Wieso Plastik, auch in Konserven, schlecht für die Gesundheit ist

Ihr seid schwanger oder kocht auch für Kinder? Spätestens jetzt solltet ihr darauf achten, gute Essgewohnheiten aufzubauen. Das ist nicht immer einfach, man weiß häufig nicht, was eigentlich „gesund essen“ bedeutet.

Generell sollte man natürlich darauf achten, dass das Essen so nährstoffreich wie möglich ist. Das ist durchaus ein sehr großes Thema an sich, mit dem viele Autoren und gar ganze Berufstände ihr Geld verdienen – und nicht in diesem Artikel behandelt wird, wegen genau dieser Komplexität.

Eine etwas einfacherer Regel kann man durchaus so zusammenfassen: Weg von Kunststoff! Nicht nur, weil damit ja auch viel Müll vermieden wird, der sich sehr schlecht und langsam zersetzt, sondern auch, weil Kunststoff auf die menschlichen Hormone/Körper sehr ungünstig bzw schlicht schädlich wirkt. Ein mittlerweile recht gut erforschter Stoff in Plastik, der gesundheitsschädlich ist, ist Bisphenol A.

„Bisphenol A (BPA) dient vor allem als Ausgangsstoff zur Synthese polymerer Kunststoffe auf der Basis von Polyestern, Polysulfonen, Polyetherketonen, Polycarbonaten und Epoxidharzen. BPA hat daher eine sehr große wirtschaftliche und technische Bedeutung. Ferner wird BPA als Antioxidant in Weichmachern und zum Verhindern der Polymerisation in Polyvinylchlorid (PVC) verwendet“ (wikipedia) – und somit ist er dann eben vermehrt in weichem Plastik enthalten als in hartem, und auch in Lacken.

Bisphenol A wird von BUND als Hormontoxin betitelt, und Dr. Axe sagt dass die Wissenschaft zeigt, dass diese Hormon-störende Chemikalie weit verbreitete Schäden in unserem Körper verursacht, und uns für Generationen beeinflusst (Boudalia et al, 2014).

Diese Schäden sind unter anderen:

  • Unfruchtbarkeit bei Männern (Manfo et al, 2014), aber auch bei Frauen (Yan et al, 2013, und auch hier)
  • negative Auswirkungen auf die Prostata in Föten (Manfo et al, 2014)
  • negative Auswirkungen auf das Schwangerschaftsergebnis, wie Geburtsgewicht, Frühgeburtsraten, Entwicklungsdefekte und wiederholte Fehlgeburten (Pergialiotis et al, 2017)
  • negative Auswirkungen auf Säuglinge und Kinder, zusammen mit Gehirn und Verhaltensstörungen (Shelby, M. D. , 2008)
  • Es entzieht dem Körper Vitamin D (Johns et al, 2016), wahrscheinlich durch Hormondisruptoren die dafür sorgen, dass es weniger der aktiven Form von Vitamin D im Körper gibt. Dadurch fördert BPA Krankheiten wie Gewichtszunahme, Krebs, Schlaflosigkeit, Arthritis, Herzerkrankungen, MS und anderen Krankheiten
  • Übergewicht in Mädchen (doppelt so viele waren über 90-Percentile, Li et al, 2013)
  • Erratisches Herz durch Veränderungen im Kalzium-Handling (Yan et al, 2011)
  • erhöht Risikofaktoren von Diabetes. Eine Studiebesagt eindeutig, dass, BPA, unabhängig von Ernährung und Fitness, Glukosestoffwechsel durch Insulinresistenz, Pankreas β-Zell-Dysfunktion, Adipogenese, Entzündungen und oxidativen Stress beeinflusst (Sabanayagam, et al, 2013)
  • Molar-Incisor-Hypomineralization (siehe extra Blog)
  • erhöhtes Risiko von Prostata-Krebs (Prins et al, 2017)
  • erhöhtes Risiko von Brustkrebs (diese Studie bescheinigt das auch BPS und BPF, Kim et al, 2017; Gray et al, 2017)

Bisphenol A findet sich in sehr vielem Plastik-Zeug, im Übrigen aber auch in CDs und in Dental-Versiegelungen und Verbundwerkstoffe, aber auch Lacken. Man nimmt an, dass das meiste BPA durch das Essen aufgenommen wird.

Somit kommt jedes im Geschäft mit Plastik abgepackte Essen potentiell in Berührung mit Bisphenol A oder anderer Schadstoffe im Plastik – und somit auch in unsere Körper.

Auch im Essen, das in Konserven abgepackt ist, hat man Bisphenol A nachgewiesen, auch noch so viele Jahre nach den ganzen Forschungsergebnissen zur Schädlichkeit von BPA (BUND, August 2017). BPA findet man aber auch in den Deckeln von Glasflaschen – und eben auch in den ganzen Plastik-Wasserflaschen, die heutzutage leider die Glasflaschen fast schon vom Markt verdrängt haben (durchaus gerade wegen der 25 Cent „Steuer“, die auf die Flaschen erhoben werden (da nicht weniger der Flaschen ihren Weg nicht zurück in die Geschäfte finden, und damit eine zusätzliche Einnahmequelle für die Geschäfte sind)).

Leider ist ein „BPA-Frei“, das auf möglichen Verbrauchs-Gegenständen wie Baby-Flaschen zu finden ist, noch lange keine Bescheinigung von Unbedenklichkeit.

Dazu gehören auch Bisphenol A – freie Babyflaschen. In ihnen steckt häufig Bisphenol S, oder ein ähnlicher Stoff, der benutzt wird, aber, wie im Falle von Bisphenol S, u.U. sogar noch schlechter sein kann als der Stoff, den er ersetzt. Deborah Kurrasch von der Universität Calgary hat in einer Studie gezeigt, dass genau dieses BPS mindestens genauso bedenklich ist, wie BPA. In einem Artikel des Scientific American bringt sie  das Problem sehr schön auf den Punkt.

Sie sagt, dass das Problem in der mangelnden Regulierung der Industrie liegt. Die Toxizität neuer Materialien werden nicht ausgiebig getestet, bevor sie auf dem Markt zugelassen sind. „Wir zahlen eine Prämie für ein „sichereres“ Produkt, das gar nicht sicherer ist“, sagt Kurrasch dort.

Auch BUND schliesst sich in einer ähnlichen Nachricht an:  „Neben Bisphenol A gibt es auch viele weitere hormonschädliche Chemikalien (Endokrine Disruptoren, ED) in vielen alltäglichen Gebrauchsgegenständen. Dazu gehören beispielsweise Weichmacher (Phthalate) in PVC-Produkten wie Bodenbelägen, Tapeten oder Spielzeug, ebenso wie Parabene in Kosmetikprodukten und viele Pestizide. Während des Gebrauchs können sie sich herauslösen und dann in die Umwelt und den menschlichen Körper gelangen“. Dies geht über den Rahmen dieses Blog-Eitrages heraus, ich wollte es, der Gründlichkeit her, aber erwähnt haben.

Was bleibt da noch übrig, was können wir da tun um uns und unsere Kinder zu schützen?

Nach Möglichkeit alles Plastik in eurer Küche durch Glas oder Edelmetall (18/10) ersetzen, denn diese beiden Materialien reagieren nicht mit eurem Essen. Auch, wenn ihr denn Fertiggerichte kauft, diese niemals in den Plastikcontainern, in denen sie kommen, aufwärmen. Benutzt auch keine Plastikflaschen – egal ob BPA-freie Baby-Flaschen, oder Mineralwasserflaschen aus Plastik!

Außerdem so viel wie möglich auf dem lokalen Markt beim lokalem BIO-Bauern kaufen, und sich Lebensmittel statt in Plastiktüten in Papiertüten packen lassen, oder eben Stofftaschen mitbringen. Nur durch einen kurzen (direkten) Weg zu uns und unsere Küchen können wir (am ehesten) ausschließen, dass die Lebensmittel von „schlechten Einflüssen“ und schädlichen Stoffen weitestgehend unberührt blieben (wie in Konserven und in Plastik enthalten).

Und frische, lokale Angebote haben den enormen Vorteil, dass sie meist länger reifen durften, und auch durch ihre Frische den größten Vitamin- und Mineralstoffgehalt haben – welcher generell nach dem Ernten immer weniger werden (hier sind wir dann sogar wieder bei der oben erwähnten wichtigsten Regel des „so nährstoffreich wie möglich essen“ angekommen 😉 – und ganz nebenher ist auch der kurze Weg zum Verbraucher ein erheblicher Beitrag für den Umweltschutz).

Wenn das Baby noch kein „normales“ Essen isst, gilt: „breast is best“ (also Brust ist am Besten), denn nur dadurch bleibt dem Baby garantiert das ganze Plastik-Zeug mit seinen möglichen (Hormon-) Giften erspart. Wenn es denn wirklich Plastik sein muss, dann darauf achten, dass der Inhalt bzw. Flasche nicht erwärmt wird (und eher starre Flaschen bevorzugen).

Wenn euer Kind bereits am Tisch mit isst, vermeidet Plastik-Besteck und Geschirr für normales (billiges) oder Glas. Oder eine unlackierte Holzvariante? Auch später im Kindergarten, schaut welche Möglichkeiten ihr habt, Kontakt mit Plastik zu vermeiden – zum Beispiel durch Benutzung von Papier (z.B. als innere Auskleidung der Plastik-Box)!

Wenn ihr euch dafür interessiert, wie Bisphenol A (und somit Plastik, da man auch andere Bishpenol A Ersatzprodukte nicht generell freisprechen kann, ohne sie getestet zu haben) auch mit Molar Incisor Hypomineralization, ein Syndrom, wo die permanenten Kinderzähne bereits sehr „schwach“, sogar „bröckelig“ hereinwachsen, mit Bisphenol A in Verbindung gebracht werden, lest diesen Blogeintrag zu diesem Thema:

Zähne und Molar Incisor Hypomineralisation

Viel Erfolg!

Quellen:

https://www.bund.net/chemie/hormonelle-schadstoffe/bisphenol-a/lebensmittelkonserven/

https://www.scientificamerican.com/article/bpa-free-plastic-containers-may-be-just-as-hazardous/

https://ehp.niehs.nih.gov/pdf-files/2013/Jan/ehp.1205826.pdf

Yang, Chun Z., et al. „Most plastic products release estrogenic chemicals: a potential health problem that can be solved.“ Environmental Health Perspectives119.7 (2011): 989.

Kinch, Cassandra D., et al. „Low-dose exposure to bisphenol A and replacement bisphenol S induces precocious hypothalamic neurogenesis in embryonic zebrafish.“ Proceedings of the National Academy of Sciences 112.5 (2015): 1475-1480.

BPA Toxic Effects & Symptoms: How BPA Destroys Your Body. Dr Axe, 2017

Boudalia, Sofiane, et al. „A multi-generational study on low-dose BPA exposure in Wistar rats: effects on maternal behavior, flavor intake and development.“ Neurotoxicology and teratology 41 (2014): 16-26.

Manfo, Faustin Pascal Tsagué, et al. „Adverse effects of bisphenol A on male reproductive function.“ Reviews of Environmental Contamination and Toxicology Volume 228. Springer International Publishing, 2014. 57-82. 

Yan, P. P., et al. „Effects of bisphenol A on the female reproductive organs and their mechanisms.“ Zhongguo yi xue ke xue yuan xue bao. Acta Academiae Medicinae Sinicae 35.6 (2013): 683-688.

Shelby, M. D. „NTP-CERHR monograph on the potential human reproductive and developmental effects of bisphenol A.“ Ntp cerhr mon 22 (2008): v-vii.

Johns, Lauren E., Kelly K. Ferguson, and John D. Meeker. „Relationships between urinary phthalate metabolite and bisphenol A concentrations and vitamin D levels in US adults: National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES), 2005–2010.“ The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 101.11 (2016): 4062-4069.

Li, De-Kun, et al. „Urine bisphenol-A level in relation to obesity and overweight in school-age children.“ PloS one 8.6 (2013): e65399.

Yan, Sujuan, et al. „Bisphenol A and 17β-estradiol promote arrhythmia in the female heart via alteration of calcium handling.“ PloS one 6.9 (2011): e25455.

Sabanayagam, Charumathi, Srinivas Teppala, and Anoop Shankar. „Relationship between urinary bisphenol A levels and prediabetes among subjects free of diabetes.“ Acta diabetologica 50.4 (2013): 625-631.

Prins, Gail S., et al. „Prostate Cancer Risk and DNA Methylation Signatures in Aging Rats following Developmental BPA Exposure: A Dose–Response Analysis.“ Environmental Health Perspectives 77007 (2017): 1.

Kim, J. Y., et al. „Effects of bisphenol compounds on the growth and epithelial mesenchymal transition of MCF-7 CV human breast cancer cells.“ Journal of biomedical research 31.4 (2017): 358.

Gray, Janet M., et al. „State of the evidence 2017: an update on the connection between breast cancer and the environment.“ Environmental Health 16.1 (2017): 94.

Pergialiotis, Vasilios, et al. „Bisphenol A and adverse pregnancy outcomes: a systematic review of the literature.“ The Journal of Maternal-Fetal & Neonatal Medicine just-accepted (2017): 1-15.

Meine 11 Top Tipps wie Du Deine schöne physiologische Geburt erreichst

Eine Geburt kann was wunderschönes sein. Ein Erlebnis, dass Dich bestätigt, und Dich durch das Geburtserlebnis als Frau und Mutter wachsen lässt. Das kann bestimmt bei allen Geburten der Fall sein, ob nun „natürlich“ oder nicht. Nur ist es bei natürlichen Geburten – unter den richtigen Voraussetzungen (und damit verstehe ich, wenn der Körper so funktionieren darf, wie es von der Natur her vorgesehen ist), bestimmt leichter, dieses so zu empfinden – vor allem die Geburt als Beweis und Bestätigung seiner Kraft und seiner Möglichkeiten zu empfinden.

Leider wird es den Müttern nicht immer leicht gemacht. Solche Geburtshelfer, die sich auf die physiologische (also natürliche) Geburt spezialisiert haben, fassen das in der Regel so zusammen. Ein normaler Geburtsbegleiter, der nur im Krankenhaus Geburten miterlebt, hat häufig kaum noch die Möglichkeit eine physiologische Geburt mitzuerleben (Reed, 2017). Diese Geburtshelfer unterscheiden dabei zwischen „normalen“ Geburten und physiologischen Geburten. Normale Geburten sind in der Regel vaginale Geburten, können aber auch Geburten durch Kaiserschnitte sein, wenn das in dem Gebiet eben das ist, was normalerweise stattfindet. Physiologische Geburten hingegen sind die, wo in der Tat die Frau nicht nur vaginal gebiert, sondern dabei von ihren Geburtshormonen in der Weise unterstützt wird, wie es von der Natur vorgesehen bzw. möglich ist.

Dies mag auch einer der Gründe sein, weshalb die Kaiserschnittrate weltweit jährlich zunimmt. Aktuelle Statistiken aus 150 Ländern zeigen eine globale Kaiserschnittrate von 18,6% aller Geburten – fast 1 von 5 Frauen auf der ganzen Welt gebärt per Kaiserschnitt. Daten aus 121 Ländern zeigen zusätzlich, dass zwischen 1990 und 2014, die globale Kaiserschnittsrate um 12,4% anstieg. In manchen Ländern liegt dabei die Kaiserschnittrate bei über 50% – in Deutschland sind wir dabei „nur“ bei 30,9 % aller Geburten – was in Europa eher ein Schlusslicht ist (siehe Graphik, OECD Daten).

Der Anteil der Risikoschwangerschaften hat in Deutschland auch beträchtlich zugenommen. Im Jahr 1999 wurden bereits bei 74% aller schwangeren Frauen Schwangerschaftsrisiken nach Kriterien der Mutterschaftsrichtlinien angegeben (Schücking, et al, 2004). Dabei sollte beachtet werden, dass Länder wie Schweden, die mit ungefähr 15% Kaiserschnittrate dabei sind, dieselben „Probleme“ haben wie wir – namentlich das spätere Kinderkriegen und Übergewicht, etc (mehr Informationen dazu findet ihr auch in diesem Beitrag). Dennoch benötigen die Schweden „nur“ halb so häufig einen Kaiserschnitt wie wir.

WHO sagte dazu: „Wie bei jeder Operation sind Kaiserschnitte mit kurz- und langfristigem Risiko verbunden, die sich jahrelang über die aktuelle Geburt hinaus erstrecken und die Gesundheit der Frau, ihres Kindes und zukünftiger Schwangerschaften beeinträchtigen können.“ (Bertran et al, 2016). „Wenn medizinisch gerechtfertigt, kann ein Kaiserschnitt die mütterliche und perinatale Mortalität und Morbidität verhindern. Es gibt jedoch keine Beweise dafür, dass der Kaiserschnitt positiv ist für Frauen oder Kleinkinder, in denen es nicht erforderlich ist. Der Kaiserschnitt ist mit einem Kurz- und Langzeitrisiko verbunden, das über die laufende Geburt hinausgeht und zukünftige Schwangerschaften beeinträchtigen kann. Darüber hinaus scheint die Zunahme der Kaiserschnitt-Raten unkontrollierbar, ohne dass die Zunahme sich verlangsamt. Die Situation verschärft sich durch die Tatsache, dass die Ursachen des Aufstiegs nicht vollständig verstanden werden, als ein komplexes multifaktorielles Labyrinth mit Heilsystemen, Gesundheit-Dienstleistern, Frauen, Gesellschaften und sogar Mode und Medien“. Die WHO sagt übrigens, dass eine optimale Kaiserschnittrate bei 10% liegt (WHO Statement, 2015). Darüber und darunter sind Frauen und ihre Babys nicht optimal versorgt (das heisst, dass es zu weniger guten Ergebnissen kommt, statistisch (also quasi flächendeckend) gesehen).

