Wieso Plastik, auch in Konserven, schlecht für die Gesundheit ist

Ihr seid schwanger oder kocht auch für Kinder? Spätestens jetzt solltet ihr darauf achten, gute Essgewohnheiten aufzubauen. Das ist nicht immer einfach, man weiß häufig nicht, was eigentlich „gesund essen“ bedeutet.

Generell sollte man natürlich darauf achten, dass das Essen so nährstoffreich wie möglich ist. Das ist durchaus ein sehr großes Thema an sich, mit dem viele Autoren und gar ganze Berufstände ihr Geld verdienen – und nicht in diesem Artikel behandelt wird, wegen genau dieser Komplexität.

Eine etwas einfacherer Regel kann man durchaus so zusammenfassen: Weg von Kunststoff! Nicht nur, weil damit ja auch viel Müll vermieden wird, der sich sehr schlecht und langsam zersetzt, sondern auch, weil Kunststoff auf die menschlichen Hormone/Körper sehr ungünstig bzw schlicht schädlich wirkt. Ein mittlerweile recht gut erforschter Stoff in Plastik, der gesundheitsschädlich ist, ist Bisphenol A.

„Bisphenol A (BPA) dient vor allem als Ausgangsstoff zur Synthese polymerer Kunststoffe auf der Basis von Polyestern, Polysulfonen, Polyetherketonen, Polycarbonaten und Epoxidharzen. BPA hat daher eine sehr große wirtschaftliche und technische Bedeutung. Ferner wird BPA als Antioxidant in Weichmachern und zum Verhindern der Polymerisation in Polyvinylchlorid (PVC) verwendet“ (wikipedia) – und somit ist er dann eben vermehrt in weichem Plastik enthalten als in hartem, und auch in Lacken.

Bisphenol A wird von BUND als Hormontoxin betitelt, und Dr. Axe sagt dass die Wissenschaft zeigt, dass diese Hormon-störende Chemikalie weit verbreitete Schäden in unserem Körper verursacht, und uns für Generationen beeinflusst (Boudalia et al, 2014).

Diese Schäden sind unter anderen:

  • Unfruchtbarkeit bei Männern (Manfo et al, 2014), aber auch bei Frauen (Yan et al, 2013, und auch hier)
  • negative Auswirkungen auf die Prostata in Föten (Manfo et al, 2014)
  • negative Auswirkungen auf das Schwangerschaftsergebnis, wie Geburtsgewicht, Frühgeburtsraten, Entwicklungsdefekte und wiederholte Fehlgeburten (Pergialiotis et al, 2017)
  • negative Auswirkungen auf Säuglinge und Kinder, zusammen mit Gehirn und Verhaltensstörungen (Shelby, M. D. , 2008)
  • Es entzieht dem Körper Vitamin D (Johns et al, 2016), wahrscheinlich durch Hormondisruptoren die dafür sorgen, dass es weniger der aktiven Form von Vitamin D im Körper gibt. Dadurch fördert BPA Krankheiten wie Gewichtszunahme, Krebs, Schlaflosigkeit, Arthritis, Herzerkrankungen, MS und anderen Krankheiten
  • Übergewicht in Mädchen (doppelt so viele waren über 90-Percentile, Li et al, 2013)
  • Erratisches Herz durch Veränderungen im Kalzium-Handling (Yan et al, 2011)
  • erhöht Risikofaktoren von Diabetes. Eine Studiebesagt eindeutig, dass, BPA, unabhängig von Ernährung und Fitness, Glukosestoffwechsel durch Insulinresistenz, Pankreas β-Zell-Dysfunktion, Adipogenese, Entzündungen und oxidativen Stress beeinflusst (Sabanayagam, et al, 2013)
  • Molar-Incisor-Hypomineralization (siehe extra Blog)
  • erhöhtes Risiko von Prostata-Krebs (Prins et al, 2017)
  • erhöhtes Risiko von Brustkrebs (diese Studie bescheinigt das auch BPS und BPF, Kim et al, 2017; Gray et al, 2017)

Bisphenol A findet sich in sehr vielem Plastik-Zeug, im Übrigen aber auch in CDs und in Dental-Versiegelungen und Verbundwerkstoffe, aber auch Lacken. Man nimmt an, dass das meiste BPA durch das Essen aufgenommen wird.

Somit kommt jedes im Geschäft mit Plastik abgepackte Essen potentiell in Berührung mit Bisphenol A oder anderer Schadstoffe im Plastik – und somit auch in unsere Körper.

