Wo gebären?

Wo wollen wir unser Baby bekommen?

Ich werde immer wieder gefragt, wo man denn gut während der Geburt betreut wird. Dies ist finde ich eine Frage, die gut ist, aber auf die ich keine einfache Antwort finde.

Jede Frau und ihre Schwangerschaft ist anders, jedes Kind ist einzigartig. Die Vorlieben und Dinge, die sich die kleine Familie vorstellt, sind immer auch von ihren Lebenserfahrungen, Einstellungen, Vorlieben und Characteren geprägt.

Da hilft es nur, in sich zu gehen, und zu horchen, was einem das eigene Herz sagt. Besprecht, wie eure GeburtsWÜNSCHE aussehen – aber seid euch bewusst, dass es keine GeburtsPLÄNE geben kann – denn wie auch im restlichen Leben trifft häufig der Spruch zu „erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt“.

Lest über verschiedene Geburtsstile, die Anwendung finden. Welcher sagt euch am besten zu, gibt euch Vertrauen, dass mit euch und eurem Baby gut umgegangen wird?

In einer Zeit, wo Geburtshilfe immer mehr zentralisiert wird, kann es u.U. schwierig sein, seine Geburtswünsche umzusetzen, vor allem, wenn man sich eine individuelle, massgeschneiderte Geburt wünscht.  Nach eurer eigenen Meinungsfindung, schaut euch an, welche Möglichkeiten ihr habt. Dann gilt es abzuwägen, und zu erfragen, inwiefern die Geburtsstätten offen sind, abweichenden Wünschen der Eltern entgegen zu kommen – und wieviel Erfahrung sie mir diesen Abweichungen denn hätten.

Da ihr meistens nicht wissen könnt, wer tatsächlich zu eurer Geburt kommen wird, rate ich euch allerdings: fragt nach Zahlen und Fakten. Sie drücken den allgemeinen Kurs eines Geburtsortes besser aus als eine Einzelperson, mit der ihr den Ort kennenlernt, die aber höchstwahrscheinlich bei eurer Geburt nirgends zu sehen sein wird.

Fragen, die ihr euch und den Orten stellen könnt (schickt mir eure Kommentare, ich werde diese Frageliste immer wieder überarbeiten):