Wie bereits anderswo im meinem Blog erwähnt, können Langzeitfolgen eines Kaiserschnittes mitunter sein: Für Baby Allergien – je nach Studie 500 % – 37 % erhöhte Wahrscheinlichkeit (Henry Ford Health System, 2013; Renz‐Polster et al, 2005); Obesität (13 % erhöhte Wahrscheinlichkeit, Li et al, 2013); Asthma (zwischen 20% und bis zu 20 Mal so wahrscheinlich, Sevelsted et al, 2015 bzw. Arrieta et al, 2015 (extrapoliert durch kausale Linkung, die höchstwahrscheinlich nicht voll übertragbar ist); Diabetes Typ 1 (20 % erhöhte Wahrscheinlichkeit, Cardwell et al, 2008), und neurologische Entwicklungsstörungen (20% erhöhte Wahrscheinlichkeit, Chen et al, 2017). Für Mama kurzfristige Probleme (wie es halt zu erwarten ist, wenn einem der Bauch aufgeschnitten wird), aber auch u.U. langfristige Probleme bei der Narbenverheilung, und Folgeprobleme und Gefahren wegen Narbe bei weiteren Geburten, die durchaus wichtig sein können, und Probleme die Mutter-Kind Bindung aufzubauen.

Also was können wir, die Mamas, tun, um einen ungewollten und ungebrauchten Kaiserschnitt zu vermeiden? Wie kann man die Chancen erhöhen, eine natürliche, physiologische Geburt zu haben?

  1. Lade medizinisches Personal zu Deiner Geburt ein, die ihre Kompetenz, Dich in Deinem Geburtswunsch zu unterstützen, mit Zahlen belegen können. Es kommt nicht nur aufs Herz an, sondern auch auf das Wissen, eine Frau in ihrem Wunsch praktisch unterstützen zu können. Nur Zahlen können diese Kompetenz klar belegen.
  2. Am Besten ist eine 1:1 Unterstützung Deiner gewählten geburtstechnisch kompetenten Begleitperson. Personalmangel steht als einer der vermuteten Gründe des Zunehmen der Kaiserschnittrate im Raum.
  3. Bereite Dich auch gut mental auf Deine Geburt vor – Angst vor der Geburt steht einer physiologischen Geburt nur im Wege. Ein guter Geburtsvorbereitungskurs kann hier erheblich weiterhelfen. Vorsicht bei den normalen Geburtsvorbereitungskursen – sie schüren die Angst vor der Geburt (siehe hier)
  4. Werde physisch aktiv! Becken-Balance ist wichtiger Faktor, wie Dein Baby vor der Geburt zum Liegen kommt, und das ist wiederum ein wichtiger Faktor für die Geburt, und welche Optionen Du hast! Außerdem kann Sport sogar Dein Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, erheblich verringern!
  5. Ernähre Dich gesund und Vitamin- und Mineralstoffreich! Es gibt viele Studien, die belegen, wie wichtig es ist, dass die Schwangerschaft besser verläuft, wenn Vitamin X oder Mineral X gut vorhanden ist. Besonders auf den Punkt bringend finde ich eine kleine Studie, die zeigte, dass Mütter, die Datteln in der Schwangerschaft aßen, eine kürzere Öffnungsphase in der Geburt hatten – was darauf hindeutet, dass ein ausgewogener, und gut ernährter Körper besser auf die Geburt vorbereitet ist. Ausserdem kann auch unsere Ernährung beeinflussen, ob sich die Fruchtblase vor der eigentlichen Geburt öffnet, oder erst irgendwann während der Geburt (welches vorzuziehen ist).
  6. Eine Doula kann in unserem Krankenhaus-Milieu viel dazu beitragen, dass es nicht zum Kaiserschnitt kommt. In einer neueren Meta-Analyse-Studie (also eine, die mehrere andere zusammenfasst  (Fortier et al, 2015 – Schwangere insgesamt=2019, Schwangere mit Doula=1014)), die nur solche Studien in Betracht zog, die sich ausschließlich mit Erstgebärenden, die keine Risikoschwangerschaft haben, betrachtete, fand dass mit Doula-Unterstützung die Kaiserschnittrate um mehr als 30% niedriger war, als ohne – das würde bedeuten, dass deutschlandweit, wenn jede Schwangere eine Doula zur Verfügung hätte, die der Ausbildung in der Studie gleichkäme, die Kaiserschnittrate bei nur noch 21% liegen würde.
  7. Ermögliche Deinem Körper, dass die Hormone für ihn in der Geburt arbeiten können. Dazu ist es am Besten, wenn der Neokortex nicht angeregt wird – also kein grelles/helles Licht, kein Reden, kein logisches Denken, kein sich beobachtet fühlen. Stattdessen ein in-sich-kehren, sich beschützt fühlen, und- wie bereits gesagt – keine Angst haben, und entspannt und positiv sein.
  8. Bleibe aktiv während der Geburt. Lass das Bett keine Rolle in Deiner Geburt spielen. Eine Cochrane Bewertung (eine große Meta-Analyse anderer Studien), die über 3700 Schwangere umfasste, fand, dass jene Frauen, die aufrecht waren, eine verkürzte Öffnungsphase von über einer Stunde hatten, und weniger PDAs brauchten.
  9. Baue schon während der Schwangerschaft eine gute und innige Beziehung zu Deinem Kind auf. Es gibt Studien die belegen, dass solche Kinder weniger häufig zu früh geboren werden, und seltener ein niedriges Geburtsgewicht haben. Auch hat dies positive Auswirkungen auf Mama, und Papa und selbst ihre Beziehung zueinander! Außerdem ist Dein Baby Dein Verbündeter in der Geburt!
  10. Lade die passenden (nicht-medizinischen) Leute zu Deiner Geburt ein – sie sollten Dich voll und ganz unterstützen, mit Dir in dieselbe Richtung blicken, und Dir ständig positive Bestätigung geben – dies hilft der Mutter voller Selbstvertrauen und Gelassenheit ihren Körper einfach machen zu lassen. Das ist einfach so wichtig in der Geburt! Aber beachtet, dass sie tatsächlich voller Zuversicht sein sollte – denn ihr spürt Angst, und die überträgt sich dann auf euch!
  11. Und dann, last but certainly not least: Glaube daran, dass Du eine tolle erfüllende Geburt erleben wirst! Dein Baby und Du seid einfach ein tolles Team!

Viel Erfolg!

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Quellen:

Betran, A. P., et al. „WHO Statement on caesarean section rates.“ BJOG: An International Journal of Obstetrics & Gynaecology 123.5 (2016): 667-670.

Schücking, Beate, and Clarissa Schwarz. „Technisierung der“ normalen“ Geburt. Interventionen im Kreißsaal.“ Dokumentation Forschungsprojekte 1 (2005): 1999-2004.

WHO. „Caesarean sections should only be performed when medically necessary“. News release. ​​10 APRIL 2015.

Renz‐Polster, H., et al. „Caesarean section delivery and the risk of allergic disorders in childhood.“ Clinical & Experimental Allergy 35.11 (2005): 1466-1472.

Henry Ford Health System. „Babies born by C-section at risk of developing allergies.“ ScienceDaily. ScienceDaily, 25 February 2013. <www.sciencedaily.com/releases/2013/02/130225091904.htm>

Li HT, Zhou YB, Liu JM. The impact of cesarean section on offspring overweight and obesity: a systematic review and meta-analysis. Int J Obes (Lond). 2013 Jul;37(7):893-9. doi: 10.1038/ijo.2012.195. Review. PubMed PMID: 23207407 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23207407/

Cardwell CR, Stene LC, Joner G, Cinek O, Svensson J, Goldacre MJ, Parslow RC, Pozzilli P, Brigis G, Stoyanov D, Urbonaite B, Sipetić S, Schober E, Ionescu-Tirgoviste C, Devoti G, de Beaufort CE, Buschard K, Patterson CC. Caesarean section is associated with an increased risk of childhood-onset type 1 diabetes mellitus: a meta-analysis of observational studies. Diabetologia. 2008 May;51(5):726-35. doi: 10.1007/s00125-008-0941-z. PubMed PMID: 18292986. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18292986/

Arrieta, Marie-Claire, et al. „Early infancy microbial and metabolic alterations affect risk of childhood asthma.“ Science translational medicine 7.307 (2015): 307ra152-307ra152.

Sevelsted, Astrid, et al. „Cesarean section and chronic immune disorders.“ Pediatrics 135.1 (2015): e92-e98.

Reed, Rachel. Interview „Better Birth 360“. 2017.

Chen, Ginden, et al. „Associations of caesarean delivery and the occurrence of neurodevelopmental disorders, asthma or obesity in childhood based on Taiwan birth cohort study.“ BMJ open 7.9 (2017): e017086.

Beckenendlage-Geburt: vaginal oder per Kaiserschnitt?

Ihr steht kurz vor der Geburt, und euer Baby ist noch in Beckenendlage? Dann möchte ich euch hier noch ein paar Informationen dazu geben. Für meine HypnoBirthing-Mütter empfehle ich, dies in der Tat nur in diesem Falle weiter zu lesen.

Da eine Studie um die 2000 das Ergebnis berichtete, dass vaginale Beckenendlage (BEL)-Geburten schlechtere Ergebnisse haben als Kaiserschnitt-Geburten eines BEL-Babys (Hannah et al, 2000), wurden sie daraufhin so gut wie abgeschafft. Das ist nicht gerechtfertigt, denn es gibt methodologische Probleme mit der Studie. Sie Studie war völlig undifferenziert, was dazu geführt hat, dass man sogar Verletzungen und Probleme, die durch eine falsche Handhabung des Personals kamen (wie zum Beispiel Ziehen am Kinde, wenn man es nicht tun sollte) einer Beckenendlage „gutgegschrieben“ hat (übrigens: selbst diese Studie, fand in einem Follow-Up (2 Jahre später, Hannah et al, 2004; Whyte et al, 2004) keine erheblichen Unterschiede für die Kinder.

Dank neueren Studien (z.B. Goffinet et al, 2006), die eine bessere Methodologie hatten, wurde dieses schlechte Zeugnis für BEL-Geburten wieder weitestgehend korrigiert (auch dank der Follow-Up-Studie), und die BEL findet ihren Weg ganz langsam wieder in unsere Geburts-Möglichkeiten. Was allerdings auch klar aus den Studien hervor geht, ist, dass wenn man eine BEL-Geburt ins Auge fassen will, es sehr wichtig ist, sich Personal zur Unterstützung dazu zunehmen, die dafür jedes Jahr wieder geschult werden, und womöglich auch noch eigene Erfahrung darin haben.

Das ist wichtig, weil Kaiserschnitte seine eigenen – wenn auch schlechter messbaren – Langzeitfolgen hat. Für Baby können diese sein: Allergien – je nach Studie 500 % – 37 % erhöhte Wahrscheinlichkeit (Henry Ford Health System, 2013; Renz‐Polster et al, 2005); Obesität (13 % erhöhte Wahrscheinlichkeit, Li et al, 2013); Asthma (zwischen 20% und bis zu 20 Mal so wahrscheinlich, Sevelsted et al, 2015 bzw. Arrieta et al, 2015 (extrapoliert durch causale Linkung, die höchstwahrscheinlich nicht voll übertragbar ist); Diabetes Typ 1 (20 % erhöhte Wahrscheinlichkeit, Cardwell et al, 2008). Hier ist die allgemeine Annahme, dass bei der vaginalen Geburt dem Baby gute Mikrobiome mitgegeben werden, die wichtig sind, damit alles seinen guten, gesunden, gewohnten Lauf nimmt. Wenn die am Anfang fehlen, wie zum Beispiel bei einer Kaiserschnittgeburt, käme es zu Problemen. Es soll hier aber auch erwähnt werden, dass die Schlussfolgerungen noch nicht am Ende sind, es gibt auch Studien, die erfragen, ob dies Folgen vom Kaiserschnitt sind, oder an was anderem liegt.

Aber es kommt auch zu negativen Folgen für Mama – jede Menge kurzfristige Probleme (wie es halt zu erwarten ist, wenn einem der Bauch aufgeschnitten wird), aber auch u.U. langfristige Probleme bei der Narbenverheilung, und Folgeprobleme und Gefahren wegen Narbe bei weiteren Geburten, die durchaus wichtig sein können.

Dennoch, Louwen et al, 2017 berichtet, dass aufrechte vaginale BEL-Geburten ein Chancenverhältnis von 1,37  (die Autoren nennt das im Übrigen vergleichbar gute Resultate) verglichen mit vaginale Geburten, wo die Kinder „richtig“ herum liegen – also mit dem Kopf nach unten – sofern die Mütter zur Geburt horizontal waren. Deshalb, und weil die meisten Krankenhäuser solche BEL-Geburten nicht unterstützen, finde ich: auch wenn ihr einer vaginalen BEL-Geburt aufgeschlossen seid, solange es Mutter und Kind dabei gut geht, könnt ihr dennoch die Dehnungsübungen für Beckenbalance und zusätzlichen Übungen zum spontanen Drehen eines BEL-Babys in die Kopf-zuerst-Lage zu bringen versucht euer Kind mit  – so wie wir das auch im Kurs abdecken, oder bei spinningbabies.com gelehrt wird. Nur lasst euch halt nicht stressen – hier im Stuttgarter Raum gibt es ja die Filderklinik, die hat sehr viel Erfahrung mit BEL, also ist das auch überhaupt kein Problem, wenn Baby sich letztendlich doch nicht drehen mag!

Zum visualisieren gibt es u.a. diesen Eintrag auf meinem Blog:

Tolle Fotos von einer Beckenendlage-Hausgeburt!

Viel Erfolg!

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Quellen:

Hannah, Mary E., et al. „Planned caesarean section versus planned vaginal birth for breech presentation at term: a randomised multicentre trial.“ The Lancet356.9239 (2000): 1375-1383.

Whyte, Hilary, et al. „Outcomes of children at 2 years after planned cesarean birth versus planned vaginal birth for breech presentation at term: the International Randomized Term Breech Trial.“ American journal of obstetrics and gynecology 191.3 (2004): 864-871.

Hannah, Mary E., et al. „Maternal outcomes at 2 years after planned cesarean section versus planned vaginal birth for breech presentation at term: the international randomized Term Breech Trial.“ American journal of obstetrics and gynecology 191.3 (2004): 917-927.

Goffinet, François, et al. „Is planned vaginal delivery for breech presentation at term still an option? Results of an observational prospective survey in France and Belgium.“ American journal of obstetrics and gynecology 194.4 (2006): 1002-1011.

Louwen, Frank, et al. „Does breech delivery in an upright position instead of on the back improve outcomes and avoid cesareans?.“ International Journal of Gynecology & Obstetrics 136.2 (2017): 151-161.

Renz‐Polster, H., et al. „Caesarean section delivery and the risk of allergic disorders in childhood.“ Clinical & Experimental Allergy 35.11 (2005): 1466-1472.

Henry Ford Health System. „Babies born by C-section at risk of developing allergies.“ ScienceDaily. ScienceDaily, 25 February 2013. <www.sciencedaily.com/releases/2013/02/130225091904.htm>

Li HT, Zhou YB, Liu JM. The impact of cesarean section on offspring overweight and obesity: a systematic review and meta-analysis. Int J Obes (Lond). 2013 Jul;37(7):893-9. doi: 10.1038/ijo.2012.195. Review. PubMed PMID: 23207407 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23207407/

Cardwell CR, Stene LC, Joner G, Cinek O, Svensson J, Goldacre MJ, Parslow RC, Pozzilli P, Brigis G, Stoyanov D, Urbonaite B, Sipetić S, Schober E, Ionescu-Tirgoviste C, Devoti G, de Beaufort CE, Buschard K, Patterson CC. Caesarean section is associated with an increased risk of childhood-onset type 1 diabetes mellitus: a meta-analysis of observational studies. Diabetologia. 2008 May;51(5):726-35. doi: 10.1007/s00125-008-0941-z. PubMed PMID: 18292986. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18292986/

Arrieta, Marie-Claire, et al. „Early infancy microbial and metabolic alterations affect risk of childhood asthma.“ Science translational medicine 7.307 (2015): 307ra152-307ra152.

Sevelsted, Astrid, et al. „Cesarean section and chronic immune disorders.“ Pediatrics 135.1 (2015): e92-e98.