Auch im Essen, das in Konserven abgepackt ist, hat man Bisphenol A nachgewiesen, auch noch so viele Jahre nach den ganzen Forschungsergebnissen zur Schädlichkeit von BPA (BUND, August 2017). BPA findet man aber auch in den Deckeln von Glasflaschen – und eben auch in den ganzen Plastik-Wasserflaschen, die heutzutage leider die Glasflaschen fast schon vom Markt verdrängt haben (durchaus gerade wegen der 25 Cent „Steuer“, die auf die Flaschen erhoben werden (da nicht weniger der Flaschen ihren Weg nicht zurück in die Geschäfte finden, und damit eine zusätzliche Einnahmequelle für die Geschäfte sind)).

Leider ist ein „BPA-Frei“, das auf möglichen Verbrauchs-Gegenständen wie Baby-Flaschen zu finden ist, noch lange keine Bescheinigung von Unbedenklichkeit.

Dazu gehören auch Bisphenol A – freie Babyflaschen. In ihnen steckt häufig Bisphenol S, oder ein ähnlicher Stoff, der benutzt wird, aber, wie im Falle von Bisphenol S, u.U. sogar noch schlechter sein kann als der Stoff, den er ersetzt. Deborah Kurrasch von der Universität Calgary hat in einer Studie gezeigt, dass genau dieses BPS mindestens genauso bedenklich ist, wie BPA. In einem Artikel des Scientific American bringt sie  das Problem sehr schön auf den Punkt.

Sie sagt, dass das Problem in der mangelnden Regulierung der Industrie liegt. Die Toxizität neuer Materialien werden nicht ausgiebig getestet, bevor sie auf dem Markt zugelassen sind. „Wir zahlen eine Prämie für ein „sichereres“ Produkt, das gar nicht sicherer ist“, sagt Kurrasch dort.

Auch BUND schliesst sich in einer ähnlichen Nachricht an:  „Neben Bisphenol A gibt es auch viele weitere hormonschädliche Chemikalien (Endokrine Disruptoren, ED) in vielen alltäglichen Gebrauchsgegenständen. Dazu gehören beispielsweise Weichmacher (Phthalate) in PVC-Produkten wie Bodenbelägen, Tapeten oder Spielzeug, ebenso wie Parabene in Kosmetikprodukten und viele Pestizide. Während des Gebrauchs können sie sich herauslösen und dann in die Umwelt und den menschlichen Körper gelangen“. Dies geht über den Rahmen dieses Blog-Eitrages heraus, ich wollte es, der Gründlichkeit her, aber erwähnt haben.

Was bleibt da noch übrig, was können wir da tun um uns und unsere Kinder zu schützen?

Nach Möglichkeit alles Plastik in eurer Küche durch Glas oder Edelmetall (18/10) ersetzen, denn diese beiden Materialien reagieren nicht mit eurem Essen. Auch, wenn ihr denn Fertiggerichte kauft, diese niemals in den Plastikcontainern, in denen sie kommen, aufwärmen. Benutzt auch keine Plastikflaschen – egal ob BPA-freie Baby-Flaschen, oder Mineralwasserflaschen aus Plastik!

Außerdem so viel wie möglich auf dem lokalen Markt beim lokalem BIO-Bauern kaufen, und sich Lebensmittel statt in Plastiktüten in Papiertüten packen lassen, oder eben Stofftaschen mitbringen. Nur durch einen kurzen (direkten) Weg zu uns und unsere Küchen können wir (am ehesten) ausschließen, dass die Lebensmittel von „schlechten Einflüssen“ und schädlichen Stoffen weitestgehend unberührt blieben (wie in Konserven und in Plastik enthalten).

Und frische, lokale Angebote haben den enormen Vorteil, dass sie meist länger reifen durften, und auch durch ihre Frische den größten Vitamin- und Mineralstoffgehalt haben – welcher generell nach dem Ernten immer weniger werden (hier sind wir dann sogar wieder bei der oben erwähnten wichtigsten Regel des „so nährstoffreich wie möglich essen“ angekommen 😉 – und ganz nebenher ist auch der kurze Weg zum Verbraucher ein erheblicher Beitrag für den Umweltschutz).

Wenn das Baby noch kein „normales“ Essen isst, gilt: „breast is best“ (also Brust ist am Besten), denn nur dadurch bleibt dem Baby garantiert das ganze Plastik-Zeug mit seinen möglichen (Hormon-) Giften erspart. Wenn es denn wirklich Plastik sein muss, dann darauf achten, dass der Inhalt bzw. Flasche nicht erwärmt wird (und eher starre Flaschen bevorzugen).

