sind die Beckenbodenmuskeln überaus wichtig. Nicht nur, dass die Muskeln schön kräftig sind (was eine Inkontinenz vorbeugt), sondern auch, dass wir ein Gefühl für die Muskeln haben, und während der Geburt spüren, ob wir sie tatsächlich entspannen.

Aber andere Muskeln sind ebenso wichtig: zum Beispiel die Pomuskeln (Glutaeus). Wenn diese Muskeln nicht mit den Beckenbodenmuskeln mithalten können, dann ist das ebenfalls schlecht für unsere Beckenbodenmuskeln. Die Bauchmuskeln sind aber ebenso wichtig – müssen sie doch einiges leisten in der Schwangerschaft. Häufig wird angenommen, dass man die Bauchmuskeln in der Schwangerschaft nicht trainieren kann – das ist so allerdings nicht richtig. Zu diesem Thema habe ich einen eigenen Blogeintrag geschrieben, und bei Interesse schaut bitte dort nach.

Grundsätzlich ist Freizeitsport sehr gesund während der Schwangerschaft. Mütter sind weniger krank (vermindertes Risiko von: Schwangerschaftsdiabetes, hohem Blutdruck, Hämorrhoiden, Verstopfung, Krämpfen in den Beinen, Rückenschmerzen, Wassereinlagerungen , usw.).

Kinder von trainierten Müttern kommen weniger häufig zu früh, haben ein gesünderes Geburtsgewicht, ein stärkeres Herz-Kreislauf-System (mit verminderter Herzrate), vermindertes Risiko von Diabetes (evtl. bis ins Erwachsenenalter), weniger Risiko übergewichtig zu werden, und wahrscheinlich ein gesünderes Gehirn (Alzheimer-Vorbeugung)

Ausserdem konnten folgende Auswirkungen gemessen werden:

  • Eine Reduktion in der Öffnungsphase der Geburt (die Zeit von 4 cm bis 10 cm Dilatation) – je nach Studie, bis zu ein Drittel kürzer, oder anders rum, 50% länger in der Öffnungsphase 2 Stunden im Durchschnitt! Eine andere, größere Studie fand einen Unterscheid von etwa einer Stunde
  • Auch die Geburtsphase kann schneller verlaufen – Kondo et al, fand dass die Geburtsphase 11 Minuten dauerte für sportliche Mamas, und 20 Minuten für nicht sportliche Mamas (aber andere Studien fanden keinen statistischen Unterschied).
  • Statistisch gesehen weniger geburtshilfliche Eingriffe während der Geburt (Zangen, Vakuumextraktion).
  • Nach der Geburt waren sportliche Mütter schneller wieder fit
  • Sport sorgt auch für Endorphinausschüttung
  • Eine schnellere Rückkehr zum Gewicht vor der Schwangerschaft
  • Geringeres Risiko von postpartalen Depression.
  • Eine Verringerung des Knochendichte-Verlusts während der Stillzeit

„Jedes pränatale Übungsprogramm sollte täglich ein „Kern“-Trainingsprogramm haben, das auf die Stärkung der Bauchmuskeln, der unteren Rückenmuskulatur und die Muskeln des Beckenbodens abzielt.“

Abgesehen von diesem Punkt, hängt es vor allem von euren Vorlieben ab, und u.U. was für andere Trainingsziele ihr sonst noch habt :-).

Weitergehend sei noch darauf hingewiesen, dass Bauchtanz ein Tanz ist, der seinen Ursprung als Geburtstanz hat, sowohl vorbereitend als auch während der Geburt, und die eben genannten Punkte alle mit viel Spaß erfüllt – und ist meine persönliche Empfehlung (und aus diesem Grunde biete ich Geburtstanz auch bei mir an)!

Obwohl Sport generell sehr gesund ist, ist es wie mit allem: es gibt Ausnahmen, die zumindest die Wahl der Aktivität einschränken können. Darunter befinden sich, aber nicht ausschliesslich:

  • Einige Formen von Herz- und Lungenkrankheiten
  • Präeklampsie oder schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck
  • Probleme mit dem Gebärmutterhals
  • Blutungen aus der Scheide
  • Placenta-Probleme
  • Vorzeitige Wehen während Ihrer aktuellen Schwangerschaft
  • Mehrlingsschwangerschaft mit Gefahr vorzeitiger Wehen
  • Eine vorzeitige Ruptur der Membranen
  • schwere Anämie

Also: falls Zweifel bestehen, bitte erst Rücksprache mit dem Arzt!

 

Quellen:

Barakat, Ruben, et al. „Exercise during pregnancy is associated with a shorter duration of labor. A randomized clinical trial.“ European Journal of Obstetrics & Gynecology and Reproductive Biology224 (2018): 33-40.

Perales, Maria, et al. „Regular exercise throughout pregnancy is associated with a shorter first stage of labor.“ American Journal of Health Promotion 30.3 (2016): 149-157.

Kondo, Yuki, et al. „Influence of Habitual Physical Activity During Late Pregnancy on the Duration of Labor.“ Journal of Physical Activity and Health 14.3 (2017): 203-207.

 

HAFTUNGSAUSSCHLUSS: Alle Informationen in diesem Blog dienen nur zu Informationszwecken und ist keine medizinische Beratung. Der Zweck ist, ein breites Verständnis und Wissen zu fördern, wie man eine natürliche, komfortablere und positive Geburtserfahrung fördert. Dieser Blog beabsichtigt nicht, ein Ersatz für professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung zu sein. Holen Sie sich immer den Rat Ihres Arztes oder anderen qualifizierten Gesundheitsdienstleisters über Fragen, die Sie über einen medizinischen Zustand oder Behandlung haben, und bevor Sie eine neue Gesundheitsversorgungs-Regime anfangen, und ignorieren Sie niemals professionelle medizinische Beratung und verzögern Sie die medizinische Konsultation nicht aufgrund des Blogs. Das Verlassen auf die gegebenen Informationen erfolgt ausschließlich auf eigene Gefahr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.