  • Am allerwichtigsten: hat Mama das Gefühl, an diesem Ort wirklich loslassen zu können? Stört sie vielleicht die Atmosphäre, der Geruch, die Stimmung? Oder scheint alles schlüssig und „fast wie zu Hause“? Das ist eine Grundvoraussetzung zum Gebären. Wenn ihr euch nicht wohl fühlt: weitersuchen! Angst, grelles Licht, Lärm, Kälte, Unruhe hemmen die gute Ausschüttung der Geburtshormone!
  • Zu Hause sind diese o.g. negativen Faktoren meist kein Problem. Deshalb kommt es wohl bei Hausgeburten zu weniger Komplikationen für Mütter deren Schwangerschaften ein niedriges Risiko haben als Krankenhausgeburten – das belegt eine jüngere Studie (de Jonge et al, 2013). Das Risiko für das Kind, besagt eine große Cohort-Studie, ist nicht größer, sogar etwas kleiner (de Jonge et al 2014). Die Autoren schränken ihre Befunde ein, dass dieses Resultat evtl nur dann gilt, wenn Hausgeburten gut ins Gesundheitssystem intergiert sind – ich nehme an, dass bedeutet, dass man schnell Hilfe bekommt, wenn man sie braucht, aber auch klare Richtlinien, wann Hilfe dazugezogen werden sollte (was z.B. in Amerika nicht immer der Fall ist – „home birth midwives in the US identify many barriers to accessing hospital care for their home birth clients“ (Zielinski et al, 2015))Aber eine Hausgeburt muss für einen stimmig sein. Häufig kann man für sich abklären, ob eine Hausgeburt für einen eine Option ist, wenn man Kontakt zu den Hausgeburtshebammen herstellt, und mit ihnen seinen eigenen Fall bespricht. Ihr fühlt euch gut aufgehoben? Fantastisch!
  • Wollt ihr eine Wassergeburt? Wasser ist wirklich gut für die Geburt geeignet, und ist eine offizielle HypnoBirthing Empfehlung. Es lohnt sich, bei klarer Vorliebe für eine Wassergeburt, nach einem Geburtsort zu suchen, der einem die Wassergeburt wahrscheinlich ermöglichen kann.
  • Wollt ihr eher, dass jemand die ganze Zeit bei euch ist oder nicht? Wie viele Hebammen sind für wie viele Geburten zuständig? Ist mit diesem Personalschlüssel solch eine Betreuung möglich?
  • Wann wird die Belegschaft gewechstelt? Bleibt „eure“ Hebamme auch stundenlang länger da, wenn ihr nahe an der Geburt seid oder nicht?
  • Bei wievielen Geburten kommt es zu einem ununterbrochenen Einsatzes des CTGs – also nicht nur ab und zu mal, sondern durchgehendes Messen? Dazu ist anzumerken, dass die kontinuierliche Überwachung durch ein CTG nicht gezeigt hat, das Ergebnis für Mama und Baby zu verbessern (das ab und zu mal aber schon), aber ganz klar die Kaiserschnittrate nach oben zu treiben (Alfirevicet al, 2017)! Wenn es denn sein muss: gibt es mobile CTG-Schreiber, mit denen man sich dennoch frei bewegen kann?
  • Wie sind die Regeln zum Abnabeln und Gebären der Plazenta? Wenn ihr gerne hättet, dass euer Baby sein eigenes Blut erhält und nach der Geburt durch die Plazenta beim Atmen unterstützt wird bis es sich ans eigene selbständige und selbstverantwortliche Atmen gewöhnt hat, ist es besser, zu einer Geburtsstätte zu gehen, die dies routinemässig, oder zumindest ohne größere Bedenken annimmt.
  • Wie häufig werden Babys tatsächlich bei den Eltern gelassen für die „goldene Stunde nach der Geburt“, und wie häufig oder aus welchen Gründen werden Kinder schneller von ihren Eltern getrennt? Da kann es große Unterschiede geben. Mein Kind wurde mir schnell weggenommen, nur weil sie 4 Wochen vor „Geburtstermin“ auf die Welt gekommen ist – obwohl es ihr ansonsten sehr gut ging. Routineuntersuchungen, wie es einem Baby geht, kann man auch machen, während das Baby in Mutter’s Armen liegt. Das Vermessen kann warten.
  • Wie sehr wird das Stillen unterstützt? Wenn eines der oberen Ziele das Stillen ist, wird man das meistens erreichen. Wenn nicht, kann es für die Mutter schwierig werden, falls es zu speziellen Umständen kommen sollte. Ein Anzeichen dafür kann die Zertifizierung als Babyfreundliche Klinik (http://www.babyfreundlich.org/ ) geben
  • Wird das „Rooming In“ praktiziert? Beim Rooming In bleibt das Baby immer gleich beim Bett der Mutter.
  • Wollt ihr gleich nach der Geburt heim? Wie einfach ist dies in der Klinik? Fragt auch da nach Zahlen. Ihr wollt lieber ein paar Tage in der Klinik bleiben? Wie sieht es damit aus?
  • Fragt auch IMMER nach Routinemassnahmen, wenn es anders kommen sollte als ihr es euch wünscht! Wieviel Zeit wird Gebärenden gegeben, bis über Eingriffe in die Geburt diskutiert wird (Einleitung, Augmentation, etc)?
  • Wie hoch sind Raten von Eingriffe (Augmentation, Einleitung, Dammschnitt, Geburtszange, Saugglocke, das Gebären in Rückenlage (da wird häufig Hand angelegt)).

Interessierst Du Dich für eine Hausgeburt? Schau Dir doch mal den Trailer an, der in diesem Blogeintrag verlinkt ist:

Die sichere Geburt vs Krankenhausgeburt

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Quellen:

de Jonge, Ank, et al. „Severe adverse maternal outcomes among low risk women with planned home versus hospital births in the Netherlands: nationwide cohort study.“ Bmj 346 (2013): f3263.

Zielinski, Ruth, Kelly Ackerson, and Lisa Kane Low. „Planned home birth: benefits, risks, and opportunities.“ International journal of women’s health 7 (2015): 361.

De Jonge, A., et al. „Perinatal mortality and morbidity up to 28 days after birth among 743 070 low-risk planned home and hospital births: a cohort study based on three merged national perinatal databases.“ BJOG 122.5 (2015): 720-728.

