Hashimoto-Thyreoiditis (autoimmune Schilddrüsenentzündung) und Vitamin D

Ich beobachte zur Zeit, dass viele Mamas zu mir kommen, die mit Hashimoto Thyreoiditis diagnostiziert wurden.

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Anfangs kann es dabei zur Schilddrüsenüberfunktion kommen, aber auf Dauer führt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

Bei der anfänglichen Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann es zu folgenden Symptomen kommen: Gewichtsverlust, Nervosität, Zittern, Durchfall, Schwitzen und Herzklopfen. Nachdem es zur Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) gekommen ist, sind häufige Beschwerden Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und depressive Verstimmungen.

Ich möchte hier eine Idee in den Raum werfen. Hashimoto wird zu einer der beiden meistverbreitendsten Formen von autoimmunen thyroiden Erkrankungen (AITE) gezählt (Ma et al, 2015). Dieselbe Studie zeigte ebenfalls, dass bei Erkrankten ihr Vitamin D Spiegel (Serum 25(OH)D Werte) um ca. 4 ng/ml weiter unten lag, bei um die 13 ng/ml, als bei der Kontrollgruppe ohne Hashimoto (die hatten so ca 17 ng/ml) lag. Es gibt auch weitere Studien, deren Ergebnisse hindeuten, dass es einen Link gibt zwischen niedrigen 25(OH)D Werten und autoimmunen thyroiden Erkrankungen gibt, wie z.B. Wang et al, 2015.

Zu diesen Werten ist folgendes anzumerken. Sie sind sehr niedrig, von beiden, Hashimoto-Patienten und Kontrollgruppe – was wenig verwunderlich ist. Es ist bekannt, dass dier Vitamin D Spiegel in allen Einwohnern von Industrieländern unzureichend ist. Dr Raimund von Helden, der Autor von „Gesund in 7 Tagen„, erforscht seit 2005 den Vitamin-D-Mangel und ist der Entdecker und Erstbeschreiber des akuten Vitamin-D Mangel-Syndroms. In seinem Buch sagt er, dass es ungefährlich ist, unter 100 ng/ml zu sein, und dass ein Wert von 50 ng/ml angestrebt werden sollte, um nicht nur einen Schutz gegen Osteoporosis zu haben, sondern ebenfalls einen Schutz vor Krebs (wie hoch der optimale Wert ist, ist allerdings umstritten – normalerweise liegt sie allerdings bei mindestens 35 ng/ml).

Es ist ebenfalls bekannt, dass Vitamin D Mangel mit Autoimmunkrankheiten in Verbindung gebracht werden.

In Ma et al (2015) wurde gefunden, dass je 2 ng/ml (der angegebene Wert nach nmol/L zu ng/ml Konvertierung) Erhöhung des 25(OH)D Wertes eine 1.62-fache Verringerung des Risikos für Hashimoto Thyreoiditis entspricht – das ist ja schon ganz enorm! Und noch eine zusätzliche Spekulation: kann man Hashimoto durch Langzeit-Einführung von guten, und auf jeden Fall ungefährlichen Vitamin D Werten zumindest  aufhalten, ja vielleicht sogar lindern? Es gab bereits eine sehr kleine Studie zu dem Thema (Anaraki et al, 2017). Sie sind nicht den Richtlinien von R. von Helden (2015) gefolgt (Berichtigung des 25(OH)D Defizits durch eine (sehr) hohe Einmaldosis, danach Erhaltungsdosis). Stattdessen haben sie über 12 Wochen 50.000 IE pro Woche gegeben, welche zu einer stetigen Erhöhung des Serum 25(OH)D Wertes geführt hat, bis zu 45.53 ng/mL – also eine Erhöhung des 25(OH)D Wertes um 2,6 ng/ml pro Woche – also waren die Patienten, die Vitamin D erhalten haben, nach 6 Wochen immer noch unter 30 ng/ml.

Hier wurde das Experiment beendet, weil die Kontrollgruppe sehr niedrige Serum 25(OH)D Werte hatte (13.28 ng/ml), und es unethisch gewesen wäre, sie auf dem Plazebo zu halten. In ihrer Diskussion, ganz am Ende, bei Limitationen ihrer Studie, geben die Autoren an, dass, hätten sie länger Zeit gehabt, hätten sie Effekte des Vitamin D’s auf „outcome measures“ gefunden – kann man das nun so verstehen, dass sie aus welchen Gründen auch immer, positive Erkenntnisse nicht weiter benennen, sie aber nach Ende der 12 Wochen Periode gefunden haben?

