Herzlich Willkommen, Emma!! VBAC Geburt in der Filderklinik

Liebe Mama von Emma! Du bis eine wahre Löwen-Mama! Du hast Dich Deinen bestimmt enormen Ängsten vor der natürlichen Geburt gestellt, und Dich einfach toll und in Eigenregie vorbereitet, Dir die richtigen Partner gesucht, und das Ergebnis gehabt, dass Du wolltest! Ich finde das ganz toll!!

Der Geburtsbericht ist an ihr Baby Emma geschrieben, und sie hatte auch eine Doula in ihrer Geburt dabei.

Wir befinden uns in der zweiten Woche des Wochenbettes.

Soeben bist Du auf meiner linken Brust eingeschlafen. Du bist noch so klein, ich küsse Dich immer wieder auf Deinen flauschigen & warmen Hinterkopf, doch Du schläfst und schläfst, musst Dich von Deiner langen Reise zu uns erholen, langsam ankommen, Kräfte sammeln, wachsen, zwischendurch an Mamas Brust – das Beste für Dich, Du riechst so gut.. ich könnte Dich auffressen 😉  doch das tue ich natürlich nicht 😉 aber ich schreibe dir jetzt ein paar Zeilen.

Zu einer angemessenen Zeit werde ich Dir diese Zeilen überreichen. Vielleicht bist Du ja dann schon selbst Mama und Teil dieser wundervollen und einzigartigen Erfahrung.  Das wünsche ich Dir von ganzem Herzen und ich freue mich schon auf diesen Tag, für Dich.

Dein großer Bruder Lars erblickte vor ca. 20 Monaten das Licht der Welt. Aber nicht weil er genau an diesem einem Tag kommen wollte, nein,- es war meinerseits eine geplante Sectio. Lange Zeit kämpfte ich bei Lars in der SSW mit dem Gedanken wie ich ihn nur gebären möchte. Die Vorfreude auf unser erstes Baby war riesig und ich hatte eine unbeschwerte Schwangerschaft. Leider hatte mich damals aber immer wieder Unmut & Unwissen eingeholt, mich kurz vor seinem geschätzten Termin (1 Woche) ihn durch eine Sectio auf die Welt zu bringen. Das war für mich eine sehr schwere Entscheidung, aber zu etwas anderem hätte mich zu diesem Zeitpunkt niemand überreden können. Selbst einen Geburtsvorbereitungskurs hatte ich damals kurzfristig abgesagt. Leider habe ich mich zu diesem Zeitpunkt zu viel von anderen beeinflussen lassen.

Durch die Sectio bei Deinem Bruder konnte der natürliche Geburtsverlauf ja nicht einmal beginnen, und somit begann auch eine schwierige Zeit für uns. Keine Milchbildung, stillen war nur mit Abpumpen und zufüttern verbunden, nach dem Stillen folgten jedes Mal schwerste

Rückbildungsschmerzen im Unterleib. Kein Tag ohne Schmerztabletten, das ganz ca. 5 Monate lang.

Ich sagte mir, nicht noch einmal, lieber stehe ich 20 Stunden Wellen durch, komme was will, ich stehe das durch. Mit Dir haben auch Dein Papa und ich mir gesagt, werden alte Zöpfe abgeschnitten. Damit auch Du die Möglichkeit bekommst, selbst zu entscheiden wann Du die Tür zu dieser manchmal etwas verrückten Welt betreten möchtest. Dann wenn Du bereit bist! Genauso wie Du „Selbstbestimmt“ entscheiden solltest, wann Du zu uns kommen möchten möchtest, genauso habe ich dieses Mal „Selbstbestimmt“ entschieden einen anderen Weg zu gehen. Den der natürlichen Geburt ohne Ängste, eine Schwangerschaft mit etwas Vorbereitung.

Von meiner Hebamme bekam ich den Tipp das Buch von Marie F. Mongan über HypnoBirthing zu lesen. Das tat ich auch, ich verschlang es förmlichst und es stand für mich fest auch hier einen Kurs zu HB zu besuchen. Den HB Kurs bei Viktoria Maier besuchten Dein Papa und Mama zusammen, sowie den Kurs für Geburtstanz. Habe ich viel gelesen und es gab keinen Tag an dem ich nicht etwas dazulernte und mit Dir Kontakt (Bonding) aufnahm. Mit Atemtechniken z.B. die der „Ruheatmung“ und mit Affirmationen, Regenbogenentspannung habe ich mich täglich Dir genähert, uns beiden Ruhe, Nähe & Geborgenheit geschenkt. Das funktionierte immer so toll, dass ich meist dabei eingeschlafen bin. Aber genauso nahm es mir jegliche Ängste, es wuchs eine Freude auf den besagten großen Tag, Dich endlich zu empfangen. Dieser Tag näherte sich auch schon bald… die Taschen waren schon gepackt.

