„Fast“ eine Traumgeburt – und das tolle Erlebnis, wenn alle am selben Strang ziehen

Die Worte oben, „fast eine Traumgeburt“ – die sind sinngemäß von der erstgebärenden Mutter selber (ich hoffe Du stimmst mir zu??? ;-)). Ich finde, es war eine Traumgeburt. Der Titel „Traumgeburt“ steht nämlich nicht nur jenen zu, die eine leichte Geburt ohne Schluckauf hatten, sondern auch, wenn es mal zu Schluckauf kommt, wenn man immer selbstbestimmt den besten Kurs durch die Situation findet, und damit nahe am seinen Wünschen bleibt, finde ich. Und diese Geburt ist toll, denn dieses Paar hat sehr konstruktiv mit ihrem gewählten Geburtsteam gearbeitet, und somit weitere ungewollte Interventionen auf natürliche Weise vermieden! Ich bin super stolz, einen Teil zu dieser Geburt beigetragen zu haben :-). Und hier ist nun der Geburtsbericht – zur Geburt in der Filderklinik 🙂

„Wir hatten eine sehr schöne Geburt und dafür möchten wir in erster Linie dir danken!! Der Kurs und alle Informationen waren super hilfreich. Wir waren alle drei sehr entspannt und nie aufgeregt. Und Ben hat sogar im Endspurt noch PARVIN (Anmerkung Geburtswege: eine Technik die einem hilft, proaktiv und konstruktiv mit seinem Geburtsteam zu arbeiten, und damit gut informiert seine eigenen Entscheidungen in möglichen Interventions-Situationen fällen zu können) angewendet. Er war ein ganz toller Geburtsbegleiter und ich konnte total in meiner Blase bleiben. Die Geburt war für uns als Paar ein super Erlebnis.

 

Freitag Mittag (17.08) war ich duschen und wollte eigentlich zu einer Grillparty. Dazu ist es dann aber nicht mehr gekommen. Ich bekam Bauchschmerzen, periodenartige Krämpfe und mein Geburtssiegel ging ab. Ich dachte dann so…. „Hmm geht vielleicht los, wahrscheinlich aber nur falscher Alarm“. Ich habe dann in der Badewanne getestet ob es schlimmer oder besser wird, die Empfindungen blieben aber unverändert. Ich habe mich dann hingelegt mit der Wärmeflasche und gewartet bis Ben zuhause ist. Der meinte dann auch ich soll mich einfach weiter ausruhen und wir warten mal ab. Ich habe dann Regenbogenentspannung gehört, war auf dem Ball, hab gelesen und zwischendurch haben wir gekuschelt und immer wieder geschlafen. Das war sehr entspannt und wir konnten uns in aller Ruhe darauf einlassen, dass Sie sich vielleicht wirklich langsam auf den Weg zu uns macht.

Wir waren die Nacht dann noch komplett zuhause und am nächsten Morgen habe ich mich fit genug gefühlt für einen Spaziergang. Ich wollte noch mal allein sein und an die frische Luft. Und das war total schön. Alles war noch ruhig und ich konnte so für mich sein. Während dem Spaziergang hatte ich schon wellen die ich nicht mehr ignorieren konnte, die habe ich dann nach vorne an Hauswände gelehnt veratmet. Als ich zurückkam hat Ben gefragt wie es mir geht und ich meinte so „ja, ich habe schon Wellen, aber noch nicht stark genug, immer nur ein paar Sekunden.“ Das war meine Empfindung. Ben hat dann mal gestoppt und ich hatte so alle 10 Minuten Wellen für so 40 Sekunden (also ganz nach Lehrbuch ;-)). Wir blieben dann entspannt und ich habe nochmal Müsli gegessen und Ben hat die letzten Sachen zusammengepackt und um 11.30 Uhr mittags sind wir dann los zur Filderklinik. Wellen im Auto waren ok, ich war einfach auf der Rückbank nicht angeschnallt und bin dann immer in den 4-Füßler stand.

 

Als wir in der Filderklinik ankamen hatten wir Glück und waren die Einzigen. Das war echt toll. Wir sind dann ins Vorbereitungszimmer, CTG halbe Stunde, mein Bauch wurde vermessen und ein Arzt hat abgetastet. (Muttermund war 3cm offen). Der hat mich dann gelobt („Sie haben schon toll vorgearbeitet“) und ab dann hatten wir wieder unsere Ruhe. Ich hatte einen Ball und eine Matte und das hat prima funktioniert. Ich wollte gar nicht hören oder streicheln, ich wollte nur meine Ruhe. Ben saß auf dem Stuhl, ich lag im Bett und wenn die Welle kam bin ich schnell in den Vierfüßler und Hände/Kopf auf den Ball gelegt. Ben musste sich hinter mich stellen und immer sagen „mein Atem füllt einen wunderbaren Ballon“. Bis es vorbei war. So kamen wir gut voran.