Wenn euer Kind bereits am Tisch mit isst, vermeidet Plastik-Besteck und Geschirr für normales (billiges) oder Glas. Oder eine unlackierte Holzvariante? Auch später im Kindergarten, schaut welche Möglichkeiten ihr habt, Kontakt mit Plastik zu vermeiden – zum Beispiel durch Benutzung von Papier (z.B. als innere Auskleidung der Plastik-Box)!

Wenn ihr euch dafür interessiert, wie Bisphenol A (und somit Plastik, da man auch andere Bishpenol A Ersatzprodukte nicht generell freisprechen kann, ohne sie getestet zu haben) auch mit Molar Incisor Hypomineralization, ein Syndrom, wo die permanenten Kinderzähne bereits sehr „schwach“, sogar „bröckelig“ hereinwachsen, mit Bisphenol A in Verbindung gebracht werden, lest diesen Blogeintrag zu diesem Thema:

Zähne und Molar Incisor Hypomineralisation

Viel Erfolg!

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Quellen:

https://www.bund.net/chemie/hormonelle-schadstoffe/bisphenol-a/lebensmittelkonserven/

https://www.scientificamerican.com/article/bpa-free-plastic-containers-may-be-just-as-hazardous/

https://ehp.niehs.nih.gov/pdf-files/2013/Jan/ehp.1205826.pdf

Yang, Chun Z., et al. „Most plastic products release estrogenic chemicals: a potential health problem that can be solved.“ Environmental Health Perspectives119.7 (2011): 989.

Kinch, Cassandra D., et al. „Low-dose exposure to bisphenol A and replacement bisphenol S induces precocious hypothalamic neurogenesis in embryonic zebrafish.“ Proceedings of the National Academy of Sciences 112.5 (2015): 1475-1480.

BPA Toxic Effects & Symptoms: How BPA Destroys Your Body. Dr Axe, 2017

Boudalia, Sofiane, et al. „A multi-generational study on low-dose BPA exposure in Wistar rats: effects on maternal behavior, flavor intake and development.“ Neurotoxicology and teratology 41 (2014): 16-26.

Manfo, Faustin Pascal Tsagué, et al. „Adverse effects of bisphenol A on male reproductive function.“ Reviews of Environmental Contamination and Toxicology Volume 228. Springer International Publishing, 2014. 57-82. 

Yan, P. P., et al. „Effects of bisphenol A on the female reproductive organs and their mechanisms.“ Zhongguo yi xue ke xue yuan xue bao. Acta Academiae Medicinae Sinicae 35.6 (2013): 683-688.

Shelby, M. D. „NTP-CERHR monograph on the potential human reproductive and developmental effects of bisphenol A.“ Ntp cerhr mon 22 (2008): v-vii.

Johns, Lauren E., Kelly K. Ferguson, and John D. Meeker. „Relationships between urinary phthalate metabolite and bisphenol A concentrations and vitamin D levels in US adults: National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES), 2005–2010.“ The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 101.11 (2016): 4062-4069.

Li, De-Kun, et al. „Urine bisphenol-A level in relation to obesity and overweight in school-age children.“ PloS one 8.6 (2013): e65399.

Yan, Sujuan, et al. „Bisphenol A and 17β-estradiol promote arrhythmia in the female heart via alteration of calcium handling.“ PloS one 6.9 (2011): e25455.

Sabanayagam, Charumathi, Srinivas Teppala, and Anoop Shankar. „Relationship between urinary bisphenol A levels and prediabetes among subjects free of diabetes.“ Acta diabetologica 50.4 (2013): 625-631.

Prins, Gail S., et al. „Prostate Cancer Risk and DNA Methylation Signatures in Aging Rats following Developmental BPA Exposure: A Dose–Response Analysis.“ Environmental Health Perspectives 77007 (2017): 1.

Kim, J. Y., et al. „Effects of bisphenol compounds on the growth and epithelial mesenchymal transition of MCF-7 CV human breast cancer cells.“ Journal of biomedical research 31.4 (2017): 358.

Gray, Janet M., et al. „State of the evidence 2017: an update on the connection between breast cancer and the environment.“ Environmental Health 16.1 (2017): 94.

Pergialiotis, Vasilios, et al. „Bisphenol A and adverse pregnancy outcomes: a systematic review of the literature.“ The Journal of Maternal-Fetal & Neonatal Medicine just-accepted (2017): 1-15.