 

Meine Spontan-Geburt nach Kaiserschnitt (VBAC):

Ein heißer August naht sich dem Ende. Lars ging bereits am Vormittag zu seiner Kita. Diese Zeit nutzte ich, um in ein naheliegendes kleines Freibad schwimmen zu gehen und um der Hitze zu trotzen. Das kühle Quellwasser von ca. 21 Grad tat mir am Ende der Schwangerschaft einfach gut, denke Dir hat es auch ganz gut gefallen. Die Badegäste, das waren alteingesessene Mitglieder des Vereins und schnell kannte man aneinander.  Zu übersehen waren wir beide ja auch allemal nicht. Es wurde natürlich immer nach Dir gefragt und wann es denn soweit sei, alle fieberten mit und wünschten uns nur das Beste. Die Bademeisterin die immer selbstbewusst ihre Runden lief und alles im Auge behielt, die fragte ich dann eines Tages einmal, ob sie denn auch bei einer Spontangeburt im Bad helfen könne. Diese Frage stammt übrigens von Deinem Papa! J An diesem Tag schwammen noch drei weitere Schwangere Muttis. Entsetzt schaute sie mich an und holte erstmals etwas empört Luft, „Nein, also das muss ich nicht auch noch können!“ Sie schaute noch einmal um sich und schoss nach „Sie frage sie eh, woran es lag, gab es einen großen Stromausfall?!“ Uih… uih… uih… ich machte mich dann auch nicht anmerkend das ich diese Aussage nicht gerade freundlich fand davon. 😉 Heute muss ich darüber schmunzeln sie verstand einfach den Witz nicht, bzw. der Beginn einer netten Unterhaltung.

Montag der 27.08.2018.

Am Abend löste sich etwas Cervix und ich hatte ein leichtes Gefühl im Unterleib, ähnlich wie Menstruations-Schmerzen. Leichte Wellen nahm ich auch wahr, aber noch nicht regelmäßig.  Hier wurde mir klar, jetzt geht es bald los. Etwas aufgeregt aber auch mit Vorfreude sagte ich zu Deinem PAPA, in den nächsten 24 h wird es dann losgehen.

Aber ganz so eilig hattest Du es dann ja doch nicht J

Dein vorausgesagter Geburtstermin war der 29.08.2018. Wobei man sich auf die Vorausgesagten Termine nie und nimmer verlassen kann. Hierüber wurde ich u. a. auch in meinem HB Kursus über anderes belehrt. Es hängt von so viel anderem ab. Auch z.B. bei großen Frauen gibt es eine Studie, dass die Kinder gerne 1 – 2 Wochen über dem Termin kommen.

Dienstag den 28.08.2018 hatte ich dann morgens nochmals einen Kontrolltermin bei meiner Gynäkologin. Das CTG zeigte leichte Wellen, Du zeigtest keine Auffälligkeiten und sonst war meine Ärztin mit uns beiden sehr zufrieden.

Ich Kontaktierte alle meine hilfsbereiten Mamis fürs Notbabysitting, die Kita und auch unser Hund musste auch wo geparkt werden. Aber für alles hatten wir zum Glück unsere Helfer!

Meine Gynäkologin sagte mir noch, dass die Nacht etwas unruhig werden könnte und prompt war es dann auch so. Ich schlief sehr unruhig und die Wellen waren auch immer wieder zu Besuch.

Mittwoch der 29.08.2018 alle halbe Stunde Wellen die am Mittag etwas ruhiger wurden.

Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag den 30.08.2018:

Bereits beim abliegen hatte ich alle halbe Stunde Wellen, die auf Mitternacht in immer kürzeren Abständen kamen. Kurz nach Mitternacht kontaktierte ich meine Doula Insa Schipper, da die Pausen zwischen den Wellen immer kürzer wurden. Alle 15 Minuten und auch länger anhaltende, es war nur noch im Vierfüssler im Bett am angenehmsten. Insa machte sich dann auch schon auf dem Weg zu uns. Für uns beide stand fest, so lange als möglich zuhause zu bleiben. Hab Papa schon mal Bescheid gesagt das die Insa gleich zu uns kommt und es dann demnächst wohl in die Klinik geht. Etwas verschlafen nahm er es auf und war glaube auch schon etwas aufgeregt, obwohl ich war es sicherlich auch etwas, aber die Anwesenheit von Insa hat mich ganz schnell wieder Späßchen machen lassen, wir standen in der Küche und haben Witze gemacht, Die Wellen waren ja schon fast wieder weg J.  Papa packte schon mal alle Taschen ins Auto. Ich kochte Insa einen Teller Pasta, damit sie auch für die anstehenden h gestärkt war. Wir hatten viel Spaß in der Küche.  Um ca. 02:00 h legten wir uns alle nochmals aufs Ohr, denn wenn wir jetzt in die Klinik gefahren wären, wäre es definitiv zu früh gewesen, womöglich hätte man uns wieder heimgeschickt.