Risiken des Ultraschalls in der Schwangerschaft

Falls ihr meinen letzten Beitrag zu Ultraschall in der Schwangerschaft noch nicht gesehen habt – hier ist er:

Gesundheitsbedenken bei Ultraschalluntersuchungen des Babys vor der Geburt | Geburtswege

Gesundheitsbedenken bei Ultraschalluntersuchungen des Babys vor der Geburt | Geburtswegehttp://blog.stuttgart-hypnobirthing.de/gesundheitsbedenken-bei-ultraschalluntersuchungen-des-babys-vor-der-geburt/So fand eine Studie (Campbell 1993) dass 2-4-jährige Kinder, die Sprachentwicklungsprobleme hatten, während der Schwangerschaft häufiger Ultraschalluntersuchungen ausgesetzt…

 

Ich habe soeben einen Beitrag zu diesem Thema gefunden, der leider noch viel drastischer ist – es gibt eine Chinesische Studie, am Menschen, der recht klar zeigte, dass es durchaus sehr gravierende Gesundheitsbedenken gibt beim Ultraschall.

Hier ist der Beitrag (auf Englisch):

Ultrasound – Is it Safe During Pregnancy? | Spiritual Birth

Ultrasound – Is it Safe During Pregnancy? | Spiritual Birthhttp://www.spiritualbirth.net/ultrasound-is-it-safe-during-pregnancyObstetric ultrasound diagnostic techniques should carefully adhere to a cautious scientific attitude and exposure should be kept to a minimum during pregnancy.

 

In diesem Artikel wird die unten genannte Publikation wichtiger Studien aus China noch einmal kurz und bündig zusammengefasst.

Es wurde gefunden dass der vorgeburtliche Ultraschall DNA, Zellen und Neuronen des Babys während der Schwangerschaft schädigt, und zelluläre, neurologischen und epigenetischen Schädigung des ungeborenen Kindes verursacht. Ultraschall schadet den Chorionzotten, dem Chorion-Gewebe, den empfindlichen Organen, der Hornhaut des Auges, Neuronen und den DNA-Strukturen.

Folgendes sind die Empfehlungen im Umgang mit Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft:

1. Ultraschall sollte nur bei bestimmten medizinischen Indikationen verwendet werden.

2. Wenn Ultraschall verwendet wird, sollte man sich strikt an das kleinste-Dosis-Prinzip halten, sowohl in Intensität des Ultraschalls, als auch zeitliche Länge.

3. Fetaler Ultraschall sollte aus keinem anderen Grund als für medizinische Indikationen benutzt werden, auch nicht für die Identifizierung des Geschlechts oder vorgeburtlicher Bindungsaufbau (Fotos, Videos).

4. Am besten sollte Ultraschall in der frühen Schwangerschaft (die ersten drei Monate) vermieden werden. Wenn unvermeidbar, minimiert Einwirkung von Ultraschall. Auch später in der Schwangerschaft, während der 2. oder 3. Trimester, begrenzt Ultraschall auf 3-5 Minuten für sensible Bereiche wie das fötale Gehirn, Augen, Rückenmark und Herz.

Die Studien zu diesem Thema kann man sich auch in einer Zusammenfassung auf Amazon kaufen. Alternativ gibt es auch eine kürzere Zusammenfassung, kostenlos hier.

Studie: West, J. „50 Human Studies, in Utero, Conducted in Modern China, Indicate Extreme Risk for Prenatal Ultrasound: A New Bibliography“. 2015

Vitamin D und Gelbsucht in Babys

Ich habe heute über Vitamin D, Sonne, und Babys nachgedacht, und wollte wissen, was denn Studien über den Zusammenhang von Vitamin D und Gelbsucht sagen – immerhin ist eine Therapiemöglichkeiten von gelbsüchtigen Babys Sonne!

Ich habe mir gedacht, wenn nun die Mama nicht genug Vitamin D hat, dann kann ja das Neugeborene, das vielleicht auch noch nur im Haus bleibt in den ersten Tagen und Wochen, oder im Winter geboren wird, seine Vitamin D Zufuhr nur von der Mama bekommen! Und wenn die, wie in Deutschland, in der Altersklasse, in der man vor allem Kinder bekommt, zu mindestens 50 % Vitamin D Mangel hat (Hintzpeter et al, 2008, 18-34, + ein kleiner Einfluss von 35-64 Jahren. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass 50 nmol/L = 20 ng/ml weit weg ist von einem optimalen Vitamin D Wert, der immer als über 30 ng/ml und eher zwischen 35 und 45 ng/ml angesehen wird)… . Na ja, das Bild ist glaube ich klar genug …

Also, ich habe nur eine gefunden, die diesen Zusammenhang studiert hat (Aletayeb, 2016). Sie ist sehr klein, und noch dazu gab es einen erheblichen Unterschied in den beiden Gruppen zwischen vaginalen Geburten und Kaiserschnittgeburten – was bedeutet, dass es sehr schwer ist, zu wissen, dass man das Richtige misst – ein Unterschied könnte z.B. auch sein, dass bei Kaiserschnittgeburten standardmässig die Nabelschnur früher oder später getrennt wurde – darauf wird in der Studie überhaupt nicht eingegangen.

Das erste vorneweg – gelbsüchtige Babys haben tatsächlich häufig einen niedrigeren Vitamin D Spiegel als die, die keine entwickeln (Aletayeb, 2016).

Kommt das von den Mamas? Mir als unerklärlich scheint, dass die Autoren zum Schluss kommen, dass es zwischen den Müttern in der Fall- und Kontrollgruppe in ihren 25-hydroxy vitamin D Werten zu keinen statistisch signifikanten Unterschieden kam, die Mittelwerte und Standardabweichungen werden aber als jeweils 22.49±80.30 und 80.19±26.26 (nmol/L) angegeben – 22.49 als Durchschnitt ist sehr niedrig – nur 9 ng/ml (wie oben erwähnt, ein Wert von weniger als 20 ng/ml gilt als Defizit, ab 30 ng/ml kann man von gut sprechen), und das ist der Durchschnittswert der 30 Mütter! Das heißt, das einige noch weniger hatten – die Standardabweichung war allerdings sehr hoch, 32 ng/ml – was bedeutet, dass Vitamin D wohl zumindest nicht der einzige Faktor ist, ob ein Baby Gelbsucht entwickelt, denn einige der Mütter hatten auch gute Vitamin D Werte. In der Kontrollgruppe ist der Durchschnittswert mit rund 32 ng/ml angegeben, und was ebenso wichtig ist, viel weniger Mütter hatten einen niedrigeren Wert, denn die Standardabweichung ist „nur“ 10.5 ng/ml.

Eine weitere interessante Studie in dem Zusammenhang berichtet im Übrigen von einer signifikanten direkten Korrelation zwischen mütterlichen Vitamin D Aufnahme und der Gewichtszunahme während der Schwangerschaft.

Weitere relevante evidenzbasierte Blogeinträge zu Vitamin D:

http://blog.stuttgart-hypnobirthing.de/hashimoto-thyreoiditis-und-vitamin-d/

http://blog.stuttgart-hypnobirthing.de/zaehne-und-molar-incisor-hypomineralisation/

http://blog.stuttgart-hypnobirthing.de/vitamin-d-mangel-erhoeht-die-gefahr-von-autismus/

Quellen:

Bhutani, Vinod K., Lois Johnson, and Emidio M. Sivieri. „Predictive ability of a predischarge hour-specific serum bilirubin for subsequent significant hyperbilirubinemia in healthy term and near-term newborns.“ Pediatrics 103.1 (1999): 6-14.

Hintzpeter, Birte, et al. „Vitamin D status and health correlates among German adults.“ European journal of clinical nutrition 62.9 (2008): 1079-1089.

Aletayeb, Seyyed Mohammad Hassan, et al. „Comparison between maternal and neonatal serum vitamin D levels in term jaundiced and nonjaundiced cases.“ Journal of the Chinese Medical Association 79.11 (2016): 614-617.

Maghbooli, Zhila, et al. „Vitamin D status in mothers and their newborns in Iran.“ BMC pregnancy and childbirth 7.1 (2007).

Hashimoto-Thyreoiditis (autoimmune Schilddrüsenentzündung) und Vitamin D

Ich beobachte zur Zeit, dass viele Mamas zu mir kommen, die mit Hashimoto Thyreoiditis diagnostiziert wurden.

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Anfangs kann es dabei zur Schilddrüsenüberfunktion kommen, aber auf Dauer führt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion.

Bei der anfänglichen Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann es zu folgenden Symptomen kommen: Gewichtsverlust, Nervosität, Zittern, Durchfall, Schwitzen und Herzklopfen. Nachdem es zur Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) gekommen ist, sind häufige Beschwerden Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und depressive Verstimmungen.

Ich möchte hier eine Idee in den Raum werfen. Hashimoto wird zu einer der beiden meistverbreitendsten Formen von autoimmunen thyroiden Erkrankungen (AITE) gezählt (Ma et al, 2015). Dieselbe Studie zeigte ebenfalls, dass bei Erkrankten ihr Vitamin D Spiegel (Serum 25(OH)D Werte) um ca. 4 ng/ml weiter unten lag, bei um die 13 ng/ml, als bei der Kontrollgruppe ohne Hashimoto (die hatten so ca 17 ng/ml) lag. Es gibt auch weitere Studien, deren Ergebnisse hindeuten, dass es einen Link gibt zwischen niedrigen 25(OH)D Werten und autoimmunen thyroiden Erkrankungen gibt, wie z.B. Wang et al, 2015.

Zu diesen Werten ist folgendes anzumerken. Sie sind sehr niedrig, von beiden, Hashimoto-Patienten und Kontrollgruppe – was wenig verwunderlich ist. Es ist bekannt, dass dier Vitamin D Spiegel in allen Einwohnern von Industrieländern unzureichend ist. Dr Raimund von Helden, der Autor von „Gesund in 7 Tagen„, erforscht seit 2005 den Vitamin-D-Mangel und ist der Entdecker und Erstbeschreiber des akuten Vitamin-D Mangel-Syndroms. In seinem Buch sagt er, dass es ungefährlich ist, unter 100 ng/ml zu sein, und dass ein Wert von 50 ng/ml angestrebt werden sollte, um nicht nur einen Schutz gegen Osteoporosis zu haben, sondern ebenfalls einen Schutz vor Krebs (wie hoch der optimale Wert ist, ist allerdings umstritten – normalerweise liegt sie allerdings bei mindestens 35 ng/ml).

Es ist ebenfalls bekannt, dass Vitamin D Mangel mit Autoimmunkrankheiten in Verbindung gebracht werden.

In Ma et al (2015) wurde gefunden, dass je 2 ng/ml (der angegebene Wert nach nmol/L zu ng/ml Konvertierung) Erhöhung des 25(OH)D Wertes eine 1.62-fache Verringerung des Risikos für Hashimoto Thyreoiditis entspricht – das ist ja schon ganz enorm! Und noch eine zusätzliche Spekulation: kann man Hashimoto durch Langzeit-Einführung von guten, und auf jeden Fall ungefährlichen Vitamin D Werten zumindest  aufhalten, ja vielleicht sogar lindern? Es gab bereits eine sehr kleine Studie zu dem Thema (Anaraki et al, 2017). Sie sind nicht den Richtlinien von R. von Helden (2015) gefolgt (Berichtigung des 25(OH)D Defizits durch eine (sehr) hohe Einmaldosis, danach Erhaltungsdosis). Stattdessen haben sie über 12 Wochen 50.000 IE pro Woche gegeben, welche zu einer stetigen Erhöhung des Serum 25(OH)D Wertes geführt hat, bis zu 45.53 ng/mL – also eine Erhöhung des 25(OH)D Wertes um 2,6 ng/ml pro Woche – also waren die Patienten, die Vitamin D erhalten haben, nach 6 Wochen immer noch unter 30 ng/ml.

Hier wurde das Experiment beendet, weil die Kontrollgruppe sehr niedrige Serum 25(OH)D Werte hatte (13.28 ng/ml), und es unethisch gewesen wäre, sie auf dem Plazebo zu halten. In ihrer Diskussion, ganz am Ende, bei Limitationen ihrer Studie, geben die Autoren an, dass, hätten sie länger Zeit gehabt, hätten sie Effekte des Vitamin D’s auf „outcome measures“ gefunden – kann man das nun so verstehen, dass sie aus welchen Gründen auch immer, positive Erkenntnisse nicht weiter benennen, sie aber nach Ende der 12 Wochen Periode gefunden haben?

Was unbeantwortet bleibt ist sind zwei Fragen: 1) ob durch die Gabe des Vitamin D’s eine weitere Verschlechterung des Zustands der Schilddrüse vermieden wird? und 2) ob der Körper einfach länger gute Werte von Vitamin D benötigt, um sich zu erholen, und messbare Verbesserungen zu zeigen? Zu 1) sollte man erklärend folgendes wissen. Normalerweise werden Schilddrüsen-Probleme erst nach durchschnittlich 10 Jahren diagnostiziert (Wentz, 2017), und der normale Test, der dazu benutzt wird, der TSH (thyroid stimulating hormone) Test scheint erst dann anzuschlagen, wenn schon ein Großteil der Schilddrüse bereits zerstört ist – Wentz sagt, dass da häufig bereits 90% der Schilddrüse zerstört sind (Wentz, 2017). Das bedeutet also, dass man eigentlich hätte messen müssen, ob in der Vitamin D Gruppe über einen langen Zeitraum ein weiteres Verschlechtern der Situation hat aufgefangen werden können, verglichen mit der Plazebogruppe – ein Wiederherstellen der Schilddrüse, nachdem sie bereits größtenteils zerstört ist, ist eventuell etwas komplexer als ein 3-Monate Job, und nur für Vitamin D als aktiver Bestandteil. Ich hoffe, dass noch eine Folgestudie erscheint.

Auf jeden Fall ist Vitamin D wichtig in der Schwangerschaft und danach. Es reduziert zum Beispiel die Gefahr von Diabetes (von Helden 2015) – lest euch dazu außerdem durch:

http://blog.stuttgart-hypnobirthing.de/zaehne-und-molar-incisor-hypomineralisation/ durch, und
http://blog.stuttgart-hypnobirthing.de/vitamin-d-mangel-erhoeht-die-gefahr-von-autismus/, und
http://blog.stuttgart-hypnobirthing.de/vitamin-d-und-gelbsucht-in-babys/

und senkt ansonsten drastisch die Gefahr von Diabetes Typ 1, und konnte sie manchmal sogar im Anfangsstadium in Remission gehen lassen (von Helden 2015).

Im Übrigen sagt Wentz, dass für eine Verbesserung der Schilddrüse-Funktion wichtig ist, alle Nährstoffe im Körper auszubalanzieren, und der Blutzucker ausgeglichen werden sollte. Sie sagt ebenfalls dass in 88% ihrer Klienten eine deutliche Verbesserung eintritt, wenn man Gluten aus der normalen Diät streicht, (80% durch das Weglassen von Milchprodukten, und 76% durch das Weglassen von Soya).

Desweiteren finde ich eine Idee interessant, der ich begegnet bin: es ist wie gesagt bekannt, dass wir Magnesium benötigen, um Vitamin D aufzunehmen. Es ist ebenfalls bekannt, dass Magnesium-Mangel ebenfalls ein Volksleiden ist. Die Idee ist die, dass unserem Vitamin D Mangel unser Magnesium-Mangel zugrunde liegt – und wenn wir den korrigieren, würde auch unser Vitamin D Mangel ausgeglichen. Dazu gibt es eine Studie  (Rude, et al, 1985). Sie besagt, dass es in der Tat nur durch Magnesium-Gabe zu einem nicht signifikantem Anstieg des Vitamin D (1,25-(OH)2D) Spiegels kam, nach 5-13 Tagen Magnesium-Gabe. Das Zusammenspiel zwischen Vitamin D und Magnesium ist auch durch andere Studien belegt worden, deshalb sollte man immer darauf achten, dass man genügend Magnesium zur Verfügung hat, wenn man gerne Vitamin D aufnehmen möchte.

Letzte Aktualisierung: 31.7.2017

Quellen:

RUDE, ROBERT K., et al. „Low serum concentrations of 1, 25-dihydroxyvitamin D in human magnesium deficiency.“ The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 61.5 (1985): 933-940. 

Ma, Jie, et al. „Lower serum 25-hydroxyvitamin D level is associated with 3 types of autoimmune thyroid diseases.“ Medicine 94.39 (2015).

Anaraki, Parichehr Vahabi, et al. „Effects of Vitamin D deficiency treatment on metabolic markers in Hashimoto thyroiditis patients.“ Journal of Research in Medical Sciences: The Official Journal of Isfahan University of Medical Sciences 22 (2017).

Dr Raimund von Helden, „Gesund in 7 Tagen„, 2015.

Wang, Jiying, et al. „Meta-analysis of the association between vitamin D and autoimmune thyroid disease.“ Nutrients 7.4 (2015): 2485-2498.

Izabella Wentz. „Thyroid Disorders and Immune Health“. Immune Defense Summit (2017).