Risiken des Ultraschalls in der Schwangerschaft

Falls ihr meinen letzten Beitrag zu Ultraschall in der Schwangerschaft noch nicht gesehen habt – hier ist er:

Gesundheitsbedenken bei Ultraschalluntersuchungen des Babys vor der Geburt | Geburtswege

Gesundheitsbedenken bei Ultraschalluntersuchungen des Babys vor der Geburt | Geburtswegehttp://blog.stuttgart-hypnobirthing.de/gesundheitsbedenken-bei-ultraschalluntersuchungen-des-babys-vor-der-geburt/So fand eine Studie (Campbell 1993) dass 2-4-jährige Kinder, die Sprachentwicklungsprobleme hatten, während der Schwangerschaft häufiger Ultraschalluntersuchungen ausgesetzt…

 

Ich habe soeben einen Beitrag zu diesem Thema gefunden, der leider noch viel drastischer ist – es gibt eine Chinesische Studie, am Menschen, der recht klar zeigte, dass es durchaus sehr gravierende Gesundheitsbedenken gibt beim Ultraschall.

Hier ist der Beitrag (auf Englisch):

Ultrasound – Is it Safe During Pregnancy? | Spiritual Birth

Ultrasound – Is it Safe During Pregnancy? | Spiritual Birthhttp://www.spiritualbirth.net/ultrasound-is-it-safe-during-pregnancyObstetric ultrasound diagnostic techniques should carefully adhere to a cautious scientific attitude and exposure should be kept to a minimum during pregnancy.

 

In diesem Artikel wird die unten genannte Publikation wichtiger Studien aus China noch einmal kurz und bündig zusammengefasst.

Es wurde gefunden dass der vorgeburtliche Ultraschall DNA, Zellen und Neuronen des Babys während der Schwangerschaft schädigt, und zelluläre, neurologischen und epigenetischen Schädigung des ungeborenen Kindes verursacht. Ultraschall schadet den Chorionzotten, dem Chorion-Gewebe, den empfindlichen Organen, der Hornhaut des Auges, Neuronen und den DNA-Strukturen.

Folgendes sind die Empfehlungen im Umgang mit Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft:

1. Ultraschall sollte nur bei bestimmten medizinischen Indikationen verwendet werden.

2. Wenn Ultraschall verwendet wird, sollte man sich strikt an das kleinste-Dosis-Prinzip halten, sowohl in Intensität des Ultraschalls, als auch zeitliche Länge.

3. Fetaler Ultraschall sollte aus keinem anderen Grund als für medizinische Indikationen benutzt werden, auch nicht für die Identifizierung des Geschlechts oder vorgeburtlicher Bindungsaufbau (Fotos, Videos).

4. Am besten sollte Ultraschall in der frühen Schwangerschaft (die ersten drei Monate) vermieden werden. Wenn unvermeidbar, minimiert Einwirkung von Ultraschall. Auch später in der Schwangerschaft, während der 2. oder 3. Trimester, begrenzt Ultraschall auf 3-5 Minuten für sensible Bereiche wie das fötale Gehirn, Augen, Rückenmark und Herz.

Die Studien zu diesem Thema kann man sich auch in einer Zusammenfassung auf Amazon kaufen. Alternativ gibt es auch eine kürzere Zusammenfassung, kostenlos hier.

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Studie: West, J. „50 Human Studies, in Utero, Conducted in Modern China, Indicate Extreme Risk for Prenatal Ultrasound: A New Bibliography“. 2015

Lernen und Anpassungen des Babys vor der Geburt

Lernen vor der Geburt? Genetische Veränderungen aufgrund des Lebens, das die schwangere Frau geführt hat? JA!

Guter Beitrag, wenn auch nicht ganz vollständig, auf TED.

 
Er ist zwar auf Englisch, aber es gibt deutsche Untertitel :-). Diese Informationen sollte man wissen, noch BEVOR man schwanger wird!

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Normenkurven (Perzentilkurven) – prä- und postnatal

Vor der Geburt wird versucht, das Baby „zu messen“ – mit Hilfe von einer recht grossen Bandbreite von mathematischen Formeln, die alle Schätzwerte sind, die mehr oder weniger genau sind. Und nach der Geburt geht dies genau so weiter.

Bei meinem ersten Baby hatten wir einen schweren Start, und danach war ich völlig versessen, mein Kind zu wiegen. Ständig lag mein Kind auf der Waage – jeden Tag ein Mal. Sogar in den Urlaub musste diese doofe Waage mit. Und das ging Monate lang so! Mein erstes Kind durfte mir auch so lange sie wollte an der Brust bleiben – bis zu vier Stunden allein am Abend! Das tat mir nicht gut – ich nahm zu. Und meinem Kind vielleicht auch nicht – sie wurde RICHTIG mollig – und sie schläft selbst heute noch nicht gut in der Nacht – denn sie hat bestimmt statt zu essen an meiner Brust geschlafen.