Weitere Quellen zu Heimgeburten:

Halfdansdottir, Berglind, et al. „Outcome of Planned Home and Hospital Births among Low‐Risk Women in Iceland in 2005–2009: A Retrospective Cohort Study.“ Birth 42.1 (2015): 16-26.

So spontan, so … lehrend!

Noch ein wundervolles Video! Voll spontan, so natürlich! Da fragt man sich echt, was der ganze Aufstand normalerweise denn soll!

Ich liebe es wie sie sagt: „don’t pull“ – also „zieh nicht“! Voll nebensächlich kommt da auch schon das Kind – ich glaube die Dame, die da gezogen hat, war halt eine anwesende Freundin, oder vielleicht die Oma 😉 !

 

Die sichere Geburt vs Krankenhausgeburt

…. so kann man dieses Video zusammenfassen. Man sieht auch viel Michel Odent. Diejenigen, die mir im Kurs sind, haben von ihm ja schon gehört. Dann sind da noch andere Stimmen Hebamme, Professor der Hebammenkunst, Mutter, usw.

Ich glaube es ist ein Trailer zu einem Film, aber dieses kurze Werk regt auf jeden Fall selber auch schon zum Nachdenken an.

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Wirklich nette Heim-Wassergeburt eines etwas grösseren Babies

Super nette Geburt! Das einzige, was fehlt, ist Tanzen! Das müssen die vergessen haben…. (dabei ist Tanzen in der Geburt sehr gut, wegen der Bewegung der Hüfte und eventuelles Auf und Ab des Gewichts 🙂 – vielleicht hätten sie dann keinen Rebozo zwischendurch gemacht, welches auch hilft, das Baby besser zu positionieren, und auch die Form des Beckens ein wenig in Bewegung bringt…).

Das Baby war übrigens fast 5 kg schwer, mit 4,8 kg!

Das Video zeigt nicht nur die Geburt, sondern auch die Vorbereitungen zur Geburt, inklusive „Blessingway“, was ein altes Navajo-Ritual ist, in dem die Mutter geehrt wird, gefeiert, um sie geistlich für den neuen Lebensabschnitt zu stärken und zu unterstützen. Dabei kommen traditionell die besten Freundinnen der Mama, um ihr Liebe entgegenzbringen, damit sie diese Liebe dann weitergeben kann.

Jonah wurde übrigens mit intakter Fruchtblase geboren – man sagt, das seine Glückskinder (und sanfte Geburten)!

Geniesst es!

Für mehr Infos zu Blessingway:

Blessingway: altes Ritual neu entdeckt

 

Übersicht über das Klinikangebot in und um Stuttgart

Ich wurde darauf aufmerksam gemacht (Danke, Natascha), dass die Elternzeitung Luftballon jedes Jahr eine Sonderausgabe bringt, die die verschiedenen Entbindungsstationen in und um Stuttgart miteinander vergleicht. Dies ist natürlich nur ein erster Einblick, aber das ist doch allemal nützlich!

Zur Zeit des Eintrages in den Blog konnte man die Sonderausgabe im Internet lesen, und zwar hier:

https://www.elternzeitung-luftballon.de/files/babyspezialluftballon.swf

 

Die (Un-)Rolle des Neokortex bei der Geburt

Der Neocortex ist der äussere Teil des Hirns, das so schön runzelig aussieht. „Er wird als Sitz der höchsten integrativen Funktionen des Gehirns angesehen und findet beim Menschen eine ausgeprägte Entfaltung (96% des Großhirns sind vom Neocortex bedeckt)“  (von http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/neocortex/8286).

Die Rolles des Neocortex (oder auch Neokortex geschrieben) bei der Geburt ist eine eher hindernde. In seinem Buch „Es ist nicht egal, wie wir geboren werden“ fasst Michel Odent dies sehr schön zusammen.

In dem Kapitel erläutert Odent, weshalb die Kauserschnittraten heute so hoch sind. Er sagt, dass der Hauptgrund ein „allgegenwärtiger Mangel an Verständnis für die Grundbedürfnisse einer Frau in den“ Wellen (so nennen wir im HypnoBirthing die „Wehen“) sei.