… und manchmal kommt es anders als man denkt

Natürliche Geburten können auch mal länger dauern, und das ist OK, solange es Mutter und Kind gut geht! Die neuen „American Congress of Obstetricians and Gynecologists“ (ACOG) Richtlinien wurden vor Kurzem in diesem Sinne verändert. Früher war offizielle „aktive Geburt“ ab 4 cm Öffnung des Muttermundes. Aktive Geburtsphase ist ab da, wo man tatsächlich damit rechnen kann, dass es regelmässiger, „aktiver“ voran geht mit der Geburt. Aufgrund neuer Studien (in den letzten 10 Jahren) hat man endlich diese Zahl angepasst, und man weiss nun auch realistischere Zahlen für die heutige Geburt – vorbei ist die Zeit der „1 cm pro Stunde“ (wer mehr wissen möchte kann gerne entweder den Quellen unten folgen, oder auf evidencebasedbirth.com den Artikel lesen), und „aktive Geburt“ geht übrigens erst mit 6 cm los! Warum das relevant ist? Weil die neue Richtlinie besagt, dass man vor „aktiver Geburt“, also neuerdings 6 cm, nicht von Geburtsstillstand reden kann, und man damit ein häufiger Grund für ungeplante Kaiserschnitte wegfällt!

ACHTUNG: Wenn ihr schon im letzten drittel eurer Schwangerschaft seid, oder dies nach eurem HypnoBirthing Kurs ist: hört hier auf zu lesen, und seht euch das Video nicht mehr an, es bringt euch nichts, euch mit „was alles möglich ist“-Szenarien auseinander zu setzen! Dies ist ein VLOG einer Schwangeren, die ein absoluter Einzelfall ist! Sie ist ausserhalb aller Geburten in den Studien! Hört jetzt auf zu lesen, geht zu nächsten Video 🙂

Wenn ihr noch vor eurem Kurs steht, oder selber gerade in einer länger dauernden Geburt seid: dann schaut es euch an, wie toll so eine längere Geburt enden kann, wenn man sich und dem Kind die Zeit einräumt, und es locker und gelassen nehmen kann :-).

Also, hier NUR WEITERLESEN, wenn ihr wirklich wollt!

Hier ist ein VLOG von einer Schwangeren, die – nach einer „einfachen“ ersten Geburt – ganze 12 Tage Geburt hatte! Am ersten Tag noch voller Zieldrang, ändert sich das dann mit Fortschreiten der Tage 😉 gegen Ende gibt es dann wieder Familienausflüge und so :-). Diesen VLOG habe ich vor allem deshalb gepostet, damit man sich beswusst macht, dass man immer offen sein muss in einer Geburt, dass man nie vorherseagen kann, wie die Geburt verlaufen wird. Durch das Akzeptieren macht man es sich viel einfacher (vielleicht hätte diese mama dann keine Tränen vergossen, bevor sie sich mit ihrer Situation versöhnen konnte – sie sagt dann „I give up“ ;-)). Bei jeder Situation annehmen hilft HypnoBirthing im Übrigen ebenfalls – so wichtig!

Ansonsten bemerkenswert ist, dass sie sich die vaginalen Untersuchen auch selber macht. Und dann noch der Grund, weshalb es so lange gedauert hat: Baby hatte Schwierigkeiten beim Tiefertreten.

Chiropractor war ja da, sie haben auch den abdaminal lift & tuck gemacht. Drei Dinge, die zumindest nicht gezeigt wurden und vielleicht geholfen hätten ist der Eisbär, forward leaning inversion, und dann noch side-lying release (mehr Infos zu all diesen Techniken auf spinningbabies.com).

Quellen:

Neal, Jeremy L., et al. „“Active Labor” Duration and Dilation Rates Among Low‐Risk, Nulliparous Women With Spontaneous Labor Onset: A Systematic Review.“ Journal of Midwifery & Women’s Health 55.4 (2010): 308-318.

Zhang, Jun, et al. „Contemporary patterns of spontaneous labor with normal neonatal outcomes.“ Obstetrics and gynecology 116.6 (2010): 1281.

Lernen und Anpassungen des Babys vor der Geburt

Lernen vor der Geburt? Genetische Veränderungen aufgrund des Lebens, das die schwangere Frau geführt hat? JA!

Guter Beitrag, wenn auch nicht ganz vollständig, auf TED.

 
Er ist zwar auf Englisch, aber es gibt deutsche Untertitel :-). Diese Informationen sollte man wissen, noch BEVOR man schwanger wird!

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Lachgas bei der Geburt hat mögliche Folgen für’s Kind, sagt Studie

Mir wurde in meinen 2 „normalen“ Geburtsvorbereitungskursen vor der Geburt meines ersten Kindes gesagt, dass Lachgas keinerlei Probleme für mein Baby hätte. In der Tat wurde mir der Eindruck vermittelt, dass das Lachgas mein Kind überhaupt nicht erreiche.

Stellt euch meine Gefühle vor, als ich heute festgestellt habe, dass es bereits seit 1990, also 2 Jahrzehnte VOR der Geburt meiner Tochter, bereits eine Studie gab, die zeigte, dass Kinder, deren Mütter Lachgas zur Geburt erhielten, über 5 Mal so wahrscheinlich sind, Amphetaminabhängig zu werden, wie ihre Geschwister, die kein Lachgas zur Geburt erhielten!

Ach ja, und es ist im Übrigen völlig klar, dass Lachgas das Kind erreicht und beeinflusst – auch wenn es recht schnell aus dem Blutkreislauf wieder verschwindet, nachdem die Zufuhr aufhört…!

Ausserdem habe ich einen Artikel gelesen, der zwar keine der Studien namentlich nennt, aber sich zumindest auf Studien bezieht, der von Dr. Mark Zakowski, Chef der geburtshilflichen Anästhesiologie am Cedars-Sinai Medical Center, Los Angeles, verfasst wurde. Er sagt in diesem Artikel folgendes über Lachgas:

„Wie einige andere Anästhesiemittel kann es die Plazenta überqueren. Mehrere Tiermodelle haben gezeigt, dass Stickstoff“ [Anmerkung VM: also der aktive Wirkstoff in Lachgas] nachteilige Auswirkungen auf das in utero / neugeborene, schnell entwickelnde Gehirn hat, einschließlich einem weit verbreiteten Hirnzellentod, Defizite in der Funktion von Teilen des Gehirns (z. B. Hippocampus) und anhaltender Gedächtnis- und Lernbeeinträchtigungen“.

Desweiteren sagt Dr. Zakowski: Stickstoff „inaktiviert auch Vitamin B12, ein erforderlicher Cofaktor für ein wichtiges Enzym, Methionin-Synthetase.“

Dann sagt er weiter: „Neuere Technologie hat Anzeichen von DNA-Veränderungen bei Tieren und sogar Menschen mit Lachgas-Exposition gezeigt. Mehrfache Tiermodelle haben eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Anästhetika im sich schnell entwickelnden Gehirn sowie im Alter von Gehirn gezeigt. Es zeigte sogar eine langfristige Wirkung auf das Lernen.“

Das hat mir aber keiner gesagt gehabt….! Wie war das noch einmal mit informierter Einwilligung…?

Quellen:

Jacobson, Bertil, et al. „Opiate addiction in adult offspring through possible imprinting after obstetric treatment.“ Bmj 301.6760 (1990): 1067-1070.

Lavendel-Gebrauch während (und nach) der Geburt

Lavendel-Duft kann als ein Komfortmittel während des Geburtsverlaufs eingesetzt werden. In meinen HypnoBirthing Kursen rate ich gerne dazu, einen Duft bei den täglichen Entspannungsübungen zu benutzen. Durch das ständige Verbinden des Duftes mit der Tiefenentspannung von HypnoBirthing wirkt der Duft als Anker für den Körper, und, wenn er mal gesetzt ist, kann nur der Anker (also der Duft in diesem Fall) zur Tiefenentspannung führen.

Dies benutzt man dann sehr effektiv auch während der Geburt.

Ich rate immer zum Gebrauch von Lavendel, den ich auch in meinen Kursen benutze. Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) hat „eine beruhigende, krampflösende und antiseptische Wirkung. In der Homöopathie gilt Lavendel als eine der großen Seelenpflanzen, die die Aufnahmebereitschaft für Neues fördert, indem sie Klärung, Ruhe und Nervenstärke bringt. In der Aromatherapie wird Lavendel vor allem gegen Stress, Migräne und Schlafbeschwerden eingesetzt„.

Ausserdem findet man folgende Informationen zu Lavendel bei aetherische-oele.net: Generell hat Lavendelöl hat eine ausgleichende Wirkung, es erfrischt uns, wenn wir ständig müde sind, es hellt unsere Stimmung auf, es hilft uns bei Nervosität. Zudem stärkt und beruhigt es uns, es lindert Schmerzen, es treibt den Harn und den Schweiß. Zusätzlich wirkt es entgiftend und es hilft uns, dass Wunden schneller heilen. Außerdem hat das Öl eine stark antiseptische Wirkung„.

Da ist es wohl kaum überraschend, dass eine vor Kurzem veröffentlichte Studie belegt, dass das Lavendelöl, in der aktiven Geburtsphase und danach angewandt, unangenehme Empfindungen statistisch signifikant lindert. Da die verwendete reine Lavendel-Essenz hochkonzentriert war, welches unverdünnt Reizungen hervorrufen kann, wurde die Essenz 1:10 mit destilliertem Wasser verdünnt. In der experimentellen Gruppe wurden zwei Tröpfchen Lavendelessenz mit destilliertem Wasser 1:10 verdünnt – also 2 Tropfen Lavendelessenz auf 20 Tropfen Wasser. Diese Mischung wurde der Mutter in ihre Hände gegeben, und sie wurde gebeten, ihre Hände zusammen zu reiben und den Duft dann für 3 Minuten einzuatmen, die Hände 2,5 bis 5 cm von der Nase entfernt. In der frühen Öffnungsphase gab es keine messbaren Unterschiede, aber ab der aktiven Öffnungsphase war der Unterschied statistisch signifikant (Yazdkhasti et al, 2016)!

Aber das Lavendel hat auch positive Effekte auf euer medizinisches Personal (und Geburtsbegleiter ebenso 🙂 ). In einer Studie wurde erörtert, ob man mit dem Lavendelduft auch gegen den Stress von Krankenschwestern eine positive Veränderung erzielen könnte. Dazu wurde das Lavendelöl in einem frei zugänglichen Aufenthaltszimmer 24 Stunden am Tag diffusiert. Dies hat zu einer statistisch signifikanten Reduktion des Stresses bei den Krankenschwestern geführt (Johnson et al, 2017).

Also, schlagt zu, besorgt euch Lavendelessenz (aus dem echten Lavendel), und ob ihr es nun im Zerstäuber oder im Wasserbad benutzt, geniesst die herrliche Wirkung des Lavendels auf euch und eure Körper – und eures Begleitpersonals!

Aber damit ist es noch nicht zuende mit dem Nutzen des Lavendels. Lavendelessenz, wie oben gesagt, ist auch besonders gut bei Schlafproblemen – das kann ja auch mal vorkommen, entweder in der Schwangerschaft, oder auch danach (wenn das Kleine mal wieder unruhig war). Ich habe es damals auch im Zerstäuber bei meinen Kindern benutzt, rate allerdings dazu, dies bei euren Kindern unter 2 erst mit eurem Arzt abzuklären.

Und auch Lavendelöl ist eine feine Sache nach der Geburt. Sollte es nach der Geburt unangenehm sein, auf die Toilette zu gehen: statt danach mit Papier ranzugehen, ist ein kleines Wasserbad, mit ein paar Tropfen Lavendelöl, sehr angenehm – und sorgt dafür, dass alles schneller verheilt.

Viel Spass dabei!

Quellen:

Yazdkhasti, Mansoreh, and Arezoo Pirak. „The effect of aromatherapy with lavender essence on severity of labor pain and duration of labor in primiparous women.“ Complementary Therapies in Clinical Practice 25 (2016): 81-86. 

https://www.welt.de/lifestyle/article1530953/Was-gewoehnlicher-Lavendel-alles-kann.html 

http://www.aetherische-oele.net/aetherische-oele/lavendel.htm

Johnson, Kari, et al. „Use of aromatherapy to promote a therapeutic nurse environment.“ Intensive and Critical Care Nursing (2017).

 

Neue Berichte und Studien zu den negativen Folgen des gewaltsamen Drückens

In HypnoBirthing wissen wir schon lange, dass gewaltsames nach unten Drücken in der Geburt nicht gut ist, es gab dazu auch schon Studien, nun noch eine mehr.

Die wichtigste Änderung ist im Übrigen, dass Frauen nicht mehr dazu gebracht werden, sich auf den Rücken zu legen, eventuell sogar ermutigt werden, stehend, oder vorneübergebeugt, zu gebären. Und statt das Baby noch zusätzlich herauszuziehen, eher sein Eigengewicht unterstützt wird, damit es nicht allzu schnell geht. Auch das Hand auflegen auf das Perineum scheint zu helfen.

Hier zwei Zeitungsbericht dazu, allerdings in Englisch:

http://www.pressreader.com/uk/the-scottish-mail-on-sunday/20170423/282999694721134
http://www.independent.co.uk/life-style/women-childbirth-do-wrong-midwife-push-slow-alternative-positions-medway-foundation-trust-kent-a7698801.html

Und dies ist die im Artikel erwähnte Publikation dazu:

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0301211516301841

Drehung von Beckenendlage-Babys

In Woche 28 sind ca. 25% aller Babies in der Beckenendlage (also mit dem Popo nach unten statt mit dem Kopf), bei Geburt sind es noch ca. 3%, wobei diese Nummer stetig steigt (wahrscheinlich durch vieles und falsches Sitzen). In Woche 32 sind bis zu 11 % der Babys in der Beckenendlage, in der Woche 33 sind es dann nur noch ca. 5%. Bei Geburt noch ca. 3% (Williams Obstetrics. Cohain 2007 bestätigt, dass 50 % aller Babies, die in Woche 34 noch in Beckenendlage sind, sich von alleine bis Woche 38 nach unten drehen werden. Manche auch noch in der Geburt!

Es gibt viele Arten, die Beckenendlage (BEL) vor der Geburt möglicherweise zu beseitigen. Meine Vorliebe ist die „Prävention“ (so gut wie alle Babies sind irgendwann mit dem Popo nach unten, sie drehen sich normalerweise erst kopfüber, wenn der Kopf schwer genug ist und der Platz etwas enger wird) durch aktives Leben (Spaziergänge etc), und das richtige Sitzen, mit der Hüfte in neutraler Position (bzw. eher nach vorne gelehnt, auf keinen Fall in Reclinern stundenlang zurückgelehnt). Dann, ab Woche 28 könntet ihr zusätzlich gemächlich anfangen, Spinningbabies zu lesen, da gibt es tolle Tips auf Englisch.

Hier noch eine Übersicht, was ich dazu sonst noch gefunden habe:

Hypnose:
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Eine Studie von 1994 hat untersucht, was für einen Einfluss Hypnose auf Drehungen der Beckenendlage ab Woche 37 nehmen kann.

Die Kontrollgruppe hatte eine manuelle Drehung, und die Hypnosegruppe Hypnose und manuelle Drehung. Die Erfolgsrate der Kontrollgruppe war 47 %, die mit zusätzlicher Hypnose 81%.

Das ist schon sehr stattlich, finde ich. Allerdings war die Teilnehmerzahl klein (<200 in der Hypnosegruppe), aber der Unterschied ist sehr beachtlich, und deshalb auf jeden Fall ein gutes Indiz, dass Hypnose wahrscheinlich hilft.

Moxibustion und Akkupunktur:
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Es wird auch Moxibustion und Akkupunktur benutzt, um ab Woche 28 die Lage des Babys zu beeinflussen. Dazu habe ich folgende Informationen, mit einer genannten Studie gefunden: in der Studie (Kanajura, 2001) wurde versucht, ab Woche 28, Beckenendlagenbabys zur Drehung zu verhelfen. Die Kontrollgruppe (das ist die Gruppe, die quasi das Heimteim darstellt, gegen die die andere Gruppe gewinnen soll) bestand aus 224 Frauen. Diese Gruppe bekame körperliche Übungen und externe manuelle Drehung. Sie hatten eine spontane Korrekturrate von 73%.
Die experimentelle Gruppe (also das Auswärtsteam, das sich bewähren soll) bestand aus 133 Frauen. Sie erhielten 30 Minuten Moxibustion zu UB67 (das ist ein Akkupunkturpunkt am kleinen Zeh) täglich und Akupunktur, aber keine Übung oder externe manuelle Drehung. Die Studie fand eine Korrekturrate von 92%. Das klingt sehr gut.

Dennoch habe ich meine Probleme mit der Studie. Mein Problem kommt daher, dass die Studiengröße sehr klein ist. Da muss man immer sehr aufpassen. Zum Beispiel gibt es eben Zahlen von größeren Datenerhebungen, die besagen, dass in Woche 28  25 % aller Babys in BEL sind, und bei Geburt nur noch 3%. Das bedeutet, dass die Erwartung sein kann, dass sich 25-3%=22% aller Babys, die in BEL in Woche 28 sind, sich sowieso drehen werden. Da die Studie nur mit Schwangeren arbeitet, die in Woche 28 in BEL sind, entsprechen die also unseren 25%. Rechnen wir als diese absoluten Zahlen zu relativen um. Von 100% Schwangeren, die in Woche 28 ein BEL-Baby haben, werden bei Geburt nur noch 12 % ein BEL-Baby haben, also eine spontane Korrekturrate von 88%.