Bei meinem zweiten Kind hatte ich einiges aufgearbeitet und mir war klar: die Waage brauche ich nicht, um zu sehen, ob es meinem Kind gut geht.

Dann, ich glaube es war als mein Sohn 3 Monate alt war, eventuell schon mit 2 Monaten, bei einem der U’s (also Kinderarzt-Untersuchungen), hiess es:

„Frau Maier, Ihr Sohn ist zu klein. Sie sollten ihm Brei zufüttern. Eventuell ist er so klein, weil er nicht genug zu essen bekommt“.

Ich war davon überzeugt, dass Sillen das Beste für mein Kind ist, und zufüttern kam für mich auf gar keinen Fall in Frage. Mein Kind war PERFEKT. Rundungen, wo es sein sollte, halt nicht so gross, wie ein Durchschnittskind in Deutschland.

Nach einer kurzen Diskussion mit der Kinderärztin war das Thema Gott sei Dank vom Tisch.

Ich möchte euch erklären, weshalb das so war.

Diese Kurven kommen folgendermassen zustande: Da misst man eben eine Gruppe von Kindern, und fasst diese Daten zusammen (nehmen wir mal an, es gab keine Messfehler).

Dabei kommen dann diese schöne Kurven heraus, die man dann benutzt, um zu vergleichen, wie schwer oder leicht, gross oder klein, euer Kind im Vergleich mit den für diese Kurven vermessenen Kindern ist. Um das zu erleichtern wird in in der Grafik halt dargestellt, welche Werte ab welchem Wert man über oder unter 3%, 10%, 25%, 50%, 90% oder 97% der ebenfalls gemessenen Kindern war (das sind nicht dieselben Kinder, sondern zu jedem Messzeitpunkt ist die Datennutzung unabhänging von vorherigen Messungen – ja die Zahlen können von völlig anderen Kindern Kindern kommen – es gibt also keine Kontinuität).

Also: wenn 100 Kinder gemessen wurden, dann sind die beiden leichtesten Kinder eben unter 3%, das dritt-leichteste Kind gibt die Werte für die 3% Kurve, und so weiter. Die Werte an sich besagen dabei NICHT, ob die Kinder gesund sind! Nur, eben, wie sie im Vergleich mit den anderen vermessenen Kindern stehen. Aber: irgend jemand MUSS der Kleinste/Größte sein!

Ich weiss nicht sicher, wie die Daten für Kinder in utero, also vor der Geburt erhoben wurden – vermute aber, dass da eben die Zahlen benutzt werden, die der behandelnde Arzt beschlossen hat, in seine Akten aufzunehmen – diese haben dann eben schon von Haus aus ein Vermessungs-Problem eingebaut – die Gewichte sind einfach Schätzungen, und keine wirklichen Gewichtszahlen. Wenn die Zahl der Kinder, auf der die Kurve basiert, sehr gross wäre, würde die Ungenauigkeit dann verloren gehen – also die Zahlen nicht mehr beeinflussen – wenn der Fehler der Schätzung in beide Richtungen – also kleiner oder grösser – gleich häufig und gleich gross ist, im Durchschnitt. Ich nehme an, dass das so ist, da in vergleichenden Studien (von Schätzungsformeln) kein Unterschied gemacht wurde in welche Richtung der Fehler ging – aber das ist eine ANNAHME, ich bin mir da nicht sicher.

Normalerweise steht dann bei den Kurven, auf welchen Daten sie beruht. Da zum Beispiel Japaner eher kleiner sind also Europäer, beruhen solche Kurven dann auch häufig auf Daten einer bestimmten Untergruppe, wie z.B. bei uns in Deutschland beruhen die Perzentilkurven auf Daten die irgendwo in Deutschland erhoben wurden.

Die in meinem „Kinder-Untersuchungsheft“ abgedruckten Kurven – die eben bestimmten, ob mein Sohn „zu klein“ ist oder nicht, stammen aus einer Zusammenfassung anderer Studien, die diese Zahlen erhoben haben (Kromeyer-Hauschild et al, 2001). Ihr könnt dann bei euch nachschauen, ob die Quelle dieselbe ist, um zu wissen, ob die Infos in diesem und nächsten Paragraphen auch auf eur Kurven zutreffen. Wenn man einen oberflächlichen Blick in diese Zusammenfassung wirft, fällt folgendes auf: die Zahlen für 0-3-jährige kamen alle nur von Erhebungen aus einem Ort (Bad Hersfeld in Deutschland), zwischen 1985-1996, da wurden eben Zahlen der U1-U8 gesammelt. Für die U1-U6 (also im ersten Lebensjahr) scheinen die Daten pro Erhebungspunkt (welches die U1-U6-Zeiten waren) im Durchschnitt auf 160 gemessenen Kindern pro Geschlecht und U. U7 hatte etwa 250 gemessene Kinder pro Geschlecht). Für die U8 (also 3 Jahre alt) – nur 85 Jungen und 80 Mädchen! Noch nicht einmal 100 Messpunkte! So wenige Messwerte würde man normalerweise sehr kritisch betrachten, da sie kaum eine Verallgemeinerung zulassen – das ist im Übrigen auch in Kromeyer-Hauschild et al, 2001 so vermerkt – wird aber Eltern – und wohl Ärzten nicht mittgeteilt.

Spätere Messpunkte haben wenigstens 500 Messpunkte – das ist statistisch gesehen immer noch nicht besonders toll. Aber zumindest gab es da häufig wenigstens mehr als einen Ort, der Messwerte mit eingebracht hat in die Perzentilkurven. Warum ist das bemerkenswert? In einem Ort wie Bad Hersfeld, das mit ca 30.000 sehr klein ist, ist die „Biodiversität“, bzw weitere Faktoren, wie meine Kinder normal wachsen (z.B. weil die Gene der Familie es so und so „vorschreiben“, oder weil beide Eltern aus Japan kommen, oder weil einer der Eltern aus Holland kommt und sehr gross ist, usw), u.U. überhaupt nicht die, die zu mir und wo ich wohne passt – das heisst, es gibt mehr Grund, weshalb die Daten die benutzt wurden für mich und meine Kinder völlig unaussagekräftig sind.

Andere Merkmale werden nicht aufgenommen – wie gross sind die Eltern, wie spät sind die Eltern gewachsen, sind die Eltern deutsch oder japanisch und so weiter. Wobei es allerdings ganz klar ist, dass es jede Menge solcher Merkmale gibt, die die zu erwartende normale Entwicklung unserer Kinder beeinflussen. Es gibt sogar Studien die ganz klar in Frage stellen, ob man die herkömmlichen Kurven überhaupt dazu gebrauchen kann, um Aussagen über gesundheitliche Probleme der Kinder zu diagnostizieren, oder zu vermuten (Tinelli et al, 2014).

In Falle meines Sohnes ist es einfach so, dass ich und mein Mann beide keine Riesen sind, und es deshalb Sinn macht, dass auch meine Kinder nicht besonders gross sind und werden. Auch hatte ich die Daten meines Mannes zur Hand – er ist auch langsam gewachsen, dafür aber ist er lange weiter gewachsen, wo die meisten Jungen nur noch wenig gewachsen sind. Und mein Sohn kommt nach ihn – zumindest körperlich :-). Und damit war das Thema dann vom Tisch!

Noch ein weiteres Wort zu den Kurven. Die Quelle Kronmeyer-Hauschild et al 2001 wurde geschrieben, um bei Kindern Obesität abzuschätzen – da das sich immer mehr (weltweit) zu einem Problem entwickelt. Die Empfehlung hier ist, alle 10 Jahre neue Zahlen für die Kurven zu benutzen. Diese Empfehlung sehe ich als bedenklich an. Das genetische Material wird sich nicht so schnell verändern. Aber es ist bekannt, dass unsere Kinder immer dicker werden. Durch das „verjüngen“ der Zahlen der Perzentilkurven werden die Perzentilkurven irgendwann übergewichtige Kinder als „normal“ darstellen! Dann werden Kinder, die normal sind, auf einmal als „zu dünn“ gewertet werden!

Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist nicht für die medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung vorgesehen.

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Quellen:

Kromeyer-Hauschild, Katrin, et al. „Perzentile für den Body-mass-Index für das Kindes-und Jugendalter unter Heranziehung verschiedener deutscher Stichproben.“ Monatsschrift Kinderheilkunde 149.8 (2001): 807-818.

Tinelli, Andrea, et al. „Ultrasonographic fetal growth charts: an informatic approach by quantitative analysis of the impact of ethnicity on diagnoses based on a preliminary report on Salentinian population.“ BioMed research international 2014 (2014).

Vitamin D Mangel erhöht die Gefahr von Autismus

Babys und Kleinkindern werden mittlwerweile routinemässig Vitamin D Tabletten verschrieben. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass wir uns wenig draussen befinden, und wenn, dann immer schön abgedeckt – sei es, um uns vor Sonne oder Kälte zu schützen. Die Sonnencreme vermeidet dann den Rest. In Studien wurde gezeigt, dass es bei Erwachsenen generell zu Vitamin D Mangel kommt, egal ob im Winter oder im Sommer.