 

Um 17 Uhr kam nochmal die Hebamme und hat gefragt ob sie was Gutes für uns tun kann und dann Wasser vorgeschlagen. Wir sind dann in ein Badezimmer…und diese Zeit habe ich als schmerzhaft/anstrengend in Erinnerung. Sie ließ uns Wasser ein und dann waren wir wieder allein. (Im Nachhinein haben wir mitbekommen, dass sie dann bei einer anderen Geburt war). Und ich wollte ins Wasser und als die Welle kam wollte ich wieder raus. Ich wollte nur meinen Bauch raus aus dem Wasser haben und bin dann zur Toilette. Wir haben ab da dann die Regenbogen-CD in Dauerschleife gehört, im Hintergrund war das echt gut und blieb auch an bis zur Geburt. 🙂

Ich saß auf der Toilette und immer in der Welle wieder Vierfüßler auf den Boden und hatte so Gedanken wie „oh man, ich will nicht mehr“, und „ich brauche eine Pause“ und „ich muss soooo dringend zur Toilette“. Wir wissen ja, dass das alles Zeichen sind, dass nun der Endspurt kommt. Ben sagte auch sowas, aber ich konnte dieses Wissen da nicht mehr abrufen, ich dachte nur ich steck da jetzt drin und das für immer. Blöd war auch, dass im Bad eine Uhr hing. Es ist wirklich wie du gesagt hast, ohne Uhr (im Kreisssaal und Vorbereitungsssaal war keine) ist alles entspannter. Dann ging Fruchtwasser ab und Ben meinte, er holt jetzt mal die Hebamme. Ich sagte so, ja meinst du wirklich, ich glaube es ist noch nicht soweit…als die Hebamme dann kam (eine andere) war die super nett und sagte dann „Ihr Kind kommt gleich“ und ich sagte nur „meinen sie wirklich?!?“ so richtig glauben wollte ich ihr nicht.

 

Wir sind dann in den Kreisssaal umgezogen und ab da war es wieder super (das war gegen 19 Uhr). Ich habe mich vorneübergebeugt ins Tuch gehangen konnte mich da gut festhalten und breitbeinig stehen. Die Hebamme hat vor mir gekniet, Ben hat von hinten meinen Bauch gehalten und musste mir immer sagen „Ich bin soooo weit“ und „Die Dehnung ist mein Freund“. und diese letzte Phase empfand ich als echt gut. Ich wurde lauter während der Welle, aber ich konnte sie so richtig gut nach unten atmen. Und die Empfindung war nicht schmerzhaft, sondern eher voll. So als ob ich einfach das Kind in mir tiefer rutschen spüre. Und in der Position habe ich mich einfach super wohl gefühlt. Ja…und bis dahin hätten wir gesagt, Traumgeburt lief alles nach Bilderbuch. Die Hebamme hat auch schon Dammschutz vorbereitet, ich dürfte auch selbst fühlen wo die Kleine ist und da war sie 2 cm vor Ausgang. Und an den letzten 2 cm haben wir dann noch 2 Stunden gearbeitet. Sie kam immer vor und zurück und ist einfach nicht raus. Ich war ganz weit (Damm-Massage sei Dank) und die Hebamme hat auch meinen Beckenboden gelobt aber es ging einfach nicht mehr voran. Die Wellen wurden dann auch schwächer, und trotz Positionswechsel (auf den Gebärschemel in der Hocke) kam sie nicht. In der Zeit war ich am CTG und die Herztöne der Kleinen haben es noch gut mitgemacht. Die Hebamme hat es so super gemacht, sie blieb ruhig und meinte aber wenn sie nicht bald kommt müssen wir was tun (ich habe davon sehr wenig mitbekommen, Ben war der der da viel aushalten/entscheiden musste). Sie sagte auch, dass dann Wehentropf das nächste Mittel ist, und das will sie gern sich und uns ersparen.

 

Um 21 Uhr hat sie dann die Ärztin dazu gerufen, da war die kleine 2 Stunden im Geburtskanal und sie sagte, dass sie die Verantwortung nicht mehr allein tragen kann. Dann kam Ärztin und Assistenzärztin hinzu und die Hebamme war immer noch die Leitung. Die Ärzte warten total im Hintergrund. Ich sollte dann nochmal Position wechseln und lag dann in Halbrückenlage, beide Beine in den Hüften von Hebamme und Ärztin, die andere Ärztin hat meine Hände gehalten und so wurde sie dann mit 2 Wellen geboren. Sie kam direkt raus in einem stück (nicht zuerst Kopf und dann Körper) und lag dann auf dem Rücken zwischen meinen Beinen und hat direkt ganz angestrengt geatmet und nicht geschrien. Sie wurde dann kurz angeschaut ob alles gut ist und abgetupft und dann kam sie direkt auf meinen Bauch. Und Sie hatte riesige Augen und braune Haare und das war einfach nur der Wahnsinn.

Wir waren dann noch 3 Stunden im Kreißsaal, das war super schön. Sie durfte erst an die Brust und danach wurde die U1 gemacht. Alles ganz in Ruhe und wir waren total für uns. Das war mega schön und so wie wir uns das vorgestellt haben.

 

Wir konnten dann erstmal nicht in ein Familienzimmer (wir wurden von 4 Geburten überholt!) aber am Sonntag bis Dienstag war dann ein Zimmer frei. So waren wir nur eine Nacht getrennt, das war dann gar nicht schlimm und Ben konnte sich ausruhen. Ein schönes Zitat von ihm („also alle Männer die sagen, bei der Geburt kann man nur daneben stehen und nichts tun…also ich weiß ja nicht was die für Geburten hatten?!?!).

 

DANKE, dass du uns das so ermöglicht hast. Die Filderklinik war ein super Geburtsort und auch auf Station war das Prima. Wir waren alle drei eigentlich immer nackt und die Kleine die ganze Zeit auf unserm Körper. und das war perfekt. Charlotte ist ein wundervolles ganz entspanntes Kind. Wir sind sehr, sehr glücklich als kleine Familie.

 

Ich war auch nach Geburt sofort wieder körperlich fit, ich denke das viele Tanzen und Turnen hat auch dabei geholfen ;)“

Ich freue mich so für euch, und wünsche euch alles Beste für die Zukunft als kleine Familie – und darauf, dass Du bald mal in den Geburtstanz vorbei kommst mit Charlotte 🙂

 

 

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