Das bedeutet also, dass diese Studie folgendes fand: diejenigen, die Bewegung und manuelle Drehung hatten, hatten eine Erfolgsrate von 73% (von 25% aller Schwangeren), was also unter den Zahlen die ich oben genannt hatte liegt (denn dann hätten es doch 88% aller Frauen sein sollen, die ihne weiteres Zutun eine Drehung erfahren hätten)… Das kann sehr leicht vorhommen, wenn die Zahl der untersuchten Fälle so klein ist – aber durch größere Datenerhebungen, kann man sehen, dass dies statistisch nicht aussagekräftig ist.

Mit Moxibustion und Akkupunktur war die Erfolgsrate 92 %, also um nur 4 % grösser als die erwarteten 88 %. Hier ebenfalls gilt: die Nummer der Frauen war einfach sehr klein. Diese 4 % könnte auch einfach eine Zufallsvariabilität sein – vor allem wenn wir uns dara erinnern, dass die alternative Moxibustion-Gruppe war fast nur halb so gross war wie die „normale“ Gruppe, und bereits bei der grösseren Gruppe kam es zu einer Abweichung von 15 % von dem was ganz ohne Hilfe erwartet hätte sollen. So was deutet häufig auf eine zu kleine Studiengruppe hin.

Nichts desto trotz, Moxibustion und vor allem Akkupunktur können sicherlich helfen, eine Beckenendlage zu drehen, da eine der vermuteten Gründe einer Beckenendlage nach 32 Wochen Verspannungen im Beckenbereich sind. Nur diese genannte Studie hat sie meiner Meinung nach nicht belegt.

Für mehr Infos:

Kanajura, Yoichi, et al. „Moxibustion treatment of breech presentation.“ The American journal of Chinese medicine 29.01 (2001): 37-45.

Moxibustion for breech presentation (Pregnancy, Birth and Beyond)

Moxibustion for breech presentation (Pregnancy, Birth and Beyond)http://www.pregnancy.com.au/birth-choices/breech-birth/moxibustion-for-breech-presentation.shtmlWhile the majority of breech babies turn spontaneously before birth, the longer a baby stays in the breech position with conditions becoming more cramped, the less likely it will…

 

 

 

 

 

Chiropraktische Webster-Technik
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die Studie zum Thema chiropraktische Hilfe für Beckenendlage-Behebung:

The Webster Technique: a chiropractic technique with obstetric implications. – PubMed – NCBIhttp://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12183701To survey members of the International Chiropractic Pediatric Association (ICPA); regarding the use of the Webster Technique for managing the musculoskeletal causes of…

hat meines Erachtens dieselben Schwächen wie die Moxibustion-Studie (Wochen 29-32, 81% Erfolgsrate, weniger als 200 Frauen in der Studie)… aber ich glaube voll und ganz, dass das Sinn macht :-).

Meine Empfehlung:
falls euer Baby um die Woche 28 immer noch in Beckenendlage ist, schaut euch die Seite von Spinningbabies an, die haben jede Menge Tips, die ihr selber zu Hause tun könnt:

Breech

Falls es immer noch in Beckenendlage in Woche 37 sein sollte würde ich euch raten, vor eurer manuellen Drehung eine Beckenendlage -Drehungs-Hypnosesession einzulegen, da dies der manuellen Drehung helfen wird.

Und zu guter Letzt: spätestens von Woche 28, achtet darauf, wie ihr sitzt, sitzt nicht nach Hinten gelehnt, sondern mit eurem Becken in einer neutralen Position! Und Bewegung, wie z.B. Spazieren gehen, das hilft eurem Becken auch, sich gesund auszurichten.

Viel Erfolg!

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Normenkurven (Perzentilkurven) – prä- und postnatal

Vor der Geburt wird versucht, das Baby „zu messen“ – mit Hilfe von einer recht grossen Bandbreite von mathematischen Formeln, die alle Schätzwerte sind, die mehr oder weniger genau sind. Und nach der Geburt geht dies genau so weiter.

Bei meinem ersten Baby hatten wir einen schweren Start, und danach war ich völlig versessen, mein Kind zu wiegen. Ständig lag mein Kind auf der Waage – jeden Tag ein Mal. Sogar in den Urlaub musste diese doofe Waage mit. Und das ging Monate lang so! Mein erstes Kind durfte mir auch so lange sie wollte an der Brust bleiben – bis zu vier Stunden allein am Abend! Das tat mir nicht gut – ich nahm zu. Und meinem Kind vielleicht auch nicht – sie wurde RICHTIG mollig – und sie schläft selbst heute noch nicht gut in der Nacht – denn sie hat bestimmt statt zu essen an meiner Brust geschlafen.

Bei meinem zweiten Kind hatte ich einiges aufgearbeitet und mir war klar: die Waage brauche ich nicht, um zu sehen, ob es meinem Kind gut geht.

Dann, ich glaube es war als mein Sohn 3 Monate alt war, eventuell schon mit 2 Monaten, bei einem der U’s (also Kinderarzt-Untersuchungen), hiess es:

„Frau Maier, Ihr Sohn ist zu klein. Sie sollten ihm Brei zufüttern. Eventuell ist er so klein, weil er nicht genug zu essen bekommt“.

Ich war davon überzeugt, dass Sillen das Beste für mein Kind ist, und zufüttern kam für mich auf gar keinen Fall in Frage. Mein Kind war PERFEKT. Rundungen, wo es sein sollte, halt nicht so gross, wie ein Durchschnittskind in Deutschland.

Nach einer kurzen Diskussion mit der Kinderärztin war das Thema Gott sei Dank vom Tisch.

Ich möchte euch erklären, weshalb das so war.

Diese Kurven kommen folgendermassen zustande: Da misst man eben eine Gruppe von Kindern, und fasst diese Daten zusammen (nehmen wir mal an, es gab keine Messfehler).

Dabei kommen dann diese schöne Kurven heraus, die man dann benutzt, um zu vergleichen, wie schwer oder leicht, gross oder klein, euer Kind im Vergleich mit den für diese Kurven vermessenen Kindern ist. Um das zu erleichtern wird in in der Grafik halt dargestellt, welche Werte ab welchem Wert man über oder unter 3%, 10%, 25%, 50%, 90% oder 97% der ebenfalls gemessenen Kindern war (das sind nicht dieselben Kinder, sondern zu jedem Messzeitpunkt ist die Datennutzung unabhänging von vorherigen Messungen – ja die Zahlen können von völlig anderen Kindern Kindern kommen – es gibt also keine Kontinuität).

Also: wenn 100 Kinder gemessen wurden, dann sind die beiden leichtesten Kinder eben unter 3%, das dritt-leichteste Kind gibt die Werte für die 3% Kurve, und so weiter. Die Werte an sich besagen dabei NICHT, ob die Kinder gesund sind! Nur, eben, wie sie im Vergleich mit den anderen vermessenen Kindern stehen. Aber: irgend jemand MUSS der Kleinste/Größte sein!

Ich weiss nicht sicher, wie die Daten für Kinder in utero, also vor der Geburt erhoben wurden – vermute aber, dass da eben die Zahlen benutzt werden, die der behandelnde Arzt beschlossen hat, in seine Akten aufzunehmen – diese haben dann eben schon von Haus aus ein Vermessungs-Problem eingebaut – die Gewichte sind einfach Schätzungen, und keine wirklichen Gewichtszahlen. Wenn die Zahl der Kinder, auf der die Kurve basiert, sehr gross wäre, würde die Ungenauigkeit dann verloren gehen – also die Zahlen nicht mehr beeinflussen – wenn der Fehler der Schätzung in beide Richtungen – also kleiner oder grösser – gleich häufig und gleich gross ist, im Durchschnitt. Ich nehme an, dass das so ist, da in vergleichenden Studien (von Schätzungsformeln) kein Unterschied gemacht wurde in welche Richtung der Fehler ging – aber das ist eine ANNAHME, ich bin mir da nicht sicher.

Normalerweise steht dann bei den Kurven, auf welchen Daten sie beruht. Da zum Beispiel Japaner eher kleiner sind also Europäer, beruhen solche Kurven dann auch häufig auf Daten einer bestimmten Untergruppe, wie z.B. bei uns in Deutschland beruhen die Perzentilkurven auf Daten die irgendwo in Deutschland erhoben wurden.

Die in meinem „Kinder-Untersuchungsheft“ abgedruckten Kurven – die eben bestimmten, ob mein Sohn „zu klein“ ist oder nicht, stammen aus einer Zusammenfassung anderer Studien, die diese Zahlen erhoben haben (Kromeyer-Hauschild et al, 2001). Ihr könnt dann bei euch nachschauen, ob die Quelle dieselbe ist, um zu wissen, ob die Infos in diesem und nächsten Paragraphen auch auf eur Kurven zutreffen. Wenn man einen oberflächlichen Blick in diese Zusammenfassung wirft, fällt folgendes auf: die Zahlen für 0-3-jährige kamen alle nur von Erhebungen aus einem Ort (Bad Hersfeld in Deutschland), zwischen 1985-1996, da wurden eben Zahlen der U1-U8 gesammelt. Für die U1-U6 (also im ersten Lebensjahr) scheinen die Daten pro Erhebungspunkt (welches die U1-U6-Zeiten waren) im Durchschnitt auf 160 gemessenen Kindern pro Geschlecht und U. U7 hatte etwa 250 gemessene Kinder pro Geschlecht). Für die U8 (also 3 Jahre alt) – nur 85 Jungen und 80 Mädchen! Noch nicht einmal 100 Messpunkte! So wenige Messwerte würde man normalerweise sehr kritisch betrachten, da sie kaum eine Verallgemeinerung zulassen – das ist im Übrigen auch in Kromeyer-Hauschild et al, 2001 so vermerkt – wird aber Eltern – und wohl Ärzten nicht mittgeteilt.

Spätere Messpunkte haben wenigstens 500 Messpunkte – das ist statistisch gesehen immer noch nicht besonders toll. Aber zumindest gab es da häufig wenigstens mehr als einen Ort, der Messwerte mit eingebracht hat in die Perzentilkurven. Warum ist das bemerkenswert? In einem Ort wie Bad Hersfeld, das mit ca 30.000 sehr klein ist, ist die „Biodiversität“, bzw weitere Faktoren, wie meine Kinder normal wachsen (z.B. weil die Gene der Familie es so und so „vorschreiben“, oder weil beide Eltern aus Japan kommen, oder weil einer der Eltern aus Holland kommt und sehr gross ist, usw), u.U. überhaupt nicht die, die zu mir und wo ich wohne passt – das heisst, es gibt mehr Grund, weshalb die Daten die benutzt wurden für mich und meine Kinder völlig unaussagekräftig sind.

Andere Merkmale werden nicht aufgenommen – wie gross sind die Eltern, wie spät sind die Eltern gewachsen, sind die Eltern deutsch oder japanisch und so weiter. Wobei es allerdings ganz klar ist, dass es jede Menge solcher Merkmale gibt, die die zu erwartende normale Entwicklung unserer Kinder beeinflussen. Es gibt sogar Studien die ganz klar in Frage stellen, ob man die herkömmlichen Kurven überhaupt dazu gebrauchen kann, um Aussagen über gesundheitliche Probleme der Kinder zu diagnostizieren, oder zu vermuten (Tinelli et al, 2014).

In Falle meines Sohnes ist es einfach so, dass ich und mein Mann beide keine Riesen sind, und es deshalb Sinn macht, dass auch meine Kinder nicht besonders gross sind und werden. Auch hatte ich die Daten meines Mannes zur Hand – er ist auch langsam gewachsen, dafür aber ist er lange weiter gewachsen, wo die meisten Jungen nur noch wenig gewachsen sind. Und mein Sohn kommt nach ihn – zumindest körperlich :-). Und damit war das Thema dann vom Tisch!

Noch ein weiteres Wort zu den Kurven. Die Quelle Kronmeyer-Hauschild et al 2001 wurde geschrieben, um bei Kindern Obesität abzuschätzen – da das sich immer mehr (weltweit) zu einem Problem entwickelt. Die Empfehlung hier ist, alle 10 Jahre neue Zahlen für die Kurven zu benutzen. Diese Empfehlung sehe ich als bedenklich an. Das genetische Material wird sich nicht so schnell verändern. Aber es ist bekannt, dass unsere Kinder immer dicker werden. Durch das „verjüngen“ der Zahlen der Perzentilkurven werden die Perzentilkurven irgendwann übergewichtige Kinder als „normal“ darstellen! Dann werden Kinder, die normal sind, auf einmal als „zu dünn“ gewertet werden!

Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist nicht für die medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung vorgesehen.

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Quellen:

Kromeyer-Hauschild, Katrin, et al. „Perzentile für den Body-mass-Index für das Kindes-und Jugendalter unter Heranziehung verschiedener deutscher Stichproben.“ Monatsschrift Kinderheilkunde 149.8 (2001): 807-818.

Tinelli, Andrea, et al. „Ultrasonographic fetal growth charts: an informatic approach by quantitative analysis of the impact of ethnicity on diagnoses based on a preliminary report on Salentinian population.“ BioMed research international 2014 (2014).

Vitamin D Mangel erhöht die Gefahr von Autismus

Babys und Kleinkindern werden mittlwerweile routinemässig Vitamin D Tabletten verschrieben. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass wir uns wenig draussen befinden, und wenn, dann immer schön abgedeckt – sei es, um uns vor Sonne oder Kälte zu schützen. Die Sonnencreme vermeidet dann den Rest. In Studien wurde gezeigt, dass es bei Erwachsenen generell zu Vitamin D Mangel kommt, egal ob im Winter oder im Sommer.

Auch für Schwangere ist dies wichtig zu wissen. Eine in 2011 (Hollis et al) erschienen Studie belegte, dass es sicher ist für Schwangere 4000 IE pro Tag einzunehmen. Diese Gruppe hatte meistens einen adequaten Vitamin D Spiegel bei der Geburt, die Gruppen, die weniger einnahmen, nicht immer.

Ein Mangel an Vitamin D wird mit einer Nummer von negativen Trends bei Mutter und Kind in Verbindung gebracht (z.B. Toko et al, 2016). In einer kleineren Studie von 2016 (Song et al) wurde eine mögliche Verbindung zwischen Kinder-Asthma und Vitamin D Mangel in der Schwangerschaft gesehen. Und in einer neuen Studie von 2016 (Vinkhuyzen et al) wurde eine Verbindung gesehen zwischen Vitamin D Mangel in der Schwangerschaft und die Häufigkeit von Autismus in 6-Jahre alten Kindern.

Im Übrigen besagt einen neuere Studie (Hollis et al, 2015), dass man seinem Baby das benötigte Vitamin D indirekt über die Brustmilch geben kann, indem die Mutter 6400 IE pro Tag zu sich nimmt!

Im Übrigen ist fettiger Fisch eine alternitive Quelle von Vitamin D, aber auch Milch, Lebertran, tierische Fette und Eigelb!

Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist nicht für die medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung vorgesehen.

Quellen:

Hollis BW, Johnson D, Hulsey TC, Ebeling M, Wagner CL. Vitamin D supplementation during pregnancy: double-blind, randomized clinical trial of safety and effectiveness. J Bone Miner Res. 2011 Oct;26(10):2341-57. doi: 10.1002/jbmr.463. Erratum in: J Bone Miner Res. 2011 Dec; 26(12):3001. PubMed PMID: 21706518; PubMed Central PMCID: PMC3183324.

Song H, Yang L, Jia C. Maternal vitamin D status during pregnancy and risk of  childhood asthma༚a meta-analysis of prospective studies. Mol Nutr Food Res. 2016  Dec 16. doi: 10.1002/mnfr.201600657. [Epub ahead of print] PubMed PMID: 27981740.

Vinkhuyzen AA, Eyles DW, Burne TH, Blanken LM, Kruithof CJ, Verhulst F, Jaddoe VW, Tiemeier H, McGrath JJ. Gestational vitamin D deficiency and autism-related
traits: the Generation R Study. Mol Psychiatry. 2016 Nov 29. doi: 10.1038/mp.2016.213. [Epub ahead of print] PubMed PMID: 27895322.

Toko EN, Sumba OP, Daud II, Ogolla S, Majiwa M, Krisher JT, Ouma C, Dent AE, Rochford R, Mehta S. Maternal Vitamin D Status and Adverse Birth Outcomes in Children from Rural Western Kenya. Nutrients. 2016 Dec 7;8(12). pii: E794. PubMed PMID: 27941597.

Hollis BW, Wagner CL, Howard CR, Ebeling M, Shary JR, Smith PG, Taylor SN, Morella K, Lawrence RA, Hulsey TC. Maternal Versus Infant Vitamin D
Supplementation During Lactation: A Randomized Controlled Trial. Pediatrics. 2015 Oct;136(4):625-34. doi: 10.1542/peds.2015-1669. PubMed PMID: 26416936; PubMed
Central PMCID: PMC4586731.