Schlafen.. von schlafen kann man nicht sprechen. Ich hatte nun alle 10 dann alle 5 Minuten Wellen, die ich noch gut veratmen konnte, aber die gut zu spüren waren und es war ausschließlich nur noch im 4 – Füßler auszuhalten.

Ich schaute schon stets auf die Uhr und war Gott froh als es hell wurde, so gab es einen Grund aufzustehen um für alle Kaffee zu kochen.

Donnerstag, den 30.08.2018

So ließen wir es erstmals langsam anlaufen, jeder hat noch etwas gefrühstückt, Lars wurde von Papa in die Kita gebracht und dann fuhren wir in Richtung Filderklinik. Bei einem vorangegangen Gespräch, konnte ich bereits meine Wünsche für unsere Wunschgeburt dieser Klinik mitteilen, weitgehend wurde mir auch alles genehmigt. Da ich VBAC bin, wurde mir leider eine Wassergeburt ausgeschlagen. Baden ja, aber nicht im Wasser entbinden. Begründung war diese, falls es zu Komplikationen unter dem Geburtsverlauf gäbe, wäre es schwierig & gefährlich, mich aus dem Wasser zu bekommen. Mir wurde aber alles andere zugesagt, Baden, Pezziball, Nabelschnur ausbluten lassen, Bonding und das sie mir einfach Zeit & Ruhe geben möchten.

Um 09:30 h wurden wir dann in der FK aufgenommen.

Die Hebamme untersuchte u.a. meinen Muttermund der zu diesem Zeitpunkt bei 3 cm war. Wir durften die Taschen in einem Zimmer abstellen und hatten dann erstmals grünes Licht bis 13 h. Die Filderklinik hat umliegend einen schönen kleinen Park, Gartenanalage, angrenzend an Obstwiesen und Wald. Dort liefen wir dann erstmals eine schöne Runde an einem schönen angelegten Garten, mit Klangperlenspielen aus gelben Glasscheiben, einen Bachlauf und Teich mit Goldfischen, Schafe, bzw. Ziegen, Schafziegenheide da waren wir über die Herkunft nicht einig und alten Pinienbäume und Obstwiesen, auf diesen gerade die Apfelernte geerntet wurde. Der Sommer war dieses Jahr ja so lang und heiß, so dass die Obstbauern bereits im August vieles ernten konnten.

Insa machte noch ein paar ganz schöne Momentaufnahmen von Papa und Mama und ja Du im Bauch und wir hatten noch schöne Gespräche. Wir bekamen noch einen Apfel geschenkt aus frischer Ernte, denn ich auch sofort verspeiste bevor es dann auch schon zurück in die Klinik ging.

Dort angekommen, meldeten wir uns erst einmal zurück und wir baten darum, dass ich nun erstmals in die Wanne möchte was ich dann auch durfte. Da ich mich bereits während der SSW nur mit Lavendelduft auf diesen einen Moment eingestimmt habe, war klar dass ich auch mein Bad mit dem Zusatz Lavendel ausgesucht habe. Meine Duftlampe mit dem besagten Lavendelöl hatte ich selbstverständlich auch dabei, was wir dann auch anmachten.

Meine Doula organisierte für mich noch einen Pezziball und sorgte für Allerlei wie für gute Musik und Unterhaltung auch mit meinem Mann. Sowie für den Durst! J So konnte ich das Bad genießen, zwischendurch auch mal kurz eingeschlafen. Die Regenbogenentspannung habe ich hier auch angehört. Hier hat sich mein Körper das erste Mal eine Pause gegönnt um sich auf den anstehenden Geburtsverlauf vorzubereiten. Ab hier wurde es für mich allmählich schwierig, die Zeit abzuschätzen. Am Morgen sagte ich noch auf 16/17 h wird die Kleine da sein.  Aber ich lag ja auf ca. 16:30 h immer noch in der Wanne, allerdings wurden die Wellen länger und intensiver so dass ich selbst aus der Wanne raus wollte um meinen anderen anstehenden Bedürfnissen nachzukommen. Mein Körper hat genau all das gemacht, was er für notwendig und richtig hielt, besser hätte es nicht laufen können.

Dann bat meine Doula die Hebamme darum, mich doch in den Kreissaal zu lassen.  Dass es der Kreissaal für Notkaiserschnitt war, das sagte mir erst vor 2 Tagen meine Doula. Da ich ein Risikopatient war, mit vorangegangenem KS erst ca. 20 Monate her, wurde seitens der Klinik entsprechend vorgesorgt.