Dazu sagt er, in den meisten Kulturen stören kulturelle Faktoren die physiologische Geburt, z.B. durch aktive Geburtshelfer, und andererseit durch „Glaubensvorstellungen und Rituale“. Moderne Physiologie kann uns helfen, verlorene Einsichten wiederzugewinnen. Dabei muss man sich den aktivsten Teil des Körpers der Gebärenden ansehen, das seien die Drüsen, die die zur Geburt erforderlichen Hormone erzeugt werden. Das sind alte Hirnregionen, der Hypothalamus und die Hypophyse. Der Neocortex, der neue Teil des Gehirns, hemmt dabei die freie Arbeit dieses alten Teil unseres Gehirns.

Daraus folgt, dass der Neocortex einer Gebärenden nicht angereizt werden darf. Und das führt zu praktischen Punkten, die sehr ähnlich sind, wie was wir bei HypnoBirthing unseren Müttern nahelegen.

  • Vermeidung der Sprache, das regt den Neocortex an (HypnoBirthing sagt, die Gebärende soll in sich gehen, und nicht logische Diskussionen führen)
  • Helles Licht soll vermieden werden (regt ebenfalls die Grosshirnrinde an) – genau so wird es unseren Müttern nahe gelegt
  •  Das Gefühl beobachtet zu werden (auch das ist bekannt) – Abgeschiedenheit ist gut!
  • Jede Situation, die zu Adrenalinausschüttung führen kann. Sie Gebärende soll sich sicher und geborgen fühlen!

Falls ihr eine natürlichen unkomplizierte Geburt haben wollt, mit oder ohne HypnoBirthing, solltet ihr diese Punkte im Auge behalten!

Viel Erfolg!

Buchempfehlung: Alleingeburt

Ich weiss schon, der Titel wird manch einer Schwangeren schon zu viel sein, aber es gibt vieles in dem Buch, das ich gerne in meinem Kurs abhandeln würde, aber mir dafür einfach die Zeit fehlt – der Kurs kann ja nicht 10 Wochen lang gehen…. oder?!? Na, bei Interesse, kann man ja so was dranhängen…

Dieses Buch beinhaltet nicht nur meine Empfehlung für die Ernährung während der Schwangerschaft (wie meine Paare aus meinem Kurs wissen 😉 ), sondern auch sehr gute und kritische Anmerkungen zum 0815 Gesundheitssystem der Schwangeren.

Sehr gut finde ich auch die suggerierten Fragen für die Hebammen-Wahl auf Seite 41 – wobei dies sicher wichtiger ist, wenn man zuhause gebären will….

Alleingeburt - Schwangerschaft und Geburt in Eigenregie: Amazon.de: Sarah Schmid: Bücher

Alleingeburt – Schwangerschaft und Geburt in Eigenregie: Amazon.de: Sarah Schmid: Bücherhttps://www.amazon.de/Alleingeburt-Schwangerschaft-Eigenregie-Sarah-Schmid/dp/3902943335/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1470129751&sr=8-1&keywords=AlleingeburtIn diesem Buch findest du all jenes Wissen, das ich in Vorbereitung auf meine selbstbestimmten Geburten, aber auch auf der Suche nach Antworten auf die Fragen anderer Frauen aus…

 

Es ist nicht egal, wie wir geboren werden – Michel Odent

Ich lese zur Zeit Michel Odent’s Buch „Es ist nicht egal, wie wir geboren werden“…

 

Es ist nicht egal, wie wir geboren werden: Risiko Kaiserschnitt: Amazon.de: Michel Odent: Bücher

Es ist nicht egal, wie wir geboren werden: Risiko Kaiserschnitt: Amazon.de: Michel Odent: Bücherhttps://www.amazon.de/nicht-egal-geboren-werden-Kaiserschnitt/dp/3530421952Der renommierte Arzt Michel Odent zeigt kritisch die Gefahren und Langzeitfolgen von Kaiserschnitt ohne medizinische Indikation auf und…

 

Ich habe das Buch fertig gelesen, und ich habe einiges gelernt – also, kann ich es auf jeden Fall empfehlen. Das mal vorneweg. Ich habe aufgrund des Buches folgende Blog-Einträge verfasst:

 

Essen und trinken während der Geburt

Die (Un-)Rolle des Neokortex bei der Geburt

 

Ich möchte vor allem seine Erklärung, warum es heute so hohe Kaiserschnittraten gibt herausstreichen, denn sie ist für mich ebenso ein Teil der aktuellen Situation und Probelmatik, wie die Erklärung von HypnoBirthing der historischen Fehlbehandlung von gebärenden Frauen, die die Angst vor der Geburt schürt.