Was unbeantwortet bleibt ist sind zwei Fragen: 1) ob durch die Gabe des Vitamin D’s eine weitere Verschlechterung des Zustands der Schilddrüse vermieden wird? und 2) ob der Körper einfach länger gute Werte von Vitamin D benötigt, um sich zu erholen, und messbare Verbesserungen zu zeigen? Zu 1) sollte man erklärend folgendes wissen. Normalerweise werden Schilddrüsen-Probleme erst nach durchschnittlich 10 Jahren diagnostiziert (Wentz, 2017), und der normale Test, der dazu benutzt wird, der TSH (thyroid stimulating hormone) Test scheint erst dann anzuschlagen, wenn schon ein Großteil der Schilddrüse bereits zerstört ist – Wentz sagt, dass da häufig bereits 90% der Schilddrüse zerstört sind (Wentz, 2017). Das bedeutet also, dass man eigentlich hätte messen müssen, ob in der Vitamin D Gruppe über einen langen Zeitraum ein weiteres Verschlechtern der Situation hat aufgefangen werden können, verglichen mit der Plazebogruppe – ein Wiederherstellen der Schilddrüse, nachdem sie bereits größtenteils zerstört ist, ist eventuell etwas komplexer als ein 3-Monate Job, und nur für Vitamin D als aktiver Bestandteil. Ich hoffe, dass noch eine Folgestudie erscheint.

Auf jeden Fall ist Vitamin D wichtig in der Schwangerschaft und danach. Es reduziert zum Beispiel die Gefahr von Diabetes (von Helden 2015) – lest euch dazu außerdem durch:

http://blog.stuttgart-hypnobirthing.de/zaehne-und-molar-incisor-hypomineralisation/  und
http://blog.stuttgart-hypnobirthing.de/vitamin-d-mangel-erhoeht-die-gefahr-von-autismus/

und senkt ansonsten drastisch die Gefahr von Diabetes Typ 1, und konnte sie manchmal sogar im Anfangsstadium in Remission gehen lassen (von Helden 2015).

Im Übrigen sagt Wentz, dass für eine Verbesserung der Schilddrüse-Funktion wichtig ist, alle Nährstoffe im Körper auszubalanzieren, und der Blutzucker ausgeglichen werden sollte. Sie sagt ebenfalls dass in 88% ihrer Klienten eine deutliche Verbesserung eintritt, wenn man Gluten aus der normalen Diät streicht, (80% durch das Weglassen von Milchprodukten, und 76% durch das Weglassen von Soya).

Desweiteren finde ich eine Idee interessant, der ich begegnet bin: es ist wie gesagt bekannt, dass wir Magnesium benötigen, um Vitamin D aufzunehmen. Es ist ebenfalls bekannt, dass Magnesium-Mangel ebenfalls ein Volksleiden ist. Die Idee ist die, dass unserem Vitamin D Mangel unser Magnesium-Mangel zugrunde liegt – und wenn wir den korrigieren, würde auch unser Vitamin D Mangel ausgeglichen. Dazu gibt es eine Studie  (Rude, et al, 1985). Sie besagt, dass es in der Tat nur durch Magnesium-Gabe zu einem nicht signifikantem Anstieg des Vitamin D (1,25-(OH)2D) Spiegels kam, nach 5-13 Tagen Magnesium-Gabe. Das Zusammenspiel zwischen Vitamin D und Magnesium ist auch durch andere Studien belegt worden, deshalb sollte man immer darauf achten, dass man genügend Magnesium zur Verfügung hat, wenn man gerne Vitamin D aufnehmen möchte.

Letzte Aktualisierung: 31.7.2017

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Quellen:

RUDE, ROBERT K., et al. „Low serum concentrations of 1, 25-dihydroxyvitamin D in human magnesium deficiency.“ The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 61.5 (1985): 933-940. 

Ma, Jie, et al. „Lower serum 25-hydroxyvitamin D level is associated with 3 types of autoimmune thyroid diseases.“ Medicine 94.39 (2015).

Anaraki, Parichehr Vahabi, et al. „Effects of Vitamin D deficiency treatment on metabolic markers in Hashimoto thyroiditis patients.“ Journal of Research in Medical Sciences: The Official Journal of Isfahan University of Medical Sciences 22 (2017).

Dr Raimund von Helden, „Gesund in 7 Tagen„, 2015.

Wang, Jiying, et al. „Meta-analysis of the association between vitamin D and autoimmune thyroid disease.“ Nutrients 7.4 (2015): 2485-2498.

Izabella Wentz. „Thyroid Disorders and Immune Health“. Immune Defense Summit (2017).

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