Ich weiß noch wie wir das Wannenzimmer geräumt haben und wie ich in diesen Kreissaal geführt wurde, aber ab hier ist mir alles nur noch wage in Erinnerung.

Ich weiß nur, als ich noch einmal auf die große Wanduhr im Kreissaal sah, musste es ca. 19:30 h gewesen sein?

Dann weiß ich auch nur noch, das mir eine Hebamme zur Seite stand, klar Papa der mich hielt und meine liebe Doula die stets zur Seite stand, mir zu trinken gab…

Geburtsphase

Ca. 19:30 h , Wellen kommen immer Kräftiger und anhaltender… höre aus naheliegenden Kreissälen zwei Gebärende Mamis laut tönen und dachte noch, Du wirst doch auch nicht, geübt habe ich es zumindest nicht einmal Papa meinte nur mal, dass ich das schon ganz gut könne 😉

Ja und dann hörte ich noch, dass ich doch im Höcker entbinden solle und dann war alles nur noch wie in einer Achterbahn. Es gab kein vor, zurück oder nach rechts oder links. Ich musste mich diesen Kräften der Natur, meinem ungeborenen Baby und meinen Körper hingeben. Die Wellen wurden nun auch immer kraftvoller, länger und eben in immer kürzeren Abständen. Dazwischen gab es aber auch Pausen. Ich weiß nur, wenn eine Welle kam dass ich keine andere Wahl mehr hatte, ich musste mittönen und wählte für mich das A. Dann wenn ich dachte, mehr geht, überkam mich erneut eine kraftvolle Welle und das tönen ging dann auch noch, obwohl ich der Meinung war es könnte hierfür keine Luft & Kraft bestehen. Ich kann mich auch erinnern dass ich mit großer Sicherheit 2 – 3 X aus dieser Nummer raus wollte, es liefen Tränen da ich nicht mehr Herr meines Ich war und ich mich etwas ausgeliefert fühlte.

Ich stand auch die meiste Zeit am Bett gelehnt und ich kann mich auch erinnern das mich des Öfteren die Kräfte verließen und ich kurz zusammenknickte, bzw. kurz einschlief.  Doch ich gab mich dem ganzen hin, tönte wann es mein Körper so wollte. Irgendwann hieß es dann. mein Muttermund wäre 10 cm auf. Die Hebamme war sehr einfühlsam, sie hat mich machen lassen, aber auch immer wieder leise auf die Atmung aufmerksam gemacht.

Nach einer kraftvollen und anhaltender Welle, hier habe ich auch schon freiwillig etwas mit gepresst, konnte ich auch schon den ersten Kontakt zu Dir herstellen. Konnte das erste Mal über Deinen Kopf streichen, Du hattest schon so viele Haare. Dann dauerte es auch nicht mehr lange, mit

1-2 oder doch 3 Wellen warst Du da, in der Kniehocke, gestützt durch Deinen Papa, vor mir die Hebamme die Dich auffing und die Dich mir aber sofort übergab. Welch ein Magischer Moment, endlich durfte ich Dich in meine Arme schließen. Etwas entkräftigt aber so überglücklich hatte ich Dich meine Kleine Emma endlich auf meiner Brust liegen. Wie beide waren trotz der Reise glockenwach und beäugelten uns aneinander. Und das war Liebe auf den 1. Blick, genauso wie bei Deinem Papa! J Du hattest fast keine Käseschmiere mehr auf Deiner Haut und etwas Blut auf Deinem Kopf. Das war und ist einer meiner glücklichsten Momente die ich jemals erfahren durfte und die ich nie und nimmer missen möchte.  Ich weiß nicht wo ich gerade in der 3. PHASE überall war, aber ich weiß das war eben ein Weg göttlicher Schöpfungsgabe, zwischen dem Hier und Jenseits. Meine Doula sagte hierüber doch in unserem letzten Telefonat, das ist der Weg einer Mama um die Seele ihres Babys abzuholen.

„Endlich warst Du bei uns!! Wir wollen Dich nicht mehr missen, Du kleines Wunder!!

Ab jetzt konnte ich mit Dir so viel schmusen, streicheln, liebkosen wie ich nur wollte. Konnte Dich von Anfang an vollstillen worauf ich sehr stolz war. Wie oft wurde mir in der Klinik gesagt, dass ich so tapfer sei.  Hatte keinerlei Rückbildungsschmerzen. Etwas langsam musste ich aber doch machen, da ich etwas Blutverlust hatte.
Nun sind wir zum zweiten Mal stolze Eltern, nun nach gelungener VBAC was uns noch stolzer macht!

Herzlichen Glückwunsch, ihr drei!!!

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