Odent sagt, dass der Hauptgrund ein „allgegenwärtiger Mangel an Verständnis für die Grundbedürfnisse einer Frau in den“ Wellen (so nennen wir im HypnoBirthing die „Wehen“) sei.

Dazu sagt er, in den meisten Kulturen stören kulturelle Faktoren die physiologische Geburt, z.B. durch aktive Geburtshelfer, und andererseit durch „Glaubensvorstellungen und Rituale“. Moderne Physiologie kann uns helfen, verlorene Einsichten wiederzugewinnen. Dabei muss man sich den aktivsten Teil des Körpers der Gebärenden ansehen, das seien die Drüsen, die die zur Geburt erforderlichen Hormone erzeugt werden. Das sind alte Hirnregionen. Der Neocortex, der neue Teil des Gehirns, hemmt dabei die freie Arbeit dieses alten Teil unseres Gehirns.

Weitere Infos dazu bitte im o.g. Blogeintrag nachlesen.

Mein Hauptkritikpunkt an dem Buch ist, in welches Licht er die Hebammen setzt. Mutterfiguren, die Zuversicht ausstrahlen, und im Hintergrund bleiben. An und für sich habe ich damit keine Probleme – so sollte es bestimmt sein (siehe Neokortex). Mein Problem ist, dass er in keinster Weise auf ihre Fähigkeiten eingeht. Im Gegenteil. In Odent’s Buch sind Querlage und Stirnlage (die Stirnlage kommen nur einmal bei 2-3000 Geburten vor, also unter 0,05%) des Babies absolute Indikation für einen Kaiserschnitt. Das mag auch so sein – aber man könnte doch zumindest erwähnen, dass man versuchen kann, das Baby zu drehen/ neu zu positionieren – z.B. mit Hilfe einer Hebamme.

Haus vs. Hospitalgeburten

Interessanter Artikel, auf Englisch, auch über Haus vs. Hospitalgeburten:

Wary of Home Birth’s Risk Factor? Surprising New Study Might Change Your Mind | Parenting

Wary of Home Birth’s Risk Factor? Surprising New Study Might Change Your Mind | Parentinghttp://www.parenting.com/blogs/natural-parenting/taylor-newman/afraid-home-births-risk-factor-surprising-new-study-might-chanClick to read what you should be asking instead of „What about emergencies?“

Hausgeburt vs Hospitalgeburt

Es gibt mehr und mehr Studien zu dem Thema. Ich bin auf eine Studie gestossen, die diese Studien in eine vereinigt. (www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4399594/):

 

„the majority of studies across a variety of countries have shown no increase in neonatal morbidity and mortality for planned home birth.[…] Additionally, maternal outcomes are consistently better for planned home birth, including less intervention and fewer complications.[…] Satisfaction with the birth experience is also high in the home birth setting.“

Das besagt also, dass Hausgeburten sind für Schwangerschaften mit niedrigem Risiko genau so sicher für das Baby wie Krankenhausgeburten. Ausserdem sind mütterliche Ergebnisse rundum besser bei Hausgeburten.

Seit einem Jahr wird vom Nationales Institut für Gesundheit und Pflege in seinen Richtlinien aus dem Vereinigten Königreich empfohlen, dass Schwangere mit geringem Risiko zu Hause bleiben oder in ein Geburtshaus gehen sollten. (Referenz: https://www.nice.org.uk/guidance/cg190/chapter/1-Recommendations#place-of-birth).

Dies ist eine signifikante Veränderung die daraus resultiert, dass mehr und mehr Studien die Sicherheit und gute Ergebnisse der Geburt zu Hause (in Großbritannien) belegen.

Was wäre wenn … caveat zu allen Studien

Quote von Ina May Gaskin, Hebamme: „Physiologically birth doesn’t happen the same way around gynocologists and surgeons as it does around sympathetic women“.