Langzeitfolgen von Kaiserschnitt

Es ist mittlerweile bekannt, dass „Gene-Expression“, also wie sich die Gene, die ein Mensch mitbekommen hat, ausdrücken, sich ein Leben lang ändern kann. So hat man sogar Effekte im genetischen Code von Kindern gefunden, je nachdem ob der Vater rauchte oder nicht.

Deshalb, und auch aus anderen Gründen, fordern manche Forscher, wie z.B. Michel Odent, schon seit langem, dass man die Langzeitfolgen vom Kaiserschnitt untersuchen und verstehen muss, denn sie sind ebenfalls Risiken des Kaiserschnitts, die man in Erwägung ziehen sollte, wenn man einen Kaiserschnitt aus anderen Gründen in Erwägung zieht als dem, dass entweder die Mutter oder das Kind ein akutes medizinisches Problem hat.

In einer neuen Übersichts-Studie (also eine, die mehrere Studien zusammenfasst) von Li et al, 2013, zum Thema Langzeitfolgen wie Übergewicht und Fettleibigkeit ist die Schluss, dass es einen moderaten Zusammenhang gibt, der allerdings Implikationen haben sollte, wie man mit Kaiserschnitten umgeht.

Eine andere Meta-Analyse (also wieder eine, die mehrere Studien zusammenfasste), hat den Zusammenhang zwischen Kinderalter-Diabetes Typ 1 („childhood-onset diabetes mellitus 1“)  und Kaiserschnitt betrachtet. Nach Zusammenführung von 20 Studien kamen die Authoren zum Schluss, dass es eine 20 Prozentige Erhöhung des Risikos von Kindheit-Beginn Typ 1 Diabetes nach Kaiserschnitt-Geburt gibt, die nicht durch bekannte andere Gründe für eine Risikoerhöhung (größeres Geburtsgewicht, kürzere Austragezeit und größeres mütterliches Alter) erklärt werden kann – also nach heutigem Stand der Informationen dem Kaiserschnitt als Geburtsmodus zuzuschreiben sind.

Quellen:

Li HT, Zhou YB, Liu JM. The impact of cesarean section on offspring overweight and obesity: a systematic review and meta-analysis. Int J Obes (Lond). 2013 Jul;37(7):893-9. doi: 10.1038/ijo.2012.195. Review. PubMed PMID: 23207407 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23207407/

Cardwell CR, Stene LC, Joner G, Cinek O, Svensson J, Goldacre MJ, Parslow RC, Pozzilli P, Brigis G, Stoyanov D, Urbonaite B, Sipetić S, Schober E, Ionescu-Tirgoviste C, Devoti G, de Beaufort CE, Buschard K, Patterson CC. Caesarean section is associated with an increased risk of childhood-onset type 1 diabetes mellitus: a meta-analysis of observational studies. Diabetologia. 2008 May;51(5):726-35. doi: 10.1007/s00125-008-0941-z. PubMed PMID: 18292986. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18292986/

 

 

Frühzeitige Geburtsphase – wenn der Gebärmutterhals noch nicht ganz offen ist

Es wird häufig immer wieder betont, dass die Mutter erst anfangen darf, das Baby herunterzuatmen, wenn der Gebärmutterhals völlig offen ist.

Ich habe bereits andere Stimmen gehört, die sagten, man dürfe bereits vorher anfangen, das Baby herunterzuatmen – solches macht Sinn, wenn wir sagen, wir vertrauen unserem Körper und folgen unserem Geburtsinstinkt.

Ich bin gerade auf einen Beitrag gestossen von Dr. Rachel Reed, in dem sie sich ganz klar gegen ersteres, also dass man auf Vollendung warten muss, ausspricht. Sie sagt, es wird immer wieder behauptet – aber sie selber hat es noch nie erlebt, dass das spontane Herunteratmen der Mutter (also nicht angeleitet) zu Verletzungen geführt hätte.

Sie sagt ebenfalls, dass „eine kürzlich durchgeführte Zusammenführung von verfügbaren Forschungsergebnissen (Tsao 2015) folgendes folgerte: „Das Herunteratmen mit dem frühen Drang vor der vollen Dilatation scheint das Risiko von zervikalen Ödemen oder anderen negativen maternalen oder neonatalen Outcomes NICHT zu erhöhen.“

Hier ist der originale Beitrag von Dr. Rachel Reed:

The Anterior Cervical Lip: how to ruin a perfectly good birth | MidwifeThinking

The Anterior Cervical Lip: how to ruin a perfectly good birth | MidwifeThinkinghttps://midwifethinking.com/2011/01/22/the-anterior-cervical-lip-how-to-ruin-a-perfectly-good-birth/Here is a scenario I keep hearing over and over: A woman is labouring away and all is good. She begins to push with contractions, and her midwife encourages her to follow her…

Fruchtblase frühzeitig geöffnet – Einleitung?

Neue Forschungsergebnisse besagen, dass das Standard-Verfahren „Geburtseinleitung nach frühzeitigem Öffnen der Fruchtblase“ nicht der beste Weg ist, zumindest nicht in SSW 34-37 (dies ist das Zeitfenster der studierten Fälle).

In dieser Studie von van der Ham wird gefunden, dass ein frühzeitiges Öffnen der Fruchtblase kein guter Grund für eine Einleitung ist, und man stattdessen es gut überwachen sollte, und soweit keine weiteren Probleme auftauchen, es einfach überwacht werden sollte. So können die Kinder häufig bis nach Woche 37 ausgetragen werden, welches statistisch zu besseren Ergebnissen führt.

Expectant management with close monitoring of mother and neonate should be practised after late preterm prelabour rupture of membranes -- van der Ham -- Evidence-Based Medicine

Expectant management with close monitoring of mother and neonate should be practised after late preterm prelabour rupture of membranes — van der Ham — Evidence-Based Medicinehttp://ebm.bmj.com/content/early/2016/05/17/ebmed-2016-110433.extractPreterm prelabour rupture of membranes (PPROM) affects 2–5% of all pregnancies and accounts for 40% of all preterm deliveries. It is associated with maternal and perinatal…

 

 

 

 

Dasselbe wurde auch in einer anderen, noch grösseren Studie gefunden (Morris et al, 2015).

http://www.thelancet.com/pdfs/journals/lancet/PIIS0140-6736(15)00724-2.pdf

Quellen:

van der Ham DP. Expectant management with close monitoring of mother and neonate should be practised after late preterm prelabour rupture of membranes. Evid Based Med. 2016 Aug;21(4):141. doi: 10.1136/ebmed-2016-110433. PubMed PMID: 27190076.

Morris, Jonathan M., et al. „Immediate delivery compared with expectant management after preterm pre-labour rupture of the membranes close to term (PPROMT trial): a randomised controlled trial.“ The Lancet 387.10017 (2016): 444-452.

 

Zuckende Beine in der Schwangerschaft – Restless Legs Syndrome

Das kann das Restless Legs Syndrome (RLS) sein. Ich hatte dies ebenfalls während meiner zweiten Schwangerschaft, und auch schon, weniger prominent, in meiner ersten Schwangerschaft. Es scheint so, dass jede dritte Schwangere dieses Syndrom in der Schwangerschaft hat.

(http://www.baby-und-familie.de/Schwangerschaft/Restless-Legs-Syndrom-in-der-Schwangerschaft-152403.html)

Hier sind ein paar Tips:

„Unbedingt muss ein Eisenmangel ausgeglichen werden. Dadurch können gegebenenfalls RLS-Beschwerden verschwinden. Über eine Ferritin-Bestimmung kann ein Eisenmangel am besten diagnostiziert werden. Deshalb gehört die Ferritin-Bestimmung zur RLS-Diagnostik. Manche Autoren empfehlen Schwangeren vorbeugend gegen RLS-Beschwerden die Einnahme von Folsäure. Folsäure gehört zum Vitamin-B-Komplex und ist beispielsweise für die Blutbildung wichtig. Weiterhin kann sich Magnesium günstig auswirken.“ (Prof. Dr. Jörn P. Sieb)

Auf http://www.healthline.com/health/restless-leg-syndrome/link-between-magnesium-and-rls sagt Dr. med Carolyn Dean, dass Magnesium besonders wichtig sei bei RLS, da sonst zu viel Kalzium einen irritierenden Effekt auf Nervenzellen haben kann:

„Carolyn Dean, MD, medical director for the Nutritional Magnesium Association, who specializes in nutrition and health issues, says, “The best treatment is with any form of magnesium because magnesium relaxes muscles and nerves. Furthermore, calcium causes contraction in skeletal muscle fibers, and magnesium causes relaxation. When there is too much calcium and insufficient magnesium inside a cell, you can get sustained muscle contraction: twitches, spasms, and even convulsions. Magnesium permits a small amount of calcium to enter a nerve cell, just enough to allow electrical transmission along the nerves to and from the brain, then forces it back outside. Too much calcium, without the balancing effect of magnesium, can irritate delicate nerve cells of the brain. Cells that are irritated by calcium fire electrical impulses repeatedly, depleting their energy stores and causing cell death.  (5)“

In einem kürzlich veröffentlichten Konzensus zu Therapie von Restless Legs Syndrome (Picchietti et al, 2015), haben die Authoren zusammengefasst, wie effektiv verschiedene Behandlungsansätze sind. Dabei fällt auf, dass nichts definitiv empfohlen wird, ausser weitere verschlimmernde Handlungen zu vermeiden. Wahrscheinlich gut als Behandlung sind folgende nicht-medikamentöse Dinge: moderater Sport, Massage, Behandlung von vorliegender obstruktiver Schlafapnoe, Yoga, Eiseneinnahme (oral oder intravenös).

Folgende bekannte Faktoren machen RLS schlimmer: Eisenmangel, verlängerte Unbeweglichkeit (Flugzeug, Auto, etc.), serotonerge Antidepressiva. Ausserdem wird vermutet, dass folgende Faktoren auch eine Rolle spielen könnten: sedierende Antihistamine, Dopaminantagonisten (Antiemetika, Antipsychotika), Schlafentzug, Schlafapnoe, Hypoxie, Koffein, Tabak, Alkohol, Schmerz, periphere Neuropathie, Radikulopathie, venöse Insuffizienz und entzündliche /  immunologische Zustände.

Dann ist dieser Beitrag ebenfalls interessant zu dem Thema, und was gut besonders gut ist, er kommt mit einer Liste von Lebensmitteln, die die jeweiligen Vitamine und Mineralien enthalten:

What Is Restless Leg Syndrome And How It Can Be Treated

Und zu guter Letzt:

http://www.lifeextension.com/protocols/neurological/restless-leg-syndrome/page-05

Erstveröffentlichung: Juli 2016

Quellen:

Picchietti DL, Hensley JG, Bainbridge JL, Lee KA, Manconi M, McGregor JA, Silver RM, Trenkwalder C, Walters AS; International Restless Legs Syndrome Study Group (IRLSSG).. Consensus clinical practice guidelines for the diagnosis and treatment of restless legs syndrome/Willis-Ekbom disease during pregnancy and lactation. Sleep Med Rev. 2015 Aug;22:64-77. doi: 10.1016/j.smrv.2014.10.009. Review. PubMed PMID: 25553600.

 

Die Wellenatmung: warum es Sinn macht

Die Wellenatmung wird im HypnoBirthing gelehrt und für die gesamte Öffnungsphase empfohlen. Die Öffnungsphase ist die Zeit von der ersten Welle, bis hin zur Geburtsphase, welches die Phase ist, in der sich das Baby langsam (oder auch sehr schnell) auf den Weg nach draussen begibt. Damit ist es im Normalfall vor allem die Wellenatmung, die HypnoBirthing-Mamas während der Geburt anwenden.

Die Wellenatmung ist ein sehr langsames ein- und ausatmen, das darüber hinaus vor allem durch das Atmen in den Bauch (also eine Zwerchfellatmung) und durch das balancierte Ein-und Ausatmen charakterisiert wird (man atmet also genau so lange ein wie aus).

Wozu ist das denn eigentlich gut? Welche wissenschaftliche Basis gibt es für so eine Empfehlung? Da diese Basis meines Wissens nirgends erörtert wird, wollte ich dies endlich genauer wissen.

Als erstes sei festgehalten, dass man durch Atemtechniken (aber auch durch weitere Verhaltensweisen, wie das Nichtstun, oder das Rennen etc.) einen gewissen Einfluss auf das vegetative Nervensystem nehmen kann, was direkt nicht möglich ist (Telles et al, 1994, Brown & Gerbarg, 2005), da das vegetative Nervensystem (VNS) jenes ist, das unwillkürliche lebenswichtige Funktionen (Vitalfunktionen) wie Herzschlag, Atmung, Verdauung und Stoffwechsel kontrolliert und steuert. Das VNS nimmt darüber hinaus auch Einfluss auf andere Organe oder Organsysteme, wie z.B. Sexualorgane, Endokrine Drüsen (Hormone, wie z.B. die Hypophyse, die in der Geburt Oxytocin produziert), oder das Blutgefäßsystem (Blutdruck). Diese Liste zeigt auf, dass das VNS durchaus auch Einfluss auf die Geburt nimmt. Deshalb sind also Atemtechniken in der Geburt wichtig.

Warum es besser ist, durch die Nase zu atmen, ist bereits in dem u.g. Blogeintrag erörtert worden; ich bitte euch, den u.g. Blogeintrag ebenfalls zu lesen. Zusammenfassend sei gesagt, dass die Vorteile der Nasenatmung vielfältig sind. Eine, dieser Vorteile, ist, dass dadurch ca. 15% mehr Sauerstoff aufgenommen wird (Cottle, 1972). Diesen Vorteil kann man durch Atemtechniken weiter ausbauen, wie eine Reihe von Studien zeigen – und die Wellenatmung ist eine solche Atemtechnik.

Atemforschung belegt, dass reduzierte Atmungsraten von 5 – 6 Atemzüge pro Minute die Vagusaktivierung erhöhen können, welches zu einer Verringerung der sympathischen Aktivierung, einer Erhöhung der parasympathischen Aktivierung, und einer erhöhten kardial-vagalen Baroreflexempfindlichkeit (BRS) führt (Bernardi et al, 2002, Joseph et al, 2005, Raupach et al, 2008).  All dieses korreliert mit der psychischen und physischen Gesundheit (Mason et al, 2013).

Eine Studie (Mason et al, 2013) hat gefragt, worauf es dabei für Ungeübte in Atemtechniken ankommt – längere Ausatmung als Einatmung, mit oder ohne Ujjayi Verengung der Glottis im Kehlkopf, usw. Der maximale Anstieg der BRS und Abnahme des Blutdrucks wurden bei langsamer Atmung mit gleich langer Ein- und Ausatmung gefunden. Dies entsprach einer signifikanten Verbesserung der Sauerstoffsättigung ohne Erhöhung der Herzfrequenz.

Ausserdem kann man rhythmische Atmung dazu benutzen, um den Praktizierende in einen tiefen meditativen Zustand der Entspannung zu führen und sein Körperbewusstsein zu fördern (Carter & Carter, 2016). Beide diese Punkte sind gut für die Geburt, da die Gebärende nach Möglichkeit entspannt ist, und in sich und ihren Geburtskörper geht, den Neokortex ausschaltend (Odent, 2016).

Also: es ist zwar nicht wissenschaftlich belegt, dass langsames Atmen in der Geburt x und y positive Auswirkungen hat (und auf so eine Studie würde ich nicht warten 😉 ), aber von den generellen Daten über Atmung kann man schliessen, dass es höchstwahrscheinlich sehr positive Auswirkungen hat, eine verlangsamte Atmung in der Geburt zu betreiben, die genau so viel Zeit in der Einatmung verbringt wie in der Ausatmung. Die hier aufgeführten Studien empfehlen eine Atemlänge, die etwa 10 – 12 Sekunden in einem Atemzyklus verbringen, was bei gleich langem EIn- und Ausatmen also etwa 6 Sekunden für das Ein- bzw. Ausatmen. Übrigens: Normaler Rhythmus ist zwischen 12 und 20 Atemzyklen pro Minute –  also zwischen 3 – 5 Sekunden pro Zyklus.

Siehe bitte auch folgende Blog-Einträge zum Thema der Atmung (während der Geburt):

Die Geburtsatmungen sind Zwerchfellatmungen

Warum ist es gut, durch die Nase zu atmen (bei der Geburt)?

Copyright © 2016 Viktoria Maier. This is an open access article distributed under the Creative Commons Attribution License, which permits unrestricted use, distribution, and reproduction in any medium, provided the original work is properly cited.

Quellen:

Bernardi L, Porta C, Spicuzza L. et al., “Slow breathing increases arterial baroreflex sensitivity in patients with chronic heart failure,” Circulation, vol. 105, no. 2, pp. 143–145, 2002.