Auch für Schwangere ist dies wichtig zu wissen. Eine in 2011 (Hollis et al) erschienen Studie belegte, dass es sicher ist für Schwangere 4000 IE pro Tag einzunehmen. Diese Gruppe hatte meistens einen adequaten Vitamin D Spiegel bei der Geburt, die Gruppen, die weniger einnahmen, nicht immer.

Ein Mangel an Vitamin D wird mit einer Nummer von negativen Trends bei Mutter und Kind in Verbindung gebracht (z.B. Toko et al, 2016). In einer kleineren Studie von 2016 (Song et al) wurde eine mögliche Verbindung zwischen Kinder-Asthma und Vitamin D Mangel in der Schwangerschaft gesehen. Und in einer neuen Studie von 2016 (Vinkhuyzen et al) wurde eine Verbindung gesehen zwischen Vitamin D Mangel in der Schwangerschaft und die Häufigkeit von Autismus in 6-Jahre alten Kindern.

Im Übrigen besagt einen neuere Studie (Hollis et al, 2015), dass man seinem Baby das benötigte Vitamin D indirekt über die Brustmilch geben kann, indem die Mutter 6400 IE pro Tag zu sich nimmt!

Im Übrigen ist fettiger Fisch eine alternitive Quelle von Vitamin D, aber auch Milch, Lebertran, tierische Fette und Eigelb!

Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist nicht für die medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung vorgesehen.

Quellen:

Hollis BW, Johnson D, Hulsey TC, Ebeling M, Wagner CL. Vitamin D supplementation during pregnancy: double-blind, randomized clinical trial of safety and effectiveness. J Bone Miner Res. 2011 Oct;26(10):2341-57. doi: 10.1002/jbmr.463. Erratum in: J Bone Miner Res. 2011 Dec; 26(12):3001. PubMed PMID: 21706518; PubMed Central PMCID: PMC3183324.

Song H, Yang L, Jia C. Maternal vitamin D status during pregnancy and risk of  childhood asthma༚a meta-analysis of prospective studies. Mol Nutr Food Res. 2016  Dec 16. doi: 10.1002/mnfr.201600657. [Epub ahead of print] PubMed PMID: 27981740.

Vinkhuyzen AA, Eyles DW, Burne TH, Blanken LM, Kruithof CJ, Verhulst F, Jaddoe VW, Tiemeier H, McGrath JJ. Gestational vitamin D deficiency and autism-related
traits: the Generation R Study. Mol Psychiatry. 2016 Nov 29. doi: 10.1038/mp.2016.213. [Epub ahead of print] PubMed PMID: 27895322.

Toko EN, Sumba OP, Daud II, Ogolla S, Majiwa M, Krisher JT, Ouma C, Dent AE, Rochford R, Mehta S. Maternal Vitamin D Status and Adverse Birth Outcomes in Children from Rural Western Kenya. Nutrients. 2016 Dec 7;8(12). pii: E794. PubMed PMID: 27941597.

Hollis BW, Wagner CL, Howard CR, Ebeling M, Shary JR, Smith PG, Taylor SN, Morella K, Lawrence RA, Hulsey TC. Maternal Versus Infant Vitamin D
Supplementation During Lactation: A Randomized Controlled Trial. Pediatrics. 2015 Oct;136(4):625-34. doi: 10.1542/peds.2015-1669. PubMed PMID: 26416936; PubMed
Central PMCID: PMC4586731.

Gesundheitsbedenken bei Ultraschalluntersuchungen des Babys vor der Geburt

Beim Lesen von Dr. Rockenschaub’s Buch „Gebären ohne Aberglauben“ wird der Ultraschall erwähnt. Auf Seite 151 der dritten Auflage des Buches schreibt er: „Grob fassbare Schäden bei der Anwendung von Ultraschall sind bisher nicht nachgewisesn worden. […] Theoretisch ist aber – sowohl von der Schockmechanik wie der Ultraschallchemie betrachtet – die Möglichkeit der Läsionen im Strukturierungsmuster der in Entwicklung befindlichen Zellen des Gehirns eher anzunehmen als auszuschliessen. “

Dazu kommt die Studie an Mäusen von 2006.

Prenatal exposure to ultrasound waves impacts neuronal migration in mice

Prenatal exposure to ultrasound waves impacts neuronal migration in micehttp://www.pnas.org/content/103/34/12903Neurons of the cerebral neocortex in mammals, including humans, are generated during fetal life in the proliferative zones and then migrate to their final destinations by…

 

 

Die Studie findet, dass Ultraschall bei den Mäusen dazu führen konnte, dass Neuronen in deren Gehirnen sich nicht normal verändern konnten, sondern zurückgehalten wurden. Solcher Einfluss könnte möglicherweise zu Gehirnanomalien wie geistige Retardierung und Anfällen führen.

So fand eine Studie (Campbell 1993) dass 2-4-jährige Kinder, die Sprachentwicklungsprobleme hatten, während der Schwangerschaft häufiger Ultraschalluntersuchungen ausgesetzt waren. Seit 1993 sind aber die eingesetzten Ultraschallgeräte 6-8 mal so stark wie damals!

Ausserdem stehen diese Ultraschalluntersuchungen im Verdacht, Autismus auszulösen (Dr. Manuel Casanova).

Zu der Mäusestudie gab es dann diese Veröffentlichung eines Gynekologen, sozusagen als „Antwort“:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/uog.3983/pdf

Ich denke, Ultraschall ist ein sehr gutes und absolut notwendiges Diagnosemittel, wenn nötig. Allerdings sollte man sich immer fragen, welche Diagnosen und Einblicke man wirklich braucht. Rumack, Professor für Pädiatrie und Radiologie an der University of Colorado School of Medicine sagt: „Die Studie ist ein weiterer Beweis, dass man Ultraschall nicht zum Aufnehmen von Aufbewahrungs-Videos benutzen sollte […].“ (siehe naturalchild.org:)

Schadet häufiger Ultraschall in der Schwangerschaft dem ungeborenen Baby?

Schadet häufiger Ultraschall in der Schwangerschaft dem ungeborenen Baby?http://www.hebammenwissen.info/schadet-haeufiger-ultraschall-in-der-schwangerschaft-dem-ungeborenen-baby/Häufige Ultraschalluntersuchungen werden selbst bei risikoarmen Schwangerschaften immer üblicher. Eine Ultraschallaufnahme nehmen viele Schwangere inzwischen bei jedem Vorsorgetermin wahr, inklusive einem oder mehreren Vaginalultraschall(en) im ersten Schwangerschaftsdrittel. So kommen nicht selten bis zu 10 Ultraschallbilder und mehr im Verlauf der Schwangerschaft zusammen, um das Baby in seiner verborgenen Welt schwarz auf weiß zu sehen.

Yale Study Links Prenatal Ultrasound to Brain Damage - The Natural Child Project

Yale Study Links Prenatal Ultrasound to Brain Damage – The Natural Child Projecthttp://www.naturalchild.org/research/yale_ultrasound.htmlPhysicians should continue to be prudent about the use of ultrasound and perform the study only when medically necessary and when benefits outweigh risk, according to the…

Übergewicht von Mädchen: Fisch in der Schwangerschaft?

Übergewicht in Mädchen scheint auch auf Umweltgifte zurückzuführen zu sein. In diesem Artikel wurde ein Link zwischen hohem Vorkommen der Umweltgiften DDE und PCB bei der Mutter in der Schwangerschaft und Übergewicht der Mädchen, vor allem 7 Jahre nach der Geburt.

„The results revealed that women with high levels of the chemicals in their bloodstream gave birth to daughters who by the age of seven weighed an average of six kilos more and had a 2.5 cm greater waist circumference than daughters of both normal-weight mothers with high levels of DDE and PCB in their bloodstream and overweight mothers with low levels of DDE and PCB.“

Pregnant women who eat fish get chubby daughters | ScienceNordic

Pregnant women who eat fish get chubby daughters | ScienceNordichttp://sciencenordic.com/pregnant-women-who-eat-fish-get-chubby-daughtersWhen an expectant mother gets the environmental toxins PCB and DDE into her bloodstream from eating fish, her daughters are likely to become overweight, new Danish/Faroese study reveals.

Vaginale Geburt ist gut fürs Kind

C-section infants don’t get enough good microbes | ScienceNordic

C-section infants don’t get enough good microbes | ScienceNordichttp://sciencenordic.com/c-section-infants-don’t-get-enough-good-microbesChildren born by Caesarean section start life with insufficient intestinal bacteria flora. These bacteria are known to play a part in protecting children from developing allergies and children who lack them may be at higher risk of other health problems.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Baby, das durch den Geburtskanal geht (statt per Kaiserschnitt) bereits dadurch in Kontakt durch positive Bakterien kommt, die der Mensch braucht, um keine Allergien zu haben? Ausserdem werden Kaiserschnittbabies eher dick, anfällig für Reizdarmsyndrom, und sogar Asthma scheint bei ihnen häufiger vorzukommen. Yay für die natürliche Geburt 🙂