Ich könnte dem nicht mehr zustimmen. Und genau unter dem Punkt sollte man auch Studien zu Geburt betrachten. Die ganzen Studien sind gefärbt von einem sozialen Umfeld für die Geburt, das einfach häufig negativ gefärbt ist, mit Adrenalin statt Endorphinen und Oxytocin…

Was wäre wenn…. die Frau sich bei ihrer Geburt einfach entspannen könnte, und ihre Muskeln statt zu verkrampfen einfach loslassen würden! Genau darum geht es bei HypnoBirthing!

Hebamme finden

Ihr seid nach der Suche nach einer Hebamme? Ich empfehle euch die web site http://www.hebammensuche.de/.

Da könnt ihr ganz leicht herausfinden, welche Hebamme bei euch den Service anbietet, den ihr sucht.

Ich habe eine Probesuche getätigt. Ich wollte wissen, wer mit der Vorwahl 0711 auch Hausgeburten begleitet –

bei der Suche kamen fünf Namen hoch:
http://www.hebammensuche.de/hebverz.html?ID=ibz&EXT=1&NOWELCOME=1&PLZ=&TEL=0711&GHH=1&B2.x=0&B2.y=0

Ich denke, es ist keine vollständige Liste, aber es ist ein guter Anfang!

Ich habe die meisten der Liste angeschrieben, um zu erfahren, wer denn auch Hausgeburten betreuen würde. Frau Braun betreut sie gerne, das ist sicher. Frau Merz habe ich nicht angeschrieben, einfach, weil ich noch niemanden aus der Gegend hatte. Vom Geburtshaus weiss ich, dass sie es auch machen, und Frau Schmid auch (sie arbeitet auch im Geburtshaus). Frau O’Neill hat mir mitgeteilt, dass sie leider keine Hausgeburten mehr macht. Frau Strobel in Backnang macht sie auch, aht mir aber auf meine Email nicht geantwortet.

Dann gibt es auch noch die Möglichkeit, Cornelia Enning für Haus-Wassergeburten zu engagieren. 
Viel Erfolg bei der Suche!

HypnoBirthing und Wassergeburt: perfekte Partner

Dies ist nicht nur meine Empfehlung sondern auch die Empfehlung von HypnoBirthing (Mongan Methode).

Links:

Alles Wissenswerte zur Wassergeburt - Hebammenwissen.info

Alles Wissenswerte zur Wassergeburt – Hebammenwissen.infohttp://www.hebammenwissen.info/wassergeburt/Die Wassergeburt ist eine der sanftesten Geburtsmethoden für Mutter und Kind. Sowohl die Schmerzlinderung für die Mutter wie auch die Stressreduzierung für das Kind
Wassergeburt - der sanfte Weg

Wassergeburt – der sanfte Weghttp://www.hebinfo.de/wassergeburt-dersanfteweg/index.phpSchon im Altertum war die entspannende und krampflösende Wirkung des warmen Wassers bekannt. Noch heute steigen viele Frauen in ein warmes Bad, wenn sie Rückenschmerzen…

Hebammen in Stuttgart

Beirag nicht neu, aber aktuell allemal:

Geburtshaus Stuttgart: Hebammen bangen um ihre Zukunft - Stuttgart - Stuttgarter Nachrichten

Geburtshaus Stuttgart: Hebammen bangen um ihre Zukunft – Stuttgart – Stuttgarter Nachrichtenhttp://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.geburtshaus-stuttgart-hebammen-bangen-um-ihre-zukunft.80f08ec8-6d5b-4ae2-9273-f233ef576565.html Im Konflikt um die Hebammen müssen diese „einen erneuten Tiefschlag“ hinnehmen. Die Stuttgarter Geburtshelferinnen hoffen nun zumindest auf die Unterstützung der Stadt.

Aber: mir hat damals bei der Geburt meines Sohnes Frau Enning betreut – allerdings macht sie glaube ich nur Haus-Wassergeburten…

Kaiserschnitt: wichtiger WO geboren wird als WAS passiert?