Brown RP, Gerbarg PL. Sudarshan Kriya Yogic breathing in the treatment of stress, anxiety, and depression. Part II–clinical applications and guidelines. J Altern Complement Med. 2005 Aug;11(4):711-7. Review. PubMed PMID: 16131297.

Carter KS, Carter III R. Breath-based meditation: A mechanism to restore the physiological and cognitive reserves for optimal human performance. World Journal of Clinical Cases. 2016;4(4):99-102. doi:10.12998/wjcc.v4.i4.99.

Cottle MH. Nasal breathing pressures and cardio-pulmonary illness. Eye Ear
Nose Throat Mon. 1972 Sep;51(9):331-40. PubMed PMID: 5068888.

Joseph C. N., Porta C., Casucci G. et al., “Slow breathing improves arterial baroreflex sensitivity and decreases blood
Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine 7 pressure in essential hypertension,” Hypertension, vol. 46, no. 4, pp. 714–718, 2005.

Mason H, Vandoni M, deBarbieri G, Codrons E, Ugargol V, Bernardi L. Cardiovascular and Respiratory Effect of Yogic Slow Breathing in the Yoga Beginner: What Is the Best Approach? Evidence-based Complementary and Alternative Medicine : eCAM. 2013;2013:743504. doi:10.1155/2013/743504.

Odent, M. Es ist nicht egal, wie wir geboren werden. Risiko Kaiserschnitt. 18. April 2016. Mabuse-Verlag; 3. Aufl.

Raupach T., Bahr F., Herrmann P. et al., “Slow breathing reduces sympathoexcitation in COPD,” The European Respiratory Journal, vol. 32, no. 2, pp. 387–392, 2008.

Telles S, Nagarathna R, Nagendra HR. Breathing through a particular nostril
can alter metabolism and autonomic activities. Indian J Physiol Pharmacol. 1994
Apr;38(2):133-7. PubMed PMID: 8063359.

„Endokrines System (Hormonsystem) und endokrine Organe“, https://www.lecturio.de/magazin/endokrines-organe-hormonsystem/ aktualisiert 01.09.2016

„Endokrine Drüse“, https://de.wikipedia.org/wiki/Endokrine_Dr%C3%BCse

 

 

 

Warum ist es gut, durch die Nase zu atmen (bei der Geburt)?

In HypnoBirthing haben wir eine Nummer von Atemtechniken für die Geburt, die uns helfen, eine entspannte und positive Haltung in der Geburt zu haben, und zusätzlich die natürlichen Vorgänge unseres gebärenden Körpers zu unterstützen.

Alle Atemtechniken werden dabei durch die Nase vorgenommen, nicht durch den Mund. Das hat eine Nummer von Vorteilen, und viele davon sind generell wahr:

  • der Atem erlaubt uns, einen gewissen Einfluss auf unser vegetatives Nervensystem zu nehmen, was ansonsten völlig unwillkürlich unsere Körperfunktionen steuert (Telles et al, 1994, Brown & Gerbarg, 2005)
  • wer durch die Nase atmet, nimmt 10 – 15 % mehr Sauerstoff auf (Cottle, 1972)
  • „Die innere Nase liefert nicht nur etwa 90% der Atemluft-Klimatisierungsanforderung, sondern bewahrt auch etwa 33% der ausgeatmeten Wärme und Feuchtigkeit“ (Elad et al, 2008)
  • Das Atmen durch die (verengende) Nase führt zu grösserem Lungenvolumen (Swift et al, 1988)

Für Geburten kommen noch folgende wichtige Punkte hinzu:

  • Das Atmen durch den Mund sendet mehr Sauerstoff in den präfrontalen Kortex, was bedeuten könnte, dass er mehr angeregt wird. Der Präfrontale Kortex ist Teil des Neokortex, den wir bei der Geburt eher nicht aktivieren möchten.
  • Es wird vermutet, dass das Atmen durch die Nase uns weiter in den parasympathetischen Bereich unseres vegetativen Nervensystems bringt, und Mundatmung eher in den sympathetischen Bereich (Brown & Gerbarg, 2005). Dies ist in der Form allerdings nicht klar durch Studien belegt.

Hiermit wünsche ich euch ein angenehmes und gesundes Atmen durch die Nase!

Quellen:

Telles S, Nagarathna R, Nagendra HR. Breathing through a particular nostril
can alter metabolism and autonomic activities. Indian J Physiol Pharmacol. 1994
Apr;38(2):133-7. PubMed PMID: 8063359.

Cottle MH. Nasal breathing pressures and cardio-pulmonary illness. Eye Ear
Nose Throat Mon. 1972 Sep;51(9):331-40. PubMed PMID: 5068888.

Elad D, Wolf M, Keck T. Air-conditioning in the human nasal cavity. Respir Physiol Neurobiol. 2008 Nov 30;163(1-3):121-7. doi: 10.1016/j.resp.2008.05.002.

Sano M, Sano S, Oka N, Yoshino K, Kato T. Increased oxygen load in the prefrontal cortex from mouth breathing: a vector-based near-infrared spectroscopy study. Neuroreport. 2013;24(17):935-940. doi:10.1097/WNR.0000000000000008.

Swift AC, Campbell IT, McKown TM. Oronasal obstruction, lung volumes, and
arterial oxygenation. Lancet. 1988 Jan 16;1(8577):73-5. PubMed PMID: 2891980.

Richard P. Brown and Patricia L. Gerbarg. The Journal of Alternative and Complementary Medicine. March 2005, 11(1): 189-201. doi:10.1089/acm.2005.11.189.

 

Datteln in der Schwangerschaft verkürzen die Geburt?

Diese Studie fand, dass das Essen von 6 Datteln am Tag im letzten Monat der Schwangerschaft die Länge der Öffnungsphase fast halbierte, und Induktionen und Verabreichung von Wellenverstärkenden* Mitteln bedeutend seltener ist:

The effect of late pregnancy consumption of date fruit on labour and delivery. - PubMed - NCBI

The effect of late pregnancy consumption of date fruit on labour and delivery. – PubMed – NCBIhttps://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21280989We set out to investigate the effect of date fruit (Phoenix dactylifera) consumption on labour parameters and delivery outcomes. Between 1 February 2007 and 31 January 2008 at…Na, da kann man ja nur zugreifen – aber wegen des hohen Zuckergehalts bitte nicht übertreiben!Na, da kann man ja nur zugreifen – aber wegen des hohen Zuckergehalts bitte nicht übertreiben!

Na, da kann man ja nur zugreifen – aber wegen des hohen Zuckergehalts bitte nicht übertreiben!

Hier noch zu Datteln:

Datteln Gesundheit der Wüste

und ausserdem gut zu wissen (http://www.essen-gesundheit.de/lebensmittel/datteln-gesundheit-der-wuste/):

Auswirkungen von Datteln auf den glykämischen Index

Die Auswirkungen von Datteln auf den Zuckerhaushalt sind deutlich geringer als bei gewöhnlichem Haushaltszucker und allen Süßigkeiten, die daraus hergestellt werden.
Wer mit Datteln nascht, setzt seinem Körper zwar einer geballten Ladung Kohlenhydrate aus. Diese sind allerdings nicht isoliert wie bei sonstigen Süßigkeiten. Zahlreiche Nährstoffe, Vitamine, sowie Aminosäuren und Ballaststoffe sorgen dafür, dass der Zucker wesentlich langsamer ins Blut übergeht. Dadurch bleibt der Blutzuckerspiegel sowie die Insulinausschüttung konstanter. Die Folge: Eine ausgeglichene Energieversorgung ohne Heißhungerattacken.“

* Wellen ist das Wort, dass man in HypnoBirthing für Wehen benutzt

Essen und trinken während der Geburt

Als ich mich auf die Geburt meines ersten Kindes vorbereitet habe, haben mir Hebammen gesagt, ich solle Energieriegel und isotonische Getränke zur Geburt einpacken.

Wie überrascht war ich also, als ich in Michel Odent’s Buch „Es ist nicht egal, wie wir geboren werden“ folgendes gelesen habe (das ist ein bisschen Zitat, ein bisschen Zusammenfassung… ich weiss, das ist ein wenig schlampig… aber so ist’s halt, wenn man’s am Strand zusammenfasst…. 😉 ).

Michel Odent sagt auf Seite 137:

Wir brauchen nicht mehr Energie für die Geburt, weil unsere Skelettmuskeln, die viel Energie brauchen, zur Ruhe kommen wähhrend der Geburt, und die Muskeln, die tatsächlich noch was tun, wie z.B. die Gebärmutter, glatte Muskeln sind, die 20  bis 400 Mal so energieeffizient sind, wie Skelettmuskeln. Ausserdem können diese glatte Muskeln ohne Weiteres auf Fettsäuren statt Glykose als Kraftstoff zurückgreifen.

Ausserdem hat man festgestellt in einem Test, dass Gebärende so gut wie kein Fett verbrauchen. Tatsächlich verbrauchen Gebärende weniger Energie als wenn wir einfach nichts tun.

Noch dazu sollte man wissen, dass reiner Zucker die Schmerzgrenze herabsetzt, das heisst also, wenn man zuckerreiche Sachen zu sich nimmt bei der Geburt, zut’s mehr weh.

Ausserdem ist erwiesen, dass bei Neugeborenen die Gelbsucht verstärkt auftritt, wenn die Mutter eine glukosehaltige Infusion erhalten hat.

Zum Trinken, was in HypnoBirthing dem Partner als einer seiner Tätigkeiten aufgelegt wird, schreibt er: der Wasserbedarf bei der Geburt wird überschätzt. Tatsächlich verlieren Gebärende nicht sehr viel Wasser, weil das in der Hypnphyse gebildete Hormon Vasopressin regulierend eingreift, und die Skelettmuskeln nicht aktiv sind. Deshalb könnte das eigentliche Risiko in einer Wasservergiftung und einem geringen Natriumgehalt im Blut bestehen, und nicht im Wasserverlust!

„Eine volle Blase ist eine weitere unangenehme Folge der Marathonanalogie“ bei der Geburt.

Also, hier auch gilt es: vertraut eurem Körper, hört auf ihn. Er weiss schon, was er braucht (Kaveat vielleicht bei den Damen, die wissen, dass sie generell nicht genug trinken….).

Gesundheitsbedenken bei Ultraschalluntersuchungen des Babys vor der Geburt

Beim Lesen von Dr. Rockenschaub’s Buch „Gebären ohne Aberglauben“ wird der Ultraschall erwähnt. Auf Seite 151 der dritten Auflage des Buches schreibt er: „Grob fassbare Schäden bei der Anwendung von Ultraschall sind bisher nicht nachgewisesn worden. […] Theoretisch ist aber – sowohl von der Schockmechanik wie der Ultraschallchemie betrachtet – die Möglichkeit der Läsionen im Strukturierungsmuster der in Entwicklung befindlichen Zellen des Gehirns eher anzunehmen als auszuschliessen. “

Dazu kommt die Studie an Mäusen von 2006.

Prenatal exposure to ultrasound waves impacts neuronal migration in mice

Prenatal exposure to ultrasound waves impacts neuronal migration in micehttp://www.pnas.org/content/103/34/12903Neurons of the cerebral neocortex in mammals, including humans, are generated during fetal life in the proliferative zones and then migrate to their final destinations by…

 

 

Die Studie findet, dass Ultraschall bei den Mäusen dazu führen konnte, dass Neuronen in deren Gehirnen sich nicht normal verändern konnten, sondern zurückgehalten wurden. Solcher Einfluss könnte möglicherweise zu Gehirnanomalien wie geistige Retardierung und Anfällen führen.

So fand eine Studie (Campbell 1993) dass 2-4-jährige Kinder, die Sprachentwicklungsprobleme hatten, während der Schwangerschaft häufiger Ultraschalluntersuchungen ausgesetzt waren. Seit 1993 sind aber die eingesetzten Ultraschallgeräte 6-8 mal so stark wie damals!

Ausserdem stehen diese Ultraschalluntersuchungen im Verdacht, Autismus auszulösen (Dr. Manuel Casanova).

Zu der Mäusestudie gab es dann diese Veröffentlichung eines Gynekologen, sozusagen als „Antwort“:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/uog.3983/pdf

Ich denke, Ultraschall ist ein sehr gutes und absolut notwendiges Diagnosemittel, wenn nötig. Allerdings sollte man sich immer fragen, welche Diagnosen und Einblicke man wirklich braucht. Rumack, Professor für Pädiatrie und Radiologie an der University of Colorado School of Medicine sagt: „Die Studie ist ein weiterer Beweis, dass man Ultraschall nicht zum Aufnehmen von Aufbewahrungs-Videos benutzen sollte […].“ (siehe naturalchild.org:)

Schadet häufiger Ultraschall in der Schwangerschaft dem ungeborenen Baby?

Schadet häufiger Ultraschall in der Schwangerschaft dem ungeborenen Baby?http://www.hebammenwissen.info/schadet-haeufiger-ultraschall-in-der-schwangerschaft-dem-ungeborenen-baby/Häufige Ultraschalluntersuchungen werden selbst bei risikoarmen Schwangerschaften immer üblicher. Eine Ultraschallaufnahme nehmen viele Schwangere inzwischen bei jedem Vorsorgetermin wahr, inklusive einem oder mehreren Vaginalultraschall(en) im ersten Schwangerschaftsdrittel. So kommen nicht selten bis zu 10 Ultraschallbilder und mehr im Verlauf der Schwangerschaft zusammen, um das Baby in seiner verborgenen Welt schwarz auf weiß zu sehen.

Yale Study Links Prenatal Ultrasound to Brain Damage - The Natural Child Project

Yale Study Links Prenatal Ultrasound to Brain Damage – The Natural Child Projecthttp://www.naturalchild.org/research/yale_ultrasound.htmlPhysicians should continue to be prudent about the use of ultrasound and perform the study only when medically necessary and when benefits outweigh risk, according to the…

HypnoBirthing in Zahlen

In diesem Artikel wurde gezeigt, dass für Erstgeburten die Länge der Geburt mit HypnoBirthing Anwendung etwa 1/3 kürzer ist – im Durchschnitt 3 Stunden.

Ausserdem brauchten nur 4 % aller HypnoBirthing-Geburten einen Not-Kaiserschnitt, anstatt ca 15 %, die ohne HypnoBirthing gebärten!

Diese Zahlen bestätigen, was ich bereits über die Gültigkeit aller Aufschlüsse über Geburten durch „normale“ Studien bemerkt habe – man kann nicht wirklich von einer Geburt unter „modernen“ Umständen auf Geburten schliessen, die angstfrei und in einem Millieu des Verständnisses der Grundbedürfnisse der gebärenden Frau erfolgen.

Dieser Artikel ist in Englisch:

Record numbers turn to hypnobirthing for a fear-free, easier birth experience | Obs Gynae & Midwifery News – Incorporating Women's Health

Record numbers turn to hypnobirthing for a fear-free, easier birth experience | Obs Gynae & Midwifery News – Incorporating Women’s Healthhttp://www.ogpnews.com/2016/06/record-numbers-turn-to-hypnobirthing-for-a-fear-free-easier-birth-experience/14938According to recent statistics released by Colchester Hospital University, the number of couples taking hypnobirthing courses has risen fourteenfold in the last four years. In…

Die Stunde nach der Geburt – Baby-iniziiertes Stillen

Gut für Baby ist das Selbstiniziieren des ersten Stillens. Ich möchte auch das Augenmerk auf die Kraft des Babys nach der Geburt lenken. Es ist durchaus stark genug, sein eigenes Köpfchen zu halten. Häufig übertreiben wir den „Schutz“ des Nackens zu einem Punkt, wo das Baby die bereits vorhandenen Muskeln wieder verliert, da es sie nicht mehr benutzt. Nach der Geburt sollte diese Kraft im Nacken gefördert werden, damit sie erhalten bleibt.

Nicht gleich nach der Geburt, aber anscheinend haben dieses Mutter-Baby Paar es weitergemacht… wirklich süss, wie das Baby an der Mutter interessiert ist. Und schaut mal, was für eine Kontrolle der Kleine im Nacken schon so schnell hat!

Das erste Andocken war nicht gut, deshalb geht er noch mal runter, saugt ein wenig an seiner Hand, und dann zum zweiten Versuch noch mal ran! Und das scheint ein sehr schönes Andocken zu sein, so wie sein Kinn sich schön in den unteren Teil der Brust vergräbt, und oben noch viel vom Vorhof zu sehen ist.

Gutes Gelingen!

Hausgeburt vs Hospitalgeburt

Es gibt mehr und mehr Studien zu dem Thema. Ich bin auf eine Studie gestossen, die diese Studien in eine vereinigt. (www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4399594/):

 

„the majority of studies across a variety of countries have shown no increase in neonatal morbidity and mortality for planned home birth.[…] Additionally, maternal outcomes are consistently better for planned home birth, including less intervention and fewer complications.[…] Satisfaction with the birth experience is also high in the home birth setting.“

Das besagt also, dass Hausgeburten sind für Schwangerschaften mit niedrigem Risiko genau so sicher für das Baby wie Krankenhausgeburten. Ausserdem sind mütterliche Ergebnisse rundum besser bei Hausgeburten.

Seit einem Jahr wird vom Nationales Institut für Gesundheit und Pflege in seinen Richtlinien aus dem Vereinigten Königreich empfohlen, dass Schwangere mit geringem Risiko zu Hause bleiben oder in ein Geburtshaus gehen sollten. (Referenz: https://www.nice.org.uk/guidance/cg190/chapter/1-Recommendations#place-of-birth).

Dies ist eine signifikante Veränderung die daraus resultiert, dass mehr und mehr Studien die Sicherheit und gute Ergebnisse der Geburt zu Hause (in Großbritannien) belegen.

Was wäre wenn … caveat zu allen Studien

Quote von Ina May Gaskin, Hebamme: „Physiologically birth doesn’t happen the same way around gynocologists and surgeons as it does around sympathetic women“.

Ich könnte dem nicht mehr zustimmen. Und genau unter dem Punkt sollte man auch Studien zu Geburt betrachten. Die ganzen Studien sind gefärbt von einem sozialen Umfeld für die Geburt, das einfach häufig negativ gefärbt ist, mit Adrenalin statt Endorphinen und Oxytocin…

Was wäre wenn…. die Frau sich bei ihrer Geburt einfach entspannen könnte, und ihre Muskeln statt zu verkrampfen einfach loslassen würden! Genau darum geht es bei HypnoBirthing!

Kaiserschnitt aus Gründen des Babies – Walker 1959 u. Ogbonna 2016

In einigen Publikationen wird immer auf einen Artikel aus 1959, von einem Gynekologen mit Namen Walker verwiesen, um darauf hinzuweisen, dass ein operativer Eingriff nach Diagnose der Herzfrequenz des Babies keine besseren Resultate zeigt als ohne Eingriff.

Walker, Norman. „The case for conservatism in management of foetal distress.“ British medical journal 2.5161 (1959): 1221.

Ich finde den ersten Teil der Studie recht charmant in der Einfachheit der Durchführung. In der Studie wurden jeweils 350 „distressed“ Babies per Kaiserschnitt und vaginal geboren – welche der beiden Geburtsarten ausgesucht wurden, lag jeweils an der Haltung des behandelnden Arztes.

Diejenigen „Geburtshelfer, die an die radikale Behandlung von „fetal distress“ glaubten, neigten“ dazu, „operative Methoden zu verwenden, während diejenigen, die eher konservativ waren, einer Politik der Nichteinmischung folgten“. Der Ausgang für die Babies war vergleichbar bei Kaiserschnitt und vaginaler Geburt (gemessen am der Verlustsrate), ja sogar etwas besser für die vaginale Geburt.

Der zweite Teil war ein zufälliges Entscheiden der Massname (ein Umschlag wurde aus einer Trommel gezogen). Auch in diesem Test waren die Folgen für die Babies (gemessen an der Verlustrate) wieder die gleichen.

Durch genauere Analysen der vorliegenden 700 Fälle kommt Walker zu dem Schluss, dass vor allem eine cephalopelvic disproportion (CPD, also wenn das Becken zu eng ist für den Kopf des Baby’s ist) ein echtes Problem darstellt, da ein übermässiger Druck auf den Kopf des Babies schlecht für das Baby sei. Ansonsten müsste man ebenfalls differenzieren. Abnormale Herzfrequenz sei, wie durch diese Studie gezeigt, sagt er, aber kein guter Grund anzunehmen, dass das Baby tatsächlich Probleme hätte, da zum Beispiel eine physiologische normale Reaktion des neugeboreren Babies ist, dass seine Herzfrequenz abfällt, wenn man mittelmässigen Druck auf seinen Kopf ausübt. Dies kann ja durchaus bei der Geburt mit dem Kopf voraus vorkommen :-). Wenn man den Druck anhält, folgen dann auch Irregularitäten des Herzschlages, sagt Walker.

Nun, aus der Sicht von HypnoBirthing, sind dies interessante Punkte. Folgenden sind Leitsätze von HypnoBirthing

1) Dein Becken ist gross genug für Dein Baby.
2) wir vertrauen unserem Körper, und unser Körper kann unser Kind leicht gebären (wir halten niemals die Luft an!)
3) wir verwenden die Geburtsatmung, um unseren Körper dabei zu unterstützen, unser Kind sanft nach unten zu atmen.

CPD ist mittlerweile in der Literatur so formuliert, dass das wirklich zu kleine Becken sehr selten ist, und die Diagnose viel zu häufig gestellt wird, vor allem bei „failure to progress“.

Hypothese: die CPD Diagnose wird dann gestellt, wenn die Mutter nicht entspannen kann, und sie gegen ihren Instinkt und Körper arbeiten muss. Dadurch kommt es dann zu „failure to progress“.

Vor allem das damalige sehr häufige „Rote Drücken“ (also mit angehaltenem Atem und so stark wie möglich) würde dann den Kopf des Babies verstärkt gegen den noch nicht vorbereiteten Geburtsweg drücken – was schlecht für das Kind ist. Ein sanftes nach unten atmen ist da um einiges gesünder, für Mutter und Baby.

Wie bereits gesagt, gab es keine weitere Studie die diese Frage so in Betracht gezogen hat. Was man sonst noch in Betracht ziehen sollte ist, dass man nicht einfach Prozentzahlen aus dem Jahr 1959 aus anderen Jahren vergleichen kann, da es weitere soziale Fortschritte gegeben hat, oder auch andere Faktoren, die zu Unterschieden führen können.
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Obwohl Rockenschaub in seinem Buch recht klar ausdrückte, dass diese Studie einmalig war (also sonst dieser Frage niemand weiter nachgegangen ist), habe ich mich nun auf die Suche gemacht, um zu erforschen, ob ich nicht den Tatbestand etwas mehr erleuchten kann, vor allem mit neueren Publikationen.

Soweit habe ich tatsächlich noch keine neuere Publikation entdeckt, die diese Frage direkt erörtert – wobei es in der Tat eine Reihe von Publikationen über den Zusammenhang von Herzfrequenz und „fetal distress“ gibt.
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Die erste Publikation, die mir interessant vorkam war folgende:
„Ajah, Leonard Ogbonna, et al. „Evaluation of Clinical Diagnosis of Fetal Distress and Perinatal Outcome in a Low Resource Nigerian Setting.“ Journal of Clinical & Diagnostic Research 10.4 (2016).“ (http://jcdr.net/articles/PDF/7687/17274_CE[Ra]_F(Sh)_PF1(AYAK)_PFA(AK)_PFA2(AK)_PF2(PAG).pdf).

Hier wird beschrieben, wie viele der Kaiserschnitte, die wegen „fetal distress“ durchgeführt werden, unnötig sind, da nach der Geburt keinerlei Anzeichen zu finden sind, dass das Baby ein Problem hatte (über 70%, um genau zu sein).

In der Studie wurden Auffinden von Stuhlbewegungen des Babies und/oder seine Herzfrequenzrate (wobei <120 und >160 als problematisch gesehen wurde) als Anzeichen von „fetal distress“ gesehen.

Da über 70% der Babies sofort nach der Geburt keine Probleme (nach dem APGAR Score) zeigten, ist die Schlussfolgerung, dass diese beiden Analysen nicht genügen, um zu wissen, wie es dem Baby geht. Der Autor schlägt eine Reihe weiterer Tests vor, die man vor dem operativen Eingreifen durchführen könnte, wie dem biophysischen Profils (wo man noch zusätzlich die Atmung, Bewegungen und Muskeltonus auswertet).

Natürliche Geburt im Krankenhaus

Ihr wollt eine natürliche Geburt im Krankenhaus? Dann solltet ihr möglichst spät hingehen 😉

Diese amerikanische Studie hinterfragte, ob es einen Zusammenhang zwischen frühem und spätem Eintreffen im Krankenhaus und medizinische Eingriffe in den Geburtsvorgang und Folgen für Kind gibt. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das frühzeitige Ankommen im Krankenhaus (also wenn der Muttermund kleiner als 4 cm ist) ein Risikofaktor vor allem für Eingriffe in den Geburtsvorgang ist (also PDA, Kaiserschnitt, das Verabreichen von künstlichem Oxytocin). Es gab nur eine geringe Erhöhung von negativen Folgen für das Kind und auch nur bei erstgebärenden Müttern.

Cervical Dilation on Admission in Term Spontaneous Labor and Maternal and Newborn Outcomes. – PubMed – NCBIhttp://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26855106Early admission (less than 4 cm cervical dilation) is a risk factor for increased medical intervention and cesarean delivery.

Ich möchte hier genau eingrenzen: die Studie zieht über 11.000 Geburten in Betracht, alle im amerikanischen Krankenhäusern in Washington. Deshalb darf gerne hinterfragt werden, ob diese Studie auch für Deutschland aussagekräftig ist.

Es gibt eine Studie aus Deutschland (Schwarz, 2008), die fasst das so zusammen:

“ Als wesentlichster prädiktiver Faktor für eine Geburtseinleitung ergab sich die Aufnahme in den Kreißsaal mit unreifem Befund (Muttermundsweite 1 cm oder weniger). Die Indikationen für operative Entbindungsmethoden zeigten insgesamt eine Zunahme weicher Indikationen, insbesondere die Indikation „Sonstiges“ stieg um ein Vielfaches. Im Versorgungsgeschehen des geburtshilflichen Bereichs sind aufgrund der Ergebnisse dieser Untersuchung Anzeichen von Fehlversorgung zu konstatieren, insbesondere eine beträchtliche Überversorgung von low-risk Schwangeren sowie eine übliche Praxis, die nur wenig evidenzbasiert ist. Im Sinne einer bedarfsgerechteren Versorgung – vor allem für die Mehrzahl von gesunden Schwangeren mit komplikationslosem Schwangerschafts- und Geburtsverlauf – bedarf es einer Versorgung, die geeignet ist, physiologische Prozesse zu stärken und unnötige Interventionen zu vermeiden. Dafür fehlen dem deutschen Versorgungssystem Strukturen, die salutogene Ansätze fördern, wie auch evidenz-basierte Leitlinien und Informationen, zudem eine Korrektur des finanziellen Anreizsystems.“

In Deutschland wird fast jedes dritte Kind per Kaiserschnitt geboren. Dabei muss man bedenken, dass andere Länder weit darunter liegen, und die WHO angibt, dass diese Rate optimalerweise nicht über 10% liegen sollte (http://www.who.int/reproductivehealth/publications/maternal_perinatal_health/cs-statement/en/)), sonst kommt es statistisch gesehen zu einem schlechteren Ausgang für Mutter und Kind. Dazu kommt, dass diese Rate immer noch unnötig hoch sein könnte (in „Ina May’s Guide to Childbirth“ wird spekuliert, dass die Kaiserschnittrate, wenn die Geburt anders gehandhabt werden würde, eher um die 2 % liegen würde, was auch mit Beispielen belegt wird…., und Rockenschaub hatte in seiner Wiener Geburtsklinik ähnliche Prozentzahlen, als er die Leitung hatte).

Quellen:

Kauffman, Ellen, et al. „Cervical dilation on admission in term spontaneous labor and maternal and newborn outcomes.“ Obstetrics & Gynecology 127.3 (2016): 481-488.

Schwarz, Clarissa. Entwicklung der geburtshilflichen Versorgung – am Beispiel geburtshilflicher Interventionsraten 1984-1999 in Niedersachsen. 2008. Technische Universität Berlin, Fakultät VII – Wirtschaft und Management. http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-1992

Aktives Mitpressen bei der Geburt

Bei meinen Geburten war das zwar nie ein Thema, aber dennoch interessant ist olgendes. Ich kenne das nur von Filmen, wenn der Doktor oder die Hebamme sagt: „Und jetzt DRÜCKEN! Drücken! Und noch einmal!“:-). Aber in diesem Artikel von 2008, in dem nicht nur Beobachtungen aus der Praxis geteilt werden (die evtl veraltet sind, ist ja schliesslich schon 8 Jahre her), sondern auch Forschungsergebnisse zusammengetragen werden

Second stage of labour: challenging the use of directed pushing | RCM

Second stage of labour: challenging the use of directed pushing | RCMhttps://www.rcm.org.uk/news-views-and-analysis/analysis/second-stage-of-labour-challenging-the-use-of-directed-pushingAs part of an examination into key areas of practice related to normal birth, Anna Byrom and Soo Downe consider the evidence for directed pushing in second stage labour and…

wird zusammenfassend gesagt, dass das ferngelenkte Drücken („directed pushing“) die physiologische Geburt untergräbt, und die Morbidität von Baby und Mutter erhöht. So kommt es bei „directed pushing“ eher zu Rissen am Perineum, und kann beim Baby u.U. (bei valsalva Atmung) dazu führen, dass der Herzschlag unregelmässig wird, und eine Unterversorgung mit Sauerstoff (Hypoxia) auftritt. Ausser, dass die Geburten ohne dieses „directed pushing“ ein wenig länger dauern, wurden keinerlei klinische Nachteile für Frau und Kind gefunden – eher eben das Gegenteil, wie bereits geschildert. Es sollte klar gesagt werden, dass  – zumindes in diesem Artikel – das natürliche selbstbestimmte Drücken der Frau zu keiner der hier beschriebenen negativen Folgen führte.

Schmerz lass nach – Hypnose

In dieser Studie wurde gezeigt, dass Hypnosis ein besserer Schutz vor Schmerz bei Entfernung von 3. Backenzähnen sein kann als ein lokales Anaesthetikum. In der Studie fühlten 33% Schmerzen, wenn sie unter lokalen Anaesthesie waren, aber nur 8% wenn sie unter Hypnose waren. Ebenfalls fanden sie einen Unterschied in den ersten Stunden nach dem Eingriff. 91% nahmen Schmerzmittel ein nach normaler Schmerzmittelgabe (lokales Anasthetikum), aber nur 41% derer, die Hypnose erhielten. Mit anderen Worten, Hypnose-Patienten hatten weniger Scmerzen als herkömmliche lokale Anaesthesie.

Effect of hypnosis on induction of local anaesthesia, pain perception, control of haemorrhage and anxiety during extraction of third molars: a case… – PubMed – NCBIhttp://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23253486The results of the study showed that hypnosis can effectively reduce anxiety, haemorrhage and pain. More studies are necessary to collect data on the effect of hypnosis on oral…

Gewichtszunahme während der Schwangerschaft

Übergewichtige Schwangere müssen nicht unbedingt zunehmen, zeigen Studien.

Perinatal Outcomes in Nutritionally Monitored Obese Pregnant Women: A Randomized Clinical Trial

Perinatal Outcomes in Nutritionally Monitored Obese Pregnant Women: A Randomized Clinical Trial
A total of 257 patients were enrolled in the randomized study, with a loss-to-follow-up rate of 9.73%. Patients were assigned randomly to either the control (unmonitored) group…

In der Tat wurde gezeigt, dass es positive Auswirkungen auf die Gesundheit von Mutter und Baby haben kann, wenn nur wenig Gewicht zugenommen wird (unter 5 kg), vor allem bei vorliegender Diabetes Typ 2 Krankheit (http://care.diabetesjournals.org/content/36/5/1102.full) und Schwangeraschaftsdiabetes (http://care.diabetesjournals.org/content/36/5/1102.full). Dies ist so ausgeprägt, dass übergewichtige Schwangere, die Schwangerschaftsdiabetes haben, 40 Mal so häufig Diabetes Typ 2 entwickeln , wenn sie mehr als 5 kg während der Schwangerschaft zunehmen

Following gestational diabetes, obese women who put on 5 kg are more than 40 times more likely to develop full blown type 2 diabetes -- ScienceDaily

Following gestational diabetes, obese women who put on 5 kg are more than 40 times more likely to develop full blown type 2 diabetes — ScienceDaily
New research shows that in women who have developed gestational diabetes mellitus during pregnancy, being obese before the pregnancy and putting on more weight after it massively increases the risk of later developing type 2 diabetes.

Hier gibt es noch weitere Informationen (auf Englisch):

http://contemporaryobgyn.modernmedicine.com/contemporary-obgyn/content/tags/gestational-diabetes/obesity-and-weight-gain-pregnancy.

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Übergewicht von Mädchen: Fisch in der Schwangerschaft?

Übergewicht in Mädchen scheint auch auf Umweltgifte zurückzuführen zu sein. In diesem Artikel wurde ein Link zwischen hohem Vorkommen der Umweltgiften DDE und PCB bei der Mutter in der Schwangerschaft und Übergewicht der Mädchen, vor allem 7 Jahre nach der Geburt.

„The results revealed that women with high levels of the chemicals in their bloodstream gave birth to daughters who by the age of seven weighed an average of six kilos more and had a 2.5 cm greater waist circumference than daughters of both normal-weight mothers with high levels of DDE and PCB in their bloodstream and overweight mothers with low levels of DDE and PCB.“

Pregnant women who eat fish get chubby daughters | ScienceNordic

Pregnant women who eat fish get chubby daughters | ScienceNordichttp://sciencenordic.com/pregnant-women-who-eat-fish-get-chubby-daughtersWhen an expectant mother gets the environmental toxins PCB and DDE into her bloodstream from eating fish, her daughters are likely to become overweight, new Danish/Faroese study reveals.