Noch mal zum Thema Kaiserschnitt und wo geboren wird:

Geburt - Wo der Kaiserschnitt besonders häufig ist - Gesundheit - Süddeutsche.de

Geburt – Wo der Kaiserschnitt besonders häufig ist – Gesundheit – Süddeutsche.dehttp://www.sueddeutsche.de/gesundheit/geburt-wo-die-meisten-kaiserschnitte-drohen-1.1521644In Teilen Bayerns kommen mehr als doppelt so viele Kinder per Kaiserschnitt zur Welt als in Dresden. Die Entscheidung für die Schnittgeburt hängt nicht nur von der Diagnose, sondern auch von der Region ab.

Ausserdem wird immer wieder behauptet, dass es eben notwendig geworden sei, dass es mehr Kaieserschnitte gibt, weil das Alter der Schwangeren steigt, und auch weil es mehr übergewichtige Schwangere gibt.

Dazu möchte ich folgendes anmerken: in diesem Artikel (http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/langzeitstudie-kinder-profitieren-von-spaeten-schwangerschaften-1.2944968) wird Schweden als ein Land herausgegriffen, in dem die Frauen besonders häufig alt sind, wenn sie ihr erstes Kind bekommen. Jedoch ist die Kaiserschnittrate gerade dort besonders niedrig im europäischen Vergleich: nur 17 % aller Babies kommen dort per Kaiserschnitt auf die Welt.

Sind die die schwedischen Damen evtl dünner als die deutschen? Es ist immer schwierig, aktuelle Daten zu finden. Hier ist was ich finden konnte: in Deutschland (2015) scheinen 24% aller erwachsenen Frauen übergewichtig zu sein, und 19 % fettleibig (http://easo.org/wp-content/uploads/2015/05/DE-summary-EN.pdf).

Bei der WHO (http://apps.who.int/bmi/index.jsp) habe ich leider nur veraltete Zahlen gefunden, dafür aber für beide Länder: Deutschland (2003) übergewichtig 41.2% und fettleibig 12% (insgesamt also 53.2%). In Schweden (in 2009) übergewichtig 39.0; vor-fettleibig (pre obese): 27.% und fettleibig 12% (insgesamt also 78%).

Von diesen Daten kann man auf jeden Fall nicht die Schlussfolgerung unterstützen, dass der Unterschied von 17% (Schweden) auf 32% (Deutschland) Kaiserschnittrate von Alter und Übergewicht der Mutter medizinisch notwendig sei, wie häufig behauptet wird!

WENN JEMAND BESSERE (also neuere) Daten findet, wäre ich sehr dankbar, wenn man mir diese Quelle zukommen lassen würde 🙂

Natürliche Geburt im Krankenhaus

Ihr wollt eine natürliche Geburt im Krankenhaus? Dann solltet ihr möglichst spät hingehen 😉

Diese amerikanische Studie hinterfragte, ob es einen Zusammenhang zwischen frühem und spätem Eintreffen im Krankenhaus und medizinische Eingriffe in den Geburtsvorgang und Folgen für Kind gibt. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das frühzeitige Ankommen im Krankenhaus (also wenn der Muttermund kleiner als 4 cm ist) ein Risikofaktor vor allem für Eingriffe in den Geburtsvorgang ist (also PDA, Kaiserschnitt, das Verabreichen von künstlichem Oxytocin). Es gab nur eine geringe Erhöhung von negativen Folgen für das Kind und auch nur bei erstgebärenden Müttern.

Cervical Dilation on Admission in Term Spontaneous Labor and Maternal and Newborn Outcomes. – PubMed – NCBIhttp://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26855106Early admission (less than 4 cm cervical dilation) is a risk factor for increased medical intervention and cesarean delivery.

Ich möchte hier genau eingrenzen: die Studie zieht über 11.000 Geburten in Betracht, alle im amerikanischen Krankenhäusern in Washington. Deshalb darf gerne hinterfragt werden, ob diese Studie auch für Deutschland aussagekräftig ist.

Es gibt eine Studie aus Deutschland (Schwarz, 2008), die fasst das so zusammen:

“ Als wesentlichster prädiktiver Faktor für eine Geburtseinleitung ergab sich die Aufnahme in den Kreißsaal mit unreifem Befund (Muttermundsweite 1 cm oder weniger). Die Indikationen für operative Entbindungsmethoden zeigten insgesamt eine Zunahme weicher Indikationen, insbesondere die Indikation „Sonstiges“ stieg um ein Vielfaches. Im Versorgungsgeschehen des geburtshilflichen Bereichs sind aufgrund der Ergebnisse dieser Untersuchung Anzeichen von Fehlversorgung zu konstatieren, insbesondere eine beträchtliche Überversorgung von low-risk Schwangeren sowie eine übliche Praxis, die nur wenig evidenzbasiert ist. Im Sinne einer bedarfsgerechteren Versorgung – vor allem für die Mehrzahl von gesunden Schwangeren mit komplikationslosem Schwangerschafts- und Geburtsverlauf – bedarf es einer Versorgung, die geeignet ist, physiologische Prozesse zu stärken und unnötige Interventionen zu vermeiden. Dafür fehlen dem deutschen Versorgungssystem Strukturen, die salutogene Ansätze fördern, wie auch evidenz-basierte Leitlinien und Informationen, zudem eine Korrektur des finanziellen Anreizsystems.“

In Deutschland wird fast jedes dritte Kind per Kaiserschnitt geboren. Dabei muss man bedenken, dass andere Länder weit darunter liegen, und die WHO angibt, dass diese Rate optimalerweise nicht über 10% liegen sollte (http://www.who.int/reproductivehealth/publications/maternal_perinatal_health/cs-statement/en/)), sonst kommt es statistisch gesehen zu einem schlechteren Ausgang für Mutter und Kind. Dazu kommt, dass diese Rate immer noch unnötig hoch sein könnte (in „Ina May’s Guide to Childbirth“ wird spekuliert, dass die Kaiserschnittrate, wenn die Geburt anders gehandhabt werden würde, eher um die 2 % liegen würde, was auch mit Beispielen belegt wird…., und Rockenschaub hatte in seiner Wiener Geburtsklinik ähnliche Prozentzahlen, als er die Leitung hatte).

Quellen:

Kauffman, Ellen, et al. „Cervical dilation on admission in term spontaneous labor and maternal and newborn outcomes.“ Obstetrics & Gynecology 127.3 (2016): 481-488.

Schwarz, Clarissa. Entwicklung der geburtshilflichen Versorgung – am Beispiel geburtshilflicher Interventionsraten 1984-1999 in Niedersachsen. 2008. Technische Universität Berlin, Fakultät VII – Wirtschaft und Management. http://dx.doi.org/10.14279/depositonce-1992

Beckenendlage zur Geburt – natürlich im Krankenhaus?

Bei Beckenendlage gibt es z.T. die Aussagen, dass diese Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt kommen müssen. Das liegt an einer Studie, die seitdem allerdings häufig kritisiert wurde, und mehr und mehr, dank besser kontrollierten Studien, die diese Erkenntnis nicht nachweisen können, kommt man endlich wieder von dieser Aussage ab. Leider ist es aber so, dass z.T. nun medizinisches Personal nicht mehr gut in der Hilfestellung ausgebildet ist, und deshalb schnell doch zum Kaiserschnitt rät.

Hier in Stuttgart weiss ich zumindest von der Filderklinik, dass sie sagen, sie brächten jahrlich 1400 Beckenendlagen-Kinder natürlich zur Welt – das hört sich doch anständig an:

8. Gibt es Erfahrungen an der Filderklinik zur Beckenendlagengeburt?
Seit über 30 Jahren werden in der Filderklinik jährlich ca. 1.400 Kinder zur Welt gebracht, bei denen das geburtshilfliche Handwerk der Begleitung von Beckenendlagengeburten auch bei Erstgebärenden und Zwillingen eingesetzt wird.
Die Erfahrung zeigt, dass nach Vorgespräch und Untersuchung sowie Ausschluss von Risikofaktoren die Begleitung einer Beckenendlagengeburt auf natürlichem Weg eine kompetente und verantwortungsvolle Form der Geburtshilfe darstellt. “

http://filderklinik.frauenheilkunde-stuttgart.de/frauenheilkunde-und-geburtshilfe/geburtshilfe.html

Ausserdem scheint die Filderklinik auch sonst zu den Kliniken mit einer der niedrigsten Kaiserschnittraten von um die 15 % zu gehören – bitte Vorsicht hier, ich habe das nicht selber geprüft. Bitte selber fragen! 15 % ist im Übrigen das, was von der WHO (World Health Organization) als das anzustrebende Höchstmass sei bei Kaiserschnitten – sonst wird es statistisch